Südkoreas oberste Finanzaufsichtsbehörde hat Dunamu aufgefordert, seine Angaben zu einem geplanten Aktientausch mit Naver Financial zu korrigieren, da in der Meldung wichtige Fakten für Investoren fehlten. Die Anordnung sorgt für neue Aufmerksamkeit bei einer der am meisten beachteten Fintech- und Krypto-Kooperationen des Landes.
FSS bemängelt „ausgelassene“ Informationen in Dunamus Meldung
Laut einer Mitteilung auf der Website von Dunamu hat die Finanzaufsichtsbehörde (FSS) den „Bericht über wesentliche Fakten“ des Unternehmens geprüft, der dessen Entscheidung zum Aktientausch und zur Übertragung mit Naver Financial betrifft. Nach dieser Prüfung erklärte die FSS, sie habe in Teilen der Offenlegung „wesentliche Auslassungen oder falsche Angaben“ festgestellt.
Die Aufsichtsbehörden gaben an, dass sich die fehlenden oder ungenauen Angaben auf Dunamus Umstrukturierungsplan und Informationen beziehen, die Investitionsentscheidungen beeinflussen könnten. Auf dieser Grundlage erließ die FSS eine Korrekturanordnung und warnte, dass sich der Inhalt des Berichts über wesentliche Fakten ändern könnte, sobald Dunamu die Meldung überarbeitet.
Die FSS forderte Anleger zudem auf, bei Entscheidungen auf der Grundlage der aktuellen Version der Offenlegung Vorsicht walten zu lassen. Diese Warnung deutet darauf hin, dass die Aufsichtsbehörde die Lücken als so gravierend ansieht, dass sie die Bewertung des Deals durch Aktionäre und Vertragspartner beeinflussen könnten.
Einblick in den Aktientausch zwischen Dunamu und Naver Financial
Dunamu, Betreiber von Südkoreas größter Krypto-Börse Upbit, hat einem umfassenden Aktientausch mit Naver Financial, dem Fintech-Zweig des Internetgiganten Naver, zugestimmt. Im Rahmen der Vereinbarung wird Naver Financial zu 100-prozentiger Muttergesellschaft von Dunamu, und Dunamu wird als Tochtergesellschaft der zweiten Ebene unter der Naver Corporation geführt.
Bei einem Umtauschverhältnis von 1 zu 2,5422618 erhalten Dunamu-Aktionäre für jede Dunamu-Aktie, die sie besitzen, etwa 2,54 Naver Financial-Aktien. Die Unternehmen haben kürzlich den Abschlusstermin vom 30. Juni auf den 30. September verschoben und auch damit verbundene Meilensteine wie den Stichtag für die Aktionäre, die Abstimmung und die Frist für die Ausübung von Bewertungsrechten um etwa drei Monate nach hinten verlegt.
Die behördlichen Genehmigungen bleiben eine wichtige Variable. Naver hat erklärt, dass die Änderungen im Zeitplan das Tempo der behördlichen Prüfungen, der Überprüfungen der Unternehmenszusammenschlüsse und der allgemeinen Regelsetzung rund um Südkoreas geplantes „Digital Asset Basic Act“ widerspiegeln. Das Gesetz soll die Aufsicht über Krypto-Unternehmen verschärfen und könnte Einfluss darauf haben, wie große Plattformen die Eigentumsverhältnisse von Börsen wie Upbit strukturieren.
Die Korrekturanordnung der FSS hebt den Aktientausch weder auf noch setzt sie ihn aus, zwingt Dunamu jedoch dazu, wichtige Details neu zu formulieren, bevor die Transaktion fortgesetzt werden kann.
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