„In verrückten Zeiten geschehen verrückte Dinge.“ – Diese Weisheit gilt wohl auch für die letzte Woche im Cryptomarkt. Egal ob Bitcoin, Ethereum, Ripple, Chainlink oder Tezos – alle Kryptowährungen mussten in den letzten Tagen massive Einbußen verzeichnen. In diesem Artikel wollen wir unseren Fokus auf den Ethereum Kurs legen. Dabei schauen wir jedoch nicht auf die letzten zwei Tage, sondern auf das Ende der letzten Woche. Genauer gesagt auf den Sonntag, den 08. März 2020.

Auch wenn zu diesem Zeitpunkt bereits die Mehrheit der Kryptowährungen mit Verlusten zu kämpfen hatte, krachte der Ethereum Kurs binnen weniger Stunden um 25 Prozent ein. Eine Analyse der Crypto-Researchfirma Santiment zeigt nun, dass Whales offensichtlich den ETH Preis manipulierten.

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Ethereum Kurs mit 25 Prozent Korrektur

Die Vorzeichen einer massiven Korrektur bei allen Kryptowährungen gab es schon seit geraumer Zeit. Während Andreas Antonopoulus sich bereits vor 2 Monaten zu einem Crash in Anbetracht einer globalen Panik an den Finanzmärkten äußerte, kämpften die ersten Kryptowährungen bereits zum Ende der letzten Woche mit starken Kursrückgängen. Ein Beispiel hierfür war der Ethereum Kurs:

Ethereum Kurs Blutbad in 36 Stunden

Innerhalb von 48 Stunden fiel der ETH Preis hierbei von anfangs 249 Dollar auf finale 192 Dollar. Ein Rückgang der einer Korrektur von rund 25 Prozent entspricht. Dabei gab es jedoch nicht nur Verlierer.

Profitieren konnten vor allem diejenigen, die auf Derivate-Plattformen wie BitMex auf fallende Kurse gesetzt hatten. Anders formuliert: wer den Ethereum Kurs mit einem satten Hebel shortete, konnte sich über massive Gewinne freuen. Folgt man den Daten von BitMex wurden alleine am 8. März ETH Long-Contracts in Höhe von 185 Millionen Dollar liquidiert.


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Ethereum Whales und die Manipulation des ETH Preis

Die folgenden Daten stammen vom Analyseteam der Firma Santiment. Diese untersuchten die größten Ethereum Adressen auf verdächtige Aktivitäten und Transaktionen im Zeitraum vom 03.03 bis zum 10.03. Dabei fiel ihnen auf, dass kurz vor dem Ethereum Kurs Einbruch gerade von diesen Adressen große Mengen an ETH auf Exchanges flossen. Dazu heißt es in einem Tweet vom 10.03:

Wir haben einen Blick auf das Verhalten der Ethereum und Chainlinks Whales geworfen und beobachtet, wie sie aktuell agieren. Im Falle von ETH konnten wir feststellen, dass Whales große Mengen an ETH auf Exchanges transferierten was unmittelbar zu einem Ethereum Kurs Einbruch führte.

An dieser Stelle muss man sich (immer und immer wieder) die Macht von Hebeltrading (engl. leverage trading) bewusst machen. Durch die Möglichkeit mit Hebeln von bis zu 125x zu handeln, können trotz des relativ geringen Einsatzes von Kapital enorm hohe Volumina bewegt werden.

Whale sichert sich 2,6 Millionen Dollar Profit durch Short-Position

Dabei kann eine koordinierte Aktion mit mehreren Sell-Orders mit einem Volumen von mehreren Millionen Dollar und einem hohen Hebel bereits ausreichend sein, um den Ethereum Kurs zu einer massiven Korrektur zu zwingen. Wie lukrativ dies für den jeweiligen Shorter sein kann, zeigt Santiment ebenso auf.

Dabei konnte eine Ethereum-Adresse binnen kürzester Zeit einen Profit in Höhe von fast 2,6 Millionen US-Dollar realisieren. Hierbei zeigt sich wieder, wie manipulierbar ETH und Co. tatsächlich sind und wie hoch der Einfluss von Whales nach wie vor ist.

Wer jedoch schon länger eine Investition in ETH plant, kann sich über solche Manipulationen insofern freuen, als dass ihm eine günstige Chance für den Einstieg geboten wird. In Anbetracht der aktuellen Situation am Markt gilt dies im Übrigen nicht nur für den Ethereum Kurs, sondern für alle größeren Kryptowährungen.

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[Bildquelle: Shutterstock]

Daniel Wenz
Autor
Daniel ist 24, hat einen Bachelor of Science als Wirtschaftsingenieur und ist als Content Creator bei Cryptomonday tätig. Seit 2014 ist er aktiv im Krypto-Sektor unterwegs. Das es dazu kam, hat er einer Vorlesung zu verdanken, in der über das disruptive Potenzial der Blockchain unterrichtet wurde. Seine Interessen umfassen die Technik und das breite Anwendungsgebiet der Technologie – nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für die Gesellschaft. Um den Zugang zu diesen komplexen Themen zu erleichtern, hat er selbst ein kleines Startup gegründet. Er beschäftigt sich mit der Verbreitung von BTC-Automaten in Deutschland und wirkte maßgeblich an Videos und Büchern mit.