Kann Bitcoin ein alternativer Wertspeicher in Krisenzeiten sein? Dieser Frage haben wir uns nun oft gestellt, die politischen Unruhen in Hongkong und die angespannte Lage um den argentinischen Peso schüren diese Frage erneut. Investoren suchen vermehrt eine Möglichkeit ihre Werte zu schützen, neben Gold und anderen Wertspeichern rückt auch der Bitcoin immer mehr den Vordergrund und das Interesse der Investoren steigt.

Argentinien und Hongkong in der Krise: Geld, Bitcoin und die Funktion des „Store of Value“

Normalerweise sollte Geld in Form der eigenen heimischen Währung als sicherer Wertspeicher dienen. Doch in Ländern, die von politischen Unruhen geplagt sind, schwindet dadurch oft das Vertrauen in die Regierung und somit auch in die heimische Währung. Folglich ist nicht selten ein alternativer Wertspeicher, der nicht direkt von der inländischen politischen Lage abhängt, gefragt.

Die beiden aktuellsten Beispiele dafür sind Argentinien und Hongkong. Dort suchen nicht nur Wohlhabende nach einer Möglichkeit, ihr Vermögen in Sicherheit zu bringen, sondern auch normale Bürger aus unterschiedlichen Gründen nach alternativen Bezahlmethoden. Bei dem Schrei nach Alternativen ist Bitcoin als Wertspeicher und Bezahlsystem nicht weit entfernt. Das wissen natürlich auch die Menschen in Argentinien und Hong Kong, die ihr Geld vermehrt in Bitcoin wechseln. Dies lässt den Preis für den digitalen Taler lokal in die Höhe schießen.

Während die Menschen in Hongkong gegen das umstrittene Auslieferungsgesetzes der Regierung protestieren, schreitet die Inflation des Hongkong-Dollar voran. Ähnliche Umstände herrschen in Argentinien, da nach dem Wahlschock die Staatswährung Peso um 30% gefallen ist. In beiden Ländern wird Bitcoin mit einem Aufschlag von mehr als 4% gegenüber internationalen Preisen gehandelt. Am Montag notierte Bitcoin bei 12.000 Dollar an einer lokalen Kryptowährungsbörse in Argentinien. Ein Aufschlag von mehr als 10% im Vergleich zu internationalen Bitcoin Handelsplätzen. Laut einem Bloomberg-Bericht ist der Wert des argentinischen Peso im Jahr 2019 gegenüber dem US-Dollar um 32% gesunken, was viele Argentinier dazu zwingt, ihre Peso gegen andere Wertspeicher zu tauschen.

Der Kampf um Anonymität

Doch nicht nur der fortschreitende Wertverlust der eigenen Währung ist es, der Leute dazu bewegt ihr Geld einzutauschen: Hongkong ist ein Stadtstaat in China, der größtenteils autonom und unabhängig von China regiert wird. Deshalb genießen die Menschen in Hong Kong mehr freiheitliche Rechte und das Leben gleicht mehr dem Leben im Westen, als dem in anderen chinesischen Großstädten. Beispielsweise dürfen die Hongkonger Bitcoin kaufen und es stehen insgesamt 39 Bitcoin ATMs in der Stadt, wohingegen das Gleiche in China verboten ist. Kein Wunder also, dass die chinesische Regierung versucht auf Hong Kong Einfluss zu nehmen und die dortige Politik in ihre Richtung zu lenken. Genau das ist der Hauptgegenstand der aktuellen politischen Unruhen in Hong Kong.

Auch wenn es wie aus einem schlechten Science Fiction Film klingt, ist die Überwachung der Zahlungsströme ein wichtiges Kontrollmittel der chinesischen Regierung, um die Menschen in Hongkong zu überwachen. Genau aus diesem Grund arbeitet die chinesische Regierung auch intensiv an einer eigenen Kryptowährung und steht offenbar kurz vor einem Durchbruch.

Einerseits aus Protest, andererseits aus Angst vor Verfolgung, lehnen es viele junge Menschen in Hongkong deshalb ab, ein Bezahlsystem namens „Octopus“ zu benutzen. Bitcoin bietet vielen ebenfalls bei diesem Problem eine willkommene Alternative.

Befeuern politische Unruhen den nächsten Bitcoin Bullrun?

Während im Dezember Bitcoin bereits wieder mehrfach dem Tode geweiht wurde, strafte zumindest der Kurs, seinen Skeptikern Lügen. Er stieg seitdem von 3.000 auf 13.800 USD. Viele Experten aus der Krypto-Welt ziehen die weltweiten politischen Turbulenzen heran, um den Preisanstieg von Bitcoin dieses Jahres zu erklären. Da sich sowohl die Situation in Argentinien als auch in Hong Kong nicht so schnell zu lösen scheint, bleibt abzuwarten, inwieweit sich die Unruhen im weiteren Preisverlauf widerspiegeln werden.

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