Coinbase hat direkte Rupien-Zahlungswege freigeschaltet und bietet indischen Nutzern damit eine schnellere Möglichkeit, Geld auf die Börse und von dort abzusetzen. Ab dem 1. Juni können Kunden über den Immediate Payment Service (IMPS) Ein- und Auszahlungen in INR von lokalen Bankkonten vornehmen. Durch diese Änderung entfallen Drittanbieter-Apps oder Peer-to-Peer-Workarounds, auf die viele Händler nach früheren Widerständen seitens der Banken zurückgegriffen hatten.
Auf den Hilfeseiten von Coinbase für Indien heißt es, dass IMPS-Überweisungen sofort abgewickelt werden und für Ein- und Auszahlungen im Zusammenhang mit Spot-Handel, Perpetual Futures und Coinbase Advanced funktionieren. Nutzer können Bankkonten verknüpfen, INR-Guthaben auf der Plattform halten und mit wenigen Klicks in Kryptowährungen umtauschen oder diese abheben. Für viele Privatanleger dürfte sich diese Konfiguration viel mehr wie die Nutzung einer lokalen Börse anfühlen.
Spotmärkte, Perpetual Futures und lokale INR-Orderbücher
Neben den Bankverbindungen aktiviert Coinbase in Indien auch Spotmärkte und Perpetual Futures für wichtige Krypto-Assets. Das Unternehmen gibt an, dass indische Nutzer eine breite Palette an Coins auf einfachen und erweiterten Handelsoberflächen handeln können, die alle auf derselben Engine laufen wie die globale Börse. Aktivere Trader können Coinbase Advanced nutzen, das TradingView-Charts, WebSocket-Feeds und API-Zugriff nach institutionellen Standards bietet.
Coinbase leitet Trades jedoch nicht einfach in globale Orderbücher weiter. In seinen Materialien zum Start in Indien erklärt die Börse, dass sie spezielle INR-Orderbücher eingerichtet hat, damit Kunden direkt gegen lokale Rupien-Liquidität handeln können, während sie bei Bedarf weiterhin auf die globale Tiefe zurückgreifen können. Diese Konfiguration dürfte dazu beitragen, die Spreads bei INR-Paaren zu verringern und Slippage bei größeren Orders zu reduzieren, insbesondere während stark frequentierter globaler Handelssitzungen.
Compliance, Steuern und eine langfristige Wette auf Indien
Die Börse hat sich 2025 bei der indischen Financial Intelligence Unit (FIU-IND) registriert und gibt an, dass die neuen INR-Handelswege diesem Rahmenwerk vollständig entsprechen. In einer Erklärung gegenüber lokalen Medien sagte das Unternehmen: „Wir sind bei der FIU-IND registriert und halten alle Anforderungen des indischen Steuerrechts ein, denn wir sind auf lange Sicht hier.“
Mint berichtet, dass Coinbase Indiens Steuerregeln für virtuelle digitale Vermögenswerte unterstützt, einschließlich der Quellensteuer (TDS), wo dies erforderlich ist. Das Unternehmen weist außerdem darauf hin, dass Einzahlungen in INR kostenlos sind und die Handelsgebühren denen der großen lokalen Börsen entsprechen sollen. Da die INR-Handelswege in den kommenden Wochen mehr bestehende Nutzer erreichen werden, will Coinbase laut eigener Aussage die Inder an seine globale Börse binden, damit sie weltweite Liquidität nutzen können, während sie ihre Konten in ihrer Landeswährung aufladen.
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