Die stellvertretende Vorsitzende der britischen Liberaldemokraten, Daisy Cooper, hat die Finanzaufsichtsbehörde (FCA) gebeten, Nigel Farages Rolle bei einem 2-Millionen-Pfund-Bitcoin-Deal zu untersuchen. Farage trat in einem Video auf, in dem für einen großen Bitcoin-Kauf durch Stack BTC geworben wurde, ein britisches Krypto-Unternehmen, an dem er auch Anteilseigner ist.
Stack kaufte Bitcoin im Wert von rund 2 Millionen Pfund, etwa 37 BTC, und veröffentlichte anschließend ein Video mit Farage und dem ehemaligen Finanzminister Kwasi Kwarteng. Farage hat über seine Firma etwa 215.000 Pfund in Stack investiert, was ihm einen Anteil von knapp über 6 % einbringt. Kritiker argumentieren, dass die Werbung für das Geschäft bei gleichzeitiger Beteiligung an dem Unternehmen ernsthafte Bedenken hinsichtlich eines Interessenkonflikts aufwirft.
Ein Sprecher von Reform UK sagt, Farage habe die Bitcoin im Namen von Stack gekauft, nicht für sich selbst. Die Labour-Partei hat sein Engagement jedoch als „Versuch, sich die Taschen zu füllen“ bezeichnet.
Vorwurf des „Trump-Playbooks“ und Beschwerde bei der FCA
In ihrem Brief wirft Cooper Farage vor, einem „Donald-Trump-Playbook“ zu folgen, indem er die Werbung für Kryptowährungen nutzt, um seine eigenen finanziellen Interessen zu bedienen. Sie warnt, dass er „Menschen zu seinem eigenen Vorteil in risikoreiche Geschäfte locken“ könnte, und verweist dabei auf Trumps Befürwortung kryptofreundlicher Botschaften in den USA.
Cooper drängt die FCA, zu prüfen, ob Farages Verhalten Marktmissbrauch oder einen Interessenkonflikt darstellen könnte. Sie argumentiert, dass Politiker die Finanzmärkte nicht „wie ein persönliches Sparschwein“ behandeln dürfen. Die Beschwerde fügt sich auch in eine größere Debatte über Kryptowährungen in der britischen Politik ein.
Ein Sprecher der FCA sagte, die Aufsichtsbehörde werde Coopers Schreiben prüfen und direkt darauf antworten. Die Behörde hat noch keine formelle Untersuchung angekündigt, aber jede Untersuchung könnte sich damit befassen, wie das Video vermarktet wurde und an wen es sich richtete.
Farages umfassender Krypto-Vorstoß und politische Verbindungen
Farage hat sich in den letzten zwei Jahren als Verfechter von Krypto-Wählern und -Investoren positioniert. Er hat auf Bitcoin-Konferenzen gesprochen, sich für niedrigere Steuern auf digitale Vermögenswerte eingesetzt und gefordert, dass Großbritannien eine staatliche Bitcoin-Reserve aufbaut.
Das „Trump-nahe“ Krypto-Netzwerk Byline Times berichtete, dass er Zahlungen von David Bailey erhalten habe, einem US-amerikanischen Bitcoin-Befürworter, der gemeinsam mit dem ehemaligen Wahlkampfleiter von Trump, Paul Manafort, an der Bitcoin-Politik gearbeitet habe. Zu dieser Arbeit gehörte das Lobbying für eine US-amerikanische „Strategische Bitcoin-Reserve“, ein Konzept, das Farage später in seinen Reden aufgriff.
Reform UK sah sich zudem Fragen zu Krypto-bezogenen Spenden und Finanzierungswegen gegenüber. Frühere Berichte deuteten darauf hin, dass die Partei Krypto-Spenden in Bargeld umwandelte, bevor sie auf offiziellen Konten landeten, wodurch Spender schwerer nachzuverfolgen waren.
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