Im Jahr 2008 veröffentlichte Satoshi Nakamoto das legendäre Whitepaper mit dem Titel „Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System“. Das Whitepaper war (und ist) eine Antwort auf die damalige Finanzkrise sowie die damit verbundenen wirtschaftlichen Verwerfungen. 12 Jahre später stehen wir wieder vor einer Rezession. Die Antwort der Notenbanken sieht ähnlich aus: eine weitere Erhöhung der Geldmenge. Das zweite Stichwort lautet hierzu Helikoptergeld. Und um dieses nun effektiver zu verteilen, hat der US-Kongress (Repräsentantenhaus) einen digitalen Dollar vorgeschlagen.

Wir wollen in diesem Artikel verstehen, welche Auswirkungen ein digitaler Dollar auf Bitcoin hätte. Entstünde dadurch ein Konkurrent zu BTC oder würde die Digitalisierung des Dollars ein Katalysator für den Bitcoin Kurs sein? – Das Thema ist spannend und daher legen wir auch direkt los.

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Klarer Trend in Richtung bargeldlose Zahlungen

Die Digitalisierung einer Währung bringt zunächst viele Vorteile aus der Sicht der Emittenten: die Produktionskosten sinken, die Umlaufgeschwindigkeit steigt höchstwahrscheinlich und vor allem lässt sich der Geldfluss besser kontrollieren. Auch aus Sicht der Konsumenten gibt es Vorteile: So gibt es keine Münzflut mehr im Portmonnaie und man bezahlt außerdem immer passend.

Für diese Vorteile gibt man jedoch einen zentralen Aspekt auf – Freiheit und Anonymität. Denn wer mit Bargeld zahlt, darf sich nach wie vor sicher sein, dass nur er und sein Gegenüber wissen, wofür das Geld verwendet wurde. Auch wenn es banal klingen mag, stellen viele Bürger und Bürgerinnen dieser Welt jedoch Komfort über Freiheit und Anonymität.

Und so sehen wir beispielsweise in der nachfolgenden Grafik, dass gerade in den USA sowie Kanada das Thema ‚bargeldloses Zahlen‘ äußerst beliebt ist:

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Desweiteren gibt es unzählige andere Statistiken, die zeigen, dass auch hier in Deutschland der Trend von bargeldloser Bezahlung und mobilen Payments stark zunimmt. Die Botschaft dahinter lautet also: Selbst die Deutschen, die als Freunde von Bargeld gelten, greifen immer öfter zur Kreditkarte oder ApplePay. Kommen wir nun aber zurück zum Digitalen US-Dollar.

Digitaler US-Dollar vs. Bitcoin: Stimulus für Wirtschaft?

Egal ob wir es lästig finden oder nicht – das dominierende Thema der aktuellen Tage ist das Coronavirus und dessen Auswirkungen auf Gesundheit und Wirtschaft. So kostete das Virus bisher nicht nur unzählige Menschenleben, sondern lässt auch die Wirtschaft zittern.

In den USA wurden daher bereits massive Geschütze aufgefahren: von einer Steuerstundung über unendliche Liquidität bis hin zum Helikoptergeld, um den Konsum anzukurbeln. Doch wie verteilt man das Helikoptergeld nun am besten? In Form eines Checks oder doch lieber digital?

Genau diese Frage haben sich auch die Abgeordneten im Repräsentantenhaus des US-Kongress gestellt. Dabei haben die Demokraten einen Vorschlag geäußert, bei dem jeder Bürger eine ‚digitale Wallet‘ erhält, in der anschließend ein ‚digitaler Dollar‘ gelagert werden kann.

Wie definiert sich ein digitaler Dollar überhaupt?

Werfen wir einen Blick auf die Art und Weise wie ein digitaler Dollar definiert wurde. Unter folgendem Link findest du im Übrigen das Originaldokument: Klick mich. Um dir jedoch Zeit zu sparen, schauen wir gemeinsam auf die Definition.

