Eine der größten Kryptobörsen der Welt Binance steht unter extremem Druck der Monetary Authority of Singapore (MAS), weil sie die Regulierungsvorschriften missachtet hat.

Die MAS ist die letzte große Aufsichtsbehörde, die die finanziellen Verfehlungen von Binance wieder in die Schlagzeilen bringt – und das aus den falschen Gründen.

Am Donnerstag warnte die Aufsichtsbehörde Singapurs die Verbraucher, dass die internationale Kryptobörse nicht mehr lizenziert oder reguliert ist. Damit darf sie keine digitale Zahlungsdienste anbieten oder erbitten.

Mit anderen Worten: Die MAS setzte Binance auf eine „Warnliste für Investoren“.

Die Kryptobörse steht auch unter wachsendem Druck anderer Aufsichtsbehörden in weit entfernten Ländern – darunter Großbritannien, Europa und Japan – hinsichtlich der Einhaltung der Vorschriften.

Herausforderungen bei der Beaufsichtigung von Binance

Der eigentliche Knackpunkt ist, dass Binance keinen offiziellen Hauptsitz hat. Stattdessen wird es als Online-Kryptobörse betrieben – mit einem globalen, komplexen Netz von Unternehmenseinheiten.

Das erklärt, warum die MAS und andere wichtige Finanzaufsichtsbehörden es schwierig finden, die Finanzaktivitäten von Binance zu überwachen.

Ironischerweise lebt der CEO von Binance Changpeng Zhao in Singapur.

Binance wird vorgeworfen, gegen das singapurische Gesetz über Zahlungsdienste verstoßen zu haben. Das Unternehmen bietet Krypto-Zahlungsdienste ohne jegliche Lizenz an.

Das gigantische Kryptounternehmen versprach, mit der MAS zusammenzuarbeiten und die Differenzen auszubügeln. Die Börse will Regulierungsgesetze Singapurs einhalten, bevor sie den Verbrauchern die erforderlichen Dienstleistungen anbieten.

Binance versucht, sein Ansehen in Singapur zu verbessern

In einem verzweifelten Versuch, sein Ansehen in Singapur zu verbessern, ernannte Binance die ehemalige MAS-Führungskraft Richard Teng zum CEO von Binance Singapur.

Zhao lobte die Ernennung als einen „wichtigen Schritt“, um ein globaler „Führer bei der Einhaltung von Vorschriften“ zu werden. Bislang wurde Binance eine vorübergehende Ausnahmegenehmigung erteilt, um Investoren (sowohl lokale als auch internationale) zu bedienen. Das geschah, nachdem die Firma eine Lizenz beantragt hatte.

Neben der Anweisung an die Kryptobörse, sich an das Gesetz zu halten, legt der Lizenzierungsrahmen eine Obergrenze für ihre Transaktionsgrößen fest. Außerdem werden sie auf etwaige Geldwäscheaktivitäten überwacht. Die Gesetze gelten für alle Krypto-Börsen und Unternehmen.

Die Aufsichtsbehörde des Landes prüft derzeit noch den Lizenzantrag des Unternehmens. Dabei soll festgestellt werden, ob Binance die genannten Anforderungen des Payment Services Act tatsächlich erfüllen kann – und in Zukunft nicht gegen sie verstößt.

Dennoch rät die MAS Kleinanlegern, keine Kryptogeschäfte mit dem lokalen Zweig von Binance zu tätigen, „bis der Lizenzantrag genehmigt ist“.

Binance hat schnell gekontert, dass die Maßnahmen der MAS nicht direkt die Dienstleistungen betreffen, die der Arm von Binance.com in Singapur anbietet. Sie behaupten, der lokale Zweig sei ein separates legales Unternehmen.