Stablecoins haben einen hohen Stellenwert und werden immer beliebter. Dies liegt daran, dass sie nicht so volatil sind wie Kryptowährungen. Doch sie haben noch einen weiteren Vorteil. Die Zahlungen erfolgen meist innerhalb von Sekunden, was sie somit zu einem beliebten Zahlungsmittel macht. Dort, wo das SWIFT-Zahlungssystem zu lange dauert, werden lieber Stablecoins eingesetzt, damit der Empfänger das Geld nach einem Wimpernschlag auf seinem Konto hat. Während in einigen Ländern wie Spanien bereits eine sekundenschnelle Überweisung möglich ist, hängt Deutschland wieder einmal hinterher und benötigt teilweise ganze zwei Tage dafür.

Stablecoins – der Wolf im Schafspelz?

Auch der internationale Währungsfonds hat Stablecoins für sich entdeckt. Allerdings sind Stablecoins nicht gerade mit einer weißen Weste ausgestattet – wie der IWF verlauten lässt. Denn die Nutzerdaten der Verbraucher sind in Gefahr. Dies liegt daran, dass vor allem große Tech-Konzerne Stablecoins anbieten können und somit eine Vormachtstellung am Markt einnehmen. Dies könnte dazu führen, dass die Privatsphäre der Nutzer in Gefahr wäre. Man denke an dieser Stelle an Projekte wie Facebooks Diem.

Weiterhin fürchtet der IWF auch, dass Stablecoins zum Geldwaschen oder sogar für Terrororganisationen genutzt werden könnten. Ein weiteren und weitaus bedeutsameren Nachteil sieht der IWF in der Gefahr für die Finanzstabilität:

Ist die Inflation hoch, kann es durchaus passieren, dass Nutzer auf die Token ausweichen und die Reformen der Geldpolitik dann im Nichts verschwinden würden. Doch auch die Seigniorage, also der Gewinn der Zentralbanken, könnnte deutlich geringer ausfallen, wenn sie Geld an Banken verleihen.

Ratingagentur Fitch warnt vor dem Wachstum der Stablecoins

Insbesondere Stablecoins, die nicht vollständig durch sichere Vermögenswerte gedeckt sind, stellen ein großes Risiko dar äußerte die Ratingagentur Fitch. Sie könnten eine Destabilisierung der kurzfristigen Kreditmärkte auslösen. Token hingegen, die vollständig durch sichere Vermögenswerte gedeckt sind, eher ein sehr geringes Risiko für die Finanzmärkte darstellen. Dies wäre beispielsweise der USD Coin (USDC). Dieser ist eins-zu-eins durch den US Dollar gedeckt und in Depots verwahrt.

Tether hingegen, der größte Stablecoin Emittent gab im März 2021 an, dass 26,2 % der Reserven aus Staatsanleihen, Reverse-Repo-Noten sowie Bargeld und Treuhandeinlagen bestehen. Wie Fitch betonte belaufen sich die Commercial Paper Bestände von Tether auf 50 % der Rücklagen. Was heißt, dass Die CP-Bestände „möglicherweise größer sind als die meisten Erstklassigen MMF (Geldmarktfonds) der Vereinigten Staaten und der EMEA“.

Stablecoin Diem der Anfang der strengen Regulierung?

Der Stablecoin Diem (vorher Libra), der von Facebook unterstützt wird, könnte dafür sorgen, dass Stablecoins die Aufmerksamkeit der Regulierungsbehörden auf sich ziehen. Diem hat einen Vorschlag gemacht, dass 20 Prozent der Reserven in Bargeld gehalten werden soll und 80 % in staatlichen Wertpapieren. Die Investition in Geldmarktfonds soll über Nacht geschehen und dann wiederum in kurzfristige Wertpapiere zu investieren. Allerdings könnte diese schnellen systemischen Projekte auch dazu führen, dass die Regulierungen der Token strenger werden.

Weiterhin geht Fitch davon aus, dass Unternehmen wie Tether oder ähnlichen Asset-Allokation nicht stabil bleiben kann. Insbesondere dann nicht, wenn sich dir kurzfristigen Kreditmargen signifikant ausweiten. Zudem widerspricht dies auch der Art und Weise, wie die Stablecoins vermarktet werden.

Auch der Eric Rosengren, der Präsident der Bostoner Zentralbank, äußert Bedenken über das exponentielle Wachstum vom Stablecoins und sagte:

Ich denke, wir müssen noch weitläufiger darüber nachdenken, was die kurzfristigen Kreditmärkte im Laufe der Zeit stören könnte, und sicherlich sind Stablecoins dabei ein Element.

Auch wenn Stablecoins immer beliebter werden, sollte doch jeder Investor über die Risiken nachdenken. Gerade dann, wenn die Token nicht durch sichere Vermögenswerte gedeckt sind. Dennoch ist an der Börse und bei den virtuellen Währungen immer eine Überraschung zu erwarten, was heißt, dass praktisch überall ein Wolf im Schafspelz stecken kann.

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Stephanie Hahn
Autor
Ich bin Stephie, wohne im schönen Andalusien und seit rund 5 Jahren bin ich von Kryptowährungen fasziniert. Dadurch, dass ich selbst investiere, bin ich natürlich immer bestens informiert, lasse mich aber nicht durch Emotionen leiten. Aber ich kann auch nicht abstreiten, dass ich risikobereit bin - muss man auch sein, bei solchen Geldanlagen. Ansonsten bin ich eine echte Leseratte, liebe das Meer und gute Musik.