Ein digitaler Dollar wurde definiert als

  1. ein Guthaben (engl. balance), das als Dollarwert ausgedrückt wird und als digitaler Eintrag in einem Ledger existiert oder
  2. eine elektronische Werteinheit (engl. unit of value), die bei einem ausgewählten Finanzinstitut eingelöst werden kann

Die Idee dahinter folgt natürlich dem Plan zur Stimulation der Ökonomie. Durch ein digitales System lässt sich das Helikoptergeld viel einfach verteilen als in Form von Checks. Bloomberg schrieb hierzu:

Die Zentralbank FED sowie andere große Finanzinstitutionen werden ihren Kunden wohl digitale Wallets zur Verfügung stellen, um sie mit den direkten Hilfszahlungen der Regierung zu versorgen, die aktuell verhandelt werden.

Innerhalb der Bitcoin-Community machte sich natürlich bereits Skepsis über ein solches Vorhaben breit. So wurde die vermeintliche ‚Kryptowährung‘ bereits als CBDC, also Digitalwährung der Zentralbank, bezeichnet.

Digitaler Dollar als Katalysator oder Konkurrenz zu Bitcoin?

Nun stellt sich uns natürlich die Frage, welche Auswirkungen ein Digitaler Dollar auf Bitcoin haben könnte. Entstünde mit dem digitalen Dollar eine ernst zu nehmende Konkurrenz für Bitcoin oder würde er BTC sogar in die Karten spielen? – Um diese Frage zu beantworten, schauen wir uns die Meinung von Nathaniel Whittemore an.

Whittemore ist als Cryptoanalyst tätig und vertritt eine interessante Meinung. Dabei beschreibt er ein Szenario, welches eintreten könnte, sobald es tatsächlich zur Verwendung des digitalen Dollars kommt. Das Szenario besteht aus vier Schritten und ist letztendlich bullish für Bitcoin:

  1. Der Digitale Dollar wird eingeführt, um die amerikanische Wirtschaft zu stimulieren und digitale Zahlungen einfacher zu gestalten.
  2. Millionen von Amerikanern erhalten dadurch (erstmalig) Zugang zu einem digitalen Wallet. Sie lernen den Begriff kennen und verstehen, was sich dahinter verbirgt.
  3. Die unbegrenzte Liquidität, die die Federal Reserve zur Verfügung stellen möchte, führt zu einer massiven Geldflut. Das Ergebnis ist eine erhöhte Inflationsrate und somit gleichzeitig Entwertung der Kaufkraft des Dollars. Kurzum: die US-Bürger werden schleichend ärmer und ihr Vermögen entwertet.
  4. Auf der Suche nach einer digitalen Alternative, bei der die Inflation geringer ist und der Wertverlust gestoppt werden kann, stoßen einige Bürger auf eine interessante Antwort: Bitcoin.

Hier siehst du den Tweet im Originalen:

Wie realistisch aber wäre ein solches Szenario? – Im Grunde genommen steht und fällt alles mit der Einführung des digitalen Dollars. Natürlich könnten die wirtschaftlichen Maßnahmen auch über Checks durchgeführt werden. Ich persönlich glaube aber, dass die US-Regierung nach einer schnellen und effektiven Maßnahme sucht, bei der sie nicht nur das Geld verteilen kann, sondern auch gleichzeitig noch mehr Kontrolle erhält. Die anschließenden Schritte (weitere Erhöhung der Geldmenge und damit Kaufkraftverlust) wären die logischen Konsequenzen. Bitcoin könnte sich damit als großer Profiteur der aktuellen Situation erweisen.

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[Bildquelle: Shutterstock]

QUELLEbloomberg.com
Daniel Wenz
Autor
Daniel ist 24, hat einen Bachelor of Science als Wirtschaftsingenieur und ist als Content Creator bei Cryptomonday tätig. Seit 2014 ist er aktiv im Krypto-Sektor unterwegs. Dass es dazu kam, hat er einer Vorlesung zu verdanken, in der über das disruptive Potenzial der Blockchain unterrichtet wurde. Seine Interessen umfassen die Technik und das breite Anwendungsgebiet der Technologie – nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für die Gesellschaft. Um den Zugang zu diesen komplexen Themen zu erleichtern, hat er selbst ein kleines Startup gegründet. Er beschäftigt sich mit der Verbreitung von BTC-Automaten in Deutschland und wirkte maßgeblich an Videos und Büchern mit.