Die Solana Foundation und Google Cloud haben Pay.sh eingeführt, ein neues Zahlungssystem für KI-Agenten, das auf der Solana-Blockchain läuft. Damit können Software-Agenten auf einfache Weise und nach Bedarf mit Stablecoins für Anwendungsprogrammierschnittstellen (APIs) bezahlen. Anstelle von monatlichen Abonnements zahlen die Agenten nur für die konkreten Aufrufe, die sie tätigen.
Pay.sh basiert auf dem x402-Protokoll, das von Coinbase entwickelt wurde, um Zahlungen zwischen Maschinen zu unterstützen. Mit dieser Lösung können KI-Agenten APIs finden, darauf zugreifen und dafür bezahlen, ohne für jeden Dienst ein Konto erstellen oder API-Schlüssel verwalten zu müssen. Das Ziel ist es, den KI-gesteuerten Handel stärker zu automatisieren und weniger von manuellen Abrechnungsprozessen abhängig zu machen.
So funktioniert Pay.sh für Entwickler und Agenten
Zunächst verknüpft ein KI-Agent eine Solana-Wallet, die sowohl als seine Identität als auch als Zahlungsmethode dient. Die Wallet kann in einem kurzen Einrichtungsprozess mit Stablecoins oder über eine Kreditkarten-Onramp aufgeladen werden. Sobald das Guthaben vorhanden ist, kann der Agent kostenpflichtige APIs aufrufen und jede Anfrage sofort on-chain abrechnen.
Pay.sh läuft als API-Proxy auf Google Cloud. Es sitzt zwischen KI-Agenten und Backend-Diensten wie Gemini, BigQuery, Vertex AI, Cloud Run und BigTable.
Der Proxy übernimmt die Authentifizierung und leitet jeden Aufruf an den richtigen Dienst weiter. Außerdem fügt er Preis- und Zahlungslogik mithilfe von x402 oder dem Machine Payments Protocol hinzu. Dieses Design ermöglicht es Anbietern, pro Anfrage abzurechnen, ohne separate Benutzerkonten oder manuelle Abrechnungssysteme verwalten zu müssen.
Zugriff auf Google Cloud und Community-APIs
Über Pay.sh können KI-Agenten einen einzigen Marktplatz nutzen. Er bietet Google Cloud-APIs wie Gemini, BigQuery und Vertex AI sowie über 50 Community-APIs.
Diese decken Kommunikation, E-Commerce, On-Chain-Daten, Zahlungen und andere Cloud-Tools ab. Agenten können Optionen vergleichen, Live-Preise einsehen und für jede Aufgabe den besten Endpunkt auswählen.
Entwickler können Pay.sh über eine Befehlszeilenschnittstelle und vertraute Tools für große Sprachmodelle nutzen. Die Unterstützung wichtiger LLM-Umgebungen erleichtert die Anbindung bestehender Agenten-Workflows an diese Zahlungsschicht und reduziert Reibungsverluste für Teams, die bereits mit KI arbeiten.
Befürworter sehen Pay.sh als einen Schritt in Richtung einer „Agentenwirtschaft“, in der sich KI-Agenten eher wie wirtschaftliche Akteure verhalten. Mit einer Wallet als Identität kann ein Agent in einem einzigen Workflow auf viele Dienste zugreifen, pro Anfrage geringe Beträge zahlen und mit weniger menschlicher Aufsicht arbeiten.
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