Aktuell besteht kein Zweifel daran, dass der Bitcoin eine Abhängigkeit (Korrelation) zum US-Aktienmarkt aufweist. Die Bewegungen und Vitalität der größten Volkswirtschaft der Welt ist auch ein maßgeblicher Faktor für die Entwicklung des Bitcoin Kurs. Wie gefährlich kann die Schuldenfalle der USA und die hohe Haushaltsbelastung für Bitcoin werden?

In diesem Artikel wollen wir uns einen Überblick der aktuellen Situation in den USA verschaffen. Wie hoch sind die Schulden gemessen am BIP (engl. GDP) und welche Prognosen gibt es für die Zukunft?


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Bitcoin und die Schuldenfalle in den USA

Jede Privatperson weiß, dass Schulden nur in absoluten Ausnahmefällen aufgenommen werden sollten. Beispiele hierfür sind ein Kredit für den Bau eines eigenen Hauses oder die Finanzierung einer Unternehmung. Schulden für Konsum wie beispielsweise Auto, Elektronikgeräte oder einen Urlaub sollten hingegen dringlichst vermieden werden.

Die Aufnahme der Schulden sollte sich dabei immer an der eigenen finanziellen Stärke orientieren. So kann man als Privatperson beispielsweise das jährliche Nettoeinkommen verwenden und dies ins Verhältnis zur aufgenommenen Kreditsumme setzen.

Bei Staaten sind der gängige Prozess ähnlich aus. Die Verschuldung eines Staates wird nicht nur absolut, sondern vor allem in Relation zum Bruttoinlandsprodukt gemessen. Damit erhalten wir einen Prozentsatz, der angibt wie hoch das Verhältnis zwischen den Schulden und der Summe ist, die ein Staat im Verlaufe eines Jahr „produziert“.

Die USA sind nun auf dem Weg historische Höchststände zu erreichen und dabei im nächsten Jahr zum ersten Mal in der US-Geschichte eine Verschuldung von über 100% des GDPs (=BIP) zu erreichen.

USA Staatsverschuldung

Unter der Annahme, dass das bisherige Wachstum gleichermaßen fortgesetzt wird, wird sich der Schuldenberg in den USA in den nächsten Dekaden kontinuierlich fortsetzen.

Probleme bereiten hierbei unter anderem Ausgaben für die öffentliche Gesundheitsversorgung, aber auch Zinsen, die die USA zurückzahlen müssen.

Exkurs: Schulden in der Eurozone

Um die Dimension etwas besser einzuordnen, wollen wir einen kurzen Exkurs in die Eurozone wagen. In der nachfolgenden Grafik sehen wir die Zahlen für verschiedene EU-Länder sowie den europäischen Durchschnitt.

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Hier zeigt sich, dass auch in der EU viele Länder die Marke der 100% BIP Verschuldung überschreiten. Dazu gehören auch große Volkswirtschaften wie Italien, Frankreich oder Spanien. Der Durchschnitt der 27 EU-Länder liegt mit 79,5% noch unter dem Niveau der USA.

Wenn wir auf Deutschland blicken, sehen wir mit 61,3% einen deutlichen Unterschied zu den USA. Kommen wir nun aber zurück zu Bitcoin (BTC).


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Bitcoin kennt kein Schuldensystem

Zunächst müssen wir festhalten, dass eine hohe Schuldenlast die Flexibilität und den eigentlichen Handelsspielraum von Staaten massiv einschränkt. Eine ausufernde Schuldenlast gefährdet die Finanzstabilität.

Hierbei haben wir bereits den ersten Punkt. Wie wird sich Bitcoin verhalten, wenn die Schuldenlast in den USA immer weiter ansteigt? – Bereits in diesem Jahr haben wir gesehen, dass BTC am Höhepunkt der Corona-Auswirkungen deutlich unter den Bewegungen des US-Aktienmarktes gelitten hat.

Die Koppelung an dessen Entwicklung und die Stärke des US-Dollars ist nach wie vor gegeben. Wenn also nicht das Szenario einer Entkopplung eintrifft, könnte eine ausufernde Schuldenlast zur Gefahr werden.

Denn natürlich stellt sich bei hohen Schulden die Frage der Refinanzierung. So gibt es natürlich immer die Option Schulden zurückzuzahlen. Unter der Annahme einer mittelfristigen Zinserhöhung wird dies natürlich aber immer teurer und insofern schwieriger zu realisieren. Wie können die Schulden also refinanziert werden, wenn die Zinsen niedrig bleiben?

Höchstwahrscheinlich mit einer Folgefinanzierung, die wiederum neues Geld benötigt oder durch den Mantel einer Geldmengenerhöhung. Das Ergebnis heißt also Inflation.

Hier könnte nun eben das positive Szenario für Bitcoin eintreffen. Privatpersonen wie auch Unternehmen realisieren, dass es eine Alternative benötigt. Ein Geld, das nicht aus dem Nichts erschaffen werden kann und keine unbegrenzte Schuldenlast ermöglicht.

Wie ist deine Meinung hierzu? Stellt die Geld- und Haushaltspolitik der USA eine Gefahr für Bitcoin dar oder kann BTC von einer solchen Situation profitieren?

[Bildquelle: Shutterstock.com]
Daniel Wenz
Autor
Daniel ist 24, hat einen Bachelor of Science als Wirtschaftsingenieur und ist als Content Creator bei Cryptomonday tätig. Seit 2014 ist er aktiv im Krypto-Sektor unterwegs. Dass es dazu kam, hat er einer Vorlesung zu verdanken, in der über das disruptive Potenzial der Blockchain unterrichtet wurde. Seine Interessen umfassen die Technik und das breite Anwendungsgebiet der Technologie – nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für die Gesellschaft. Um den Zugang zu diesen komplexen Themen zu erleichtern, hat er selbst ein kleines Startup gegründet. Er beschäftigt sich mit der Verbreitung von BTC-Automaten in Deutschland und wirkte maßgeblich an Videos und Büchern mit.