Am Freitag war es endlich soweit: Bakkt, die lang erwartete Handelsplattform der Intercontinental Exchange (kurz: ICE), gab am vergangenen Freitag (16.08) bekannt, dass sie (endlich) die behördliche Genehmigung erhalten haben, um die Einführung der physisch gedeckten Bakkt Bitcoin-Futures-Kontrakte fortzusetzen. Der offizielle Launch der Plattform soll nun in ca. einem Monat, am 23. September, erfolgen.

Die meisten Analysen und Medien haben diese Nachricht im Allgemeinen sehr bullish aufgenommen. Einige bezeichnen die Bakkt Bitcoin Futures sogar als „das Beste, was Bitcoin je erlebt hat“. Wir wollen uns heute fragen, wie prominente Figuren der Krypto-Welt auf diese Nachricht reagiert haben und ob sie diesen Eindruck bestätigen oder ablehnen.

Bakkt Bitcoin Futures: Worin liegt die Neuheit?

Für viele klang die Nachricht am vergangenen Freitag wie eine Art „Heilsbotschaft“. Endlich kommen die lang ersehnten Bitcoin Futures von Bakkt und damit das „große, institutionelle Geld“ in den Markt.

Und der Effekt auf den Bitcoin Kurs war nach der Ankündigung von Bakkt auch direkt spürbar – denn BTC konnte die 10.000 Dollar Marke wieder überwinden und kletterte kurzzeitig auf 10.500 $, nachdem es zuvor auf 9.800$ gefallen war. Dennoch gab es einige offene Fragen, warum Bakkt soviel Aufsehen errege, obwohl es doch schon einige Anbieter für Bitcoin Future-Kontrakte gebe.

Worin also liegt die Neuheit, die Bakkt mit ihren Bitcoin Futures anbietet? Twitter-User @loomdart steht exemplarisch für das Fragezeichen, das bei vielen über dem Kopf schwirrt.

Und so gibt es einen Unterschied, der die Spreu vom Weizen trennt. Denn die Bakkt Bitcoin Futures werden im Gegensatz zu bestehenden Produkten (wie beispielsweise die der CME Group) physisch geliefert. Was genau das heißt, betrachten wir im Folgenden.

Bitcoin Futures: Physically delivered ist das Zauberwort

Für diejenigen, die nicht all zu tief in der Materie sind, eine kurze Erklärung. Grundsätzlich lassen sich Future-Kontrakte in zwei Kategorien einteilen: auf der einen Seite gibt es sogenannte cash-settled und auf der anderen Seite physically delivered contracts.

Cash-settled contracts sind Kontrakte mit Barausgleich beziehungsweise Kontrakte, die bar abgerechnet werden. Das heißt, dass die Bezahlung bei der Terminierung eines Vertrags mit einer Fiat-Währung (meistens US-Dollar) geleistet wird. Wird also ein cash-settled contract über 1 BTC abgeschlossen, wird am Ende der Vertragslaufzeit kein Bitcoin ausgeliefert, sondern lediglich der Gegenwert in Fiat.

Bei physically delivered contracts, also physisch gelieferten Verträgen, wird der eigentliche Basiswert geliefert. Im Falle von BTC-Futures heißt das also, dass tatsächlich Bitcoin am Ende des Vertrags ausgeliefert werden.

Natürlich lässt sich diese Aussage auch weniger technisch ausdrücken. Twitter-User @ShaDD242 hat dies (zugegebenermaßen nicht gerade politisch korrekt) auf den Punkt gebracht:

Bakkt, der große Preistreiber für Bitcoin?

Mit anderen Worten ausgedrückt: Jeder Future-Kontrakt, der von Bakkt angeboten wird, erfordert den tatsächlichen Kauf von Bitcoin, weil eine Bezahlung in Fiat ausgeschlossen ist. Und genau darin liegt der entscheidende Faktor. Denn die Notwendigkeit, Bitcoin tatsächlich zu besitzen, wirkt wie ein Katalysator auf die Nachfrage nach Bitcoin. Bakkt schafft somit ein Angebot, das die Nachfrage nach BTC ankurbelt.

Im Folgenden möchten wir uns einige Meinungen von bekannten Leuten aus der Bitcoin-Community anschauen und einen Blick darauf werfen, wie diese zu den Bakkt Bitcoin Futures stehen. Wir beginnen mit Coinbase CEO Brain Armstrong, der fest davon überzeugt ist, dass Institutionen nun auch auf den „Krypto-Zug“ aufspringen wollen.

Laut Joseph Young hat die Ankündigung von Bakkt die Gefahr eines drohenden (kurzfristigen) Bärenmarkts stark gemildert und Bitcoin zu neuem Aufschwung verholfen.

The Wolf of All Streets sieht sich in seiner These bestätigt, dass der Bullrun, der in diesem Jahr startete, nicht alleine durch Privat-Investoren, sondern bereits durch institutionelle Anleger geschaffen wurde.

Auch auch @Rhythmtrader sieht Substanz hinter dem „Bakkt-Hype“. Er sieht die Vorteile insbesondere in einer verbesserten Liquidität und Preisfindung.

Bakkt – Preistreiber oder Platzpatrone?

Wir können festhalten, dass die Ankündigung von Bakkt ihre Bitcoin Futures im September auszuliefern, positive Stimmung im Kryptomarkt erzeugt hat. Kurzfristig hat die Ankündigung definitiv zu einer Kurssteigerung von BTC geführt. Die langfristige Entwicklung ist jedoch noch schwer abzuschätzen.

Fakt ist, dass Bakkt eine Tochtergesellschaft der Intercontinental Exchange ist, einem der renommiertesten Finanzinstitute der Welt mit 12 regulierten Börsen und Marktplätzen. Allein diese Tatsache wird wahrscheinlich viele Investoren anziehen, die ansonsten aufgrund von fehlender Regulierung gezögert hätten, in Kryptowährungen zu investieren.


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Nun darf man trotz der positiven News die Erwartungshaltung nicht zu hoch schrauben – es ist also sehr unwahrscheinlich, dass wir am 23. September eine Kursexplosion sehen werden. Die Auswirkungen von Bakkt werden wahrscheinlich von langfristiger Natur sein und eher für moderates und konstantes Wachstum als für explosionsartige Schübe nach oben sorgen. Denn wie heißt es so schön? Gut Ding will Weile haben.

Bakkt Bitcoin Futures – Preistreiber oder Platzpatrone? Kannst du dir vorstellen, dass es positive Auswirkungen auf den Bitcoin Kurs haben wird und falls ja, in welchem Maß? Komm in unseren Telegram Chat und tausche dich mit den Experten und der Community aus. Abonniere zusätzlich unseren News Kanal, um keine News mehr zu verpassen.

 

 

Daniel Wenz
Autor
Daniel ist 24, hat einen Bachelor of Science als Wirtschaftsingenieur und ist als Content Creator bei Cryptomonday tätig. Seit 2014 ist er aktiv im Krypto-Sektor unterwegs. Dass es dazu kam, hat er einer Vorlesung zu verdanken, in der über das disruptive Potenzial der Blockchain unterrichtet wurde. Seine Interessen umfassen die Technik und das breite Anwendungsgebiet der Technologie – nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für die Gesellschaft. Um den Zugang zu diesen komplexen Themen zu erleichtern, hat er selbst ein kleines Startup gegründet. Er beschäftigt sich mit der Verbreitung von BTC-Automaten in Deutschland und wirkte maßgeblich an Videos und Büchern mit.