Während sich die Geldwirtschaft mit der Blockchain weiterentwickelt, entwickelt sich auch die Rechtssprechung weiter: Ein serbischer Hacker wurde wegen eines Hacks auf das Videospielunternehmen Electronic Arts angeklagt. Passenderweise gab ihm die Richterin die Möglichkeit seine Bitcoin als Kaution zu bezahlen.

Bitcoin als Kaution – wirklich sinnvoll für einen Hacker?

Martin Marsich ist 25 Jahre alt und lebte als Italiener mit serbischen Migrationshintergrund in der italienischen Stadt Udine. Seine Hacking-Angriffe auf den Gaming-Titan Electronic Arts brachten ihm Zugang zu knapp 25.000 Accounts und damit auch Zugriff auf zahllose In-Game Gegenstände sowie die Möglichkeit neue Items hinzuzukaufen.

Sein Einbruch bei der Spieleschmiede aus Redwood City brachte ihn am Donnerstag vor das Gericht in San Francisco, wo Richterin Jaqueline Corley bereits über die Kaution urteilen sollte. Corley beschloss eine Kaution von 750.000 US-Dollar in Bitcoin.

Scheinbar beunruhigte Corley die aktuelle Kursfahrt des Bitcoin nicht. Es stellte sich die Frage, ob dieser ungewöhnliche Fall der erste seiner Art war. Der stellvetretende U.S. Staatsanwalt Abraham Simmons bezweifelte dies. In seiner Laufbahn hat er bereits eine Reihe von verschiedenen Kautionen gesehen:

„Die Möglichkeiten sind teilweise bereit gefächert. Der Richter könnte tatsächlich alles anordnen. Das Ziel ist es, den Angeklagten mit der Anordnung zum erneuten Erscheinen zu bewegen.“

Zu den üblichen Kautionen gehören nicht immer finanzielle Mittel. Auch Immobilien gehören dazu, teilweise auch, wenn sie einer anderen Person gehören und sie sich dazu bereit erklärt.

Simmons bemerkte zwar, dass der Preis von Bitcoin dramatisch steigen oder fallen kann, doch das mache ihn noch nicht nervös. Sollte der Wert zu stark fluktuieren, würde sich das Gericht einschalten und den Nennwert ändern. Es sei nicht das Ziel, die Kaution einzubehalten.

Ist Bitcoin als Kaution ein Ding der neuen Welt?

Steve Wagstaffe, Bezirksstaatsanwalt in San Mateo, betonte, dass er noch nie von einem Fall gehört habe, bei dem Bitcoin als Kaution eingesetzt werden durften.

„Das ist die neue Welt. Und ich liebe diese neue Welt!“, lachte Wagstaffe, „ich kann es eigentlich kaum glauben. Bezirksgerichte sind anders. Eigentlich sind sie strikt dazu veranlasst nur Schecks und Währungen anzunehmen. Dort dürfen, glaube ich, nur Dollarnoten angenommen werden.“

Am Montag darf Marsich dann nochmal im Gericht erscheinen, um die Kaution festzusetzen. Für ihn sieht die Sache nicht so rosig aus: sollte er verurteilt werden, könnten ihm eine Maximalstrafe von fünf Jahren Gefängnis, ein Strafgeld von 250.000 US-Dollar und Schadensersatzforderungen für jeden einzelnen Geschädigten drohen.

QUELLEPADailyPost
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Danny ist Bachelor of Science der Informatik und Redakteur bei Base58. Seit 2014 ist er aktiv im Krypto-Sektor unterwegs. Seine Interessen umfassen die Technik und das disruptive Potenzial der Blockchain – nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für die Gesellschaft. Um den Zugang zu diesen komplexen Themen zu erleichtern arbeitete er über 3 Jahre bei einem der größten Krypto-Newsportale, wirkte an unzähligen Videos und einigen Büchern mit.