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EU erwägt vollständiges Verbot von Kryptotransaktionen mit russischen Unternehmen

Joseph Alalade
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Joseph Alalade
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Joseph ist Content-Autor und Redakteur, der seit über sechs Jahren aktiv in der Krypto-Branche tätig ist. Er liebt es, andere über Web3 zu informieren und berichtet über Neuigkeiten, regulatorische Entwicklungen und spannende Geschichten.
Aktualisiert: 17. February 2026

Wichtige Punkte:

  • Die Kommission schlägt ein EU-weites Verbot von Krypto-Transfers vor, an denen in Russland ansässige Unternehmen beteiligt sind.
  • Der Vorschlag ist eine Reaktion auf die Umfirmierung