Michael Egorov, Gründer von Curve Finance, sagt, dass eine wachsende Welle „vermeidbarer“ DeFi-Exploits das Vertrauen in der gesamten Branche untergräbt. Er argumentiert, dass viele der jüngsten Vorfälle dasselbe Grundproblem haben: zentralisierte Single Points of Failure innerhalb von Systemen, die eigentlich dezentralisiert sein sollten.
In einem neuen Beitrag und Kommentaren, die über lokale Medien verbreitet wurden, nennt Egorov den Angriff auf die KelpDAO-rsETH-Bridge und die daraus resultierende Belastung für Aave als klare Beispiele. In diesen Fällen gaben verschiedene Teams an, dass die Systeme normal funktionierten, doch konnten Nutzer keine Gelder abheben – was seiner Meinung nach fragile Abhängigkeiten und unklare Verantwortlichkeiten offenbart.
Er betont, dass DeFi immer noch die Zukunft der globalen Finanzwelt sein kann, aber nur, wenn Projekte diese strukturellen Schwächen beheben, bevor der nächste Kapitalzufluss einsetzt. Andernfalls, so warnt er, führt jeder hochkarätige Hack dazu, dass Institutionen und Privatanwender bei der Zuweisung neuer Liquidität an On-Chain-Protokolle vorsichtiger werden.
Forderung nach einem gemeinsamen DeFi-Sicherheitsstandard
Egorov fordert ein einheitliches DeFi-Sicherheits-„Regelwerk“, das von der Branche und nicht von einem einzelnen Protokoll erstellt und gepflegt wird. Er möchte, dass Projektteams, Prüfungsgesellschaften und Risikogruppen konkrete Best-Practice-Konfigurationen austauschen, insbesondere in Bezug auf Oracles, Bridges, Multisigs und Admin-Rollen.
Er schlägt vor, dass Ethereum- und Solana-nahe Stiftungen dabei helfen könnten, diese Arbeit zu koordinieren, indem sie Akteure des Ökosystems zusammenbringen und sich auf Grundprinzipien für die Erstellung und Überprüfung sicherer Verträge einigen. Seiner Ansicht nach würde dies unabhängige Audits nicht ersetzen, aber es würde Entwicklern eine gemeinsame Checkliste an die Hand geben und die Wahrscheinlichkeit verringern, dass sich Fehler der Vergangenheit wiederholen.
Der Vorstoß kommt zu einer Zeit, in der die Verluste im DeFi-Bereich im Jahr 2026 weiter steigen. Eine Untersuchung ergab, dass Protokolle in den ersten Monaten des Jahres mehr als 750 Millionen Dollar durch Exploits verloren haben, wobei Fehler bei Brücken und der Schlüsselverwaltung den größten Schaden angerichtet haben. Egorov sagt, ein gemeinsamer Standard sollte sich zunächst darauf konzentrieren, Single Points of Failure in diesen Komponenten zu beseitigen.
Steigende Hack-Zahlen erhöhen die Dringlichkeit
Datenanbieter berichten, dass Hacker allein im ersten Quartal etwa 169 Millionen Dollar aus 34 DeFi-Protokollen gestohlen haben, auch wenn die Gesamtzahlen unter dem extremen Höchststand des letzten Jahres liegen. Die besorgniserregendere Entwicklung ist das Ausmaß einzelner Angriffe, wie zum Beispiel der 292 -Millionen-Dollar-Exploit der KelpDAO-Bridge und ein 285-Millionen-Dollar-Schaden beim Drift Protocol.
Sicherheitsforscher stellen fest, dass diese Vorfälle oft mit der Kompromittierung privater Schlüssel, Fehlern in der Bridge-Logik oder schwachen Governance-Schutzmaßnahmen bei Upgrades zusammenhängen.