Gefühlt jeder Investor wartet auf die Altcoin Season, also den Moment an dem Altcoins wie Ethereum, Ripple & Co. Bitcoin wieder outperformen können und massiv zulegen. Wie so oft sind die meisten auf der Suche nach Antworten und fragen sich, warum die Altcoins einfach nicht steigen wollen. Während Bitcoin den Krypto-Winter hinter sich lassen konnte, stecken viele Altcoins noch mitten drin und sind, wie beispielsweise Bitcoin Cash, fast 90% unter ihrem Allzeithoch. Wir sind für euch auf Antwortsuche gegangen. Eine der Theorien hat selbst uns überrascht.

Altcoin Season: Warum bleibt sie aus? Wird sie jemals wiederkommen?

Wer sich an das Ende von 2017 mit einem Lächeln erinnert, war wohl einer der Glücklichen, der in dieser Zeit große Gewinne durch Altcoins eingefahren hat. Denn im Jahr 2017 haben wir das erlebt, worauf viele in 2019 so sehnsüchtig warten: Die Altcoin Season. Ein Begriff aus der Krypto-Szene der sinnbildlich für ein Ende des Krypto-Winters steht und ähnlich wie 2017, den gesamten Markt, inklusive aller Altcoins, nach oben spült.

Dieser Effekt blieb in diesem Jahr allerdings aus und so sitzen viele Altcoin-Investoren noch auf schweren Taschen (Bags), die prall gefüllt mit Coins sind, die wohlmöglich nie wieder ihr Allzeithoch in USD oder BTC erreichen werden. Eine bittere Einschätzung, die scheinbar immer mehr zur Wahrheit wird. Der Markt hat sich gewandelt und so performen nur noch vereinzelte Altcoins, während die Nummer 1 aller Kryptowährungen einsam seine Kreise zieht.

Selbst Ethereum oder XRP konnten bei dieser Dynamik nicht mithalten und so konnte die Bitcoin Dominanz im Krypto-Markt bereits auf fast 70% zulegen. Ob es dennoch eine Altcoin Season geben kann schließen wir an der Stelle nicht aus, aber dass neue All-Time-Highs (ATH) erreicht werden können, bleibt aktuell mehr als fraglich. Doch was sind die Gründe für die aktuelle Entwicklung?

3 Theorien für das Ausbleiben der Altcoin Season

Wir haben 3 Theorien, die das aktuelle ausbleiben der Altcoin Season erklären könnten. Es ist wichtig zu wissen, dass dies sicher noch mehr als 3 Gründe haben könnte und man darüber auch sicherlich jede Menge schreiben kann. Wir haben uns „kurz“ gefasst und waren von einer der Theorien wirklich selbst überrascht.

Theorie 1: Ohne Bitcoin, wär hier gar nichts los…

Eine der langweiligsten, aber auch offensichtlichsten Theorien, ist die Rückführung auf „normale“ Marktzyklen, die es auch am Krypto-Markt gibt. Diese Stimmen begannen schon vor Monaten lauter zu werden, als sich abzeichnete, dass es aktuell wohl nur im Bitcoin geht. Chris Burniske diskutierte diese Theorie in einem seiner Twitter Threads.

In dem Thread wird sehr einleuchtend erklärt, dass Bitcoin einer der wichtigsten Liquiditäts-Provider ist und damit die Altcoins (gemessen in USD) am Nabel von Bitcoin hängen. Ein Zyklus in dem wir uns aktuell befinden und der wohl auch noch andauern könnte. Er nannte Ethereum als das einzige Projekt, was sich von Bitcoin einigermaßen loseisen kann.

Eine Altcoin Season muss seiner Meinung nach nicht ausbleiben, könnte sich aber auf nur wenige Coins beschränken, die dann von Whales nach oben getrieben werden.

Theorie 2: Altcoins haben einfach nicht geliefert

Eine weitere eher langweilige, aber ebenfalls einleuchtende Theorie, bezieht sich auf die Tatsache, dass viele der Preise aus Ende 2017 einfach überpreist waren und die Altcoins selbst in 2019 ihren Versprechungen und Erwartungen nicht standhalten konnten. Die meisten Altcoins haben also nach fast 2 Jahren Entwicklung eben immer noch nicht das geliefert, was sie 2017 versprochen haben. Viele der Wetten sind sogar komplett vor die Wand gefahren. Der Traum von X-Tausend Transaktionen pro Sekunde bei absoluter Dezentralisierung und keinen Gebühren ist und bleibt eben ein Traum und beschreibt ein sog. Trilema.

Eine weitere bittere Wahrheit für viele Investoren ist eben auch die Tatsache, dass wir alle diese Lösungen nicht zwingend brauchen. Am Ende wird es sicherlich mehr als 1 Kryptowährung und mehr als 1 Netzwerk geben bzw. mehr als 1 Smart Contract Plattform. Aber es braucht auch keine 1000 neuen Ideen und Protokolle, denn am Ende wird sich das durchsetzen, was am meisten genutzt wird und nicht zwingend das innovativste. Das einzige, was manche Projekte dann liefern ist Futter für die etablierteren Netzwerke.

In dieser Theorie sollte man auch nicht vergessen, dass manche Projekte wohl auch niemals liefern werden oder niemals genutzt werden.

Theorie 3: Binance und der Rückzug aus dem US-Markt

Die dritte Theorie hat es wirklich in sich, denn sie behauptet, dass der Rückzug von Binance aus dem US-Markt einer der jüngsten Gründe für das Ausbleiben der Altcoin Season ist.

Genau das beschreibt Cantering Clark in einem seiner Tweets. Er behauptet, dass die jüngste Bitcoin Dominanz nicht allein aus der Stärke von Bitcoin resultiert, sondern eben auch aus der Schwäche der Altcoins. Diese Schwäche begründet er dann allerdings in dem Rückzug von Binance aus dem US-Markt. Ein Rückzug der überraschend und sicherlich nicht freiwillig kam. Denn so muss Binance ab dem 12.09. den Zugang für US-Bürger auf seiner Hauptplattform verwehren.

Binance wäre nicht Binance, wenn sie nicht eine Lösung in der Schublade hätten, die sie mit Binance US nun angehen. Doch ob wirklich alle US-Investoren wechseln werden bleibt fraglich, zumal nur wenige Altcoins zum Start verfügbar sein sollen. Ein massiver Einbruch an Liquidität für Altcoins, da scheinbar  viele US-Investoren in BTC umgeschichtet haben oder den Markt vorerst komplett verlassen haben.

Ein Blick auf den Chart der Bitcoin Dominanz könnte diesen Eindruck bestätigen, denn seit Bekanntwerden des Binance US-Ausstiegs bzw. Neueinstiegs über Bianance.us, konnte die BTC Dominanz deutlich zulegen.

A Theory: Bitcoin Outperformed Altcoins Due to Binance US 1

Eine wilde Theorie, die aber mit Hinblick auf die enorme Altcoin Liquidität von Binance, vor allem aus den USA, auch Sinn macht und sich im Gegensatz zu vielen anderen Theorien auch auf harte Zahlen beruft.

Fazit

Es gibt viele weitere Theorien und Erklärungsansätze, warum Altcoins aktuell einfach nicht steigen wollen. Welche richtig und welche falsch sind ist an der Stelle fast egal, denn es gibt eben auch nicht immer eine Antwort auf alles. Vielleicht ist es auch das Ausbleiben der Whales bei den Altcoins oder das Ausbleiben einer echten FOMO-Welle wie 2017. Fakt ist Bitcoin ist aktuell das Maß aller Dinge, wir glauben jedoch auch, dass es bei den Altcoins noch deutliches Potential gibt. Wann sich dieses Potential entfaltet bleibt wissen wir nicht, das überlassen wir dann den Hellsehern.

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Bitcoin Kurs bei 12.000 USD – Was sind die Gründe und wie geht's weiter?

 

[Bildquelle: Shutterstock, Grayscale]
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Autor
Mirco ist Mitgründer und Product Owner von CryptoMonday. Er ist bereits seit vielen Jahren in der Blockchain & Crypto Szene aktiv und seit 2 Jahren auch in diesem Bereich beruflich tätig. Sein Schwerpunkt als Berater bei KI-decentralized liegt dabei in der Tokensierung von Assets, Tokenomics, Blockchain-based Business Models. In seiner Freizeit ist er im Namen des CryptoMonday in allen Städten Deutschlands als Speaker und Moderator aktiv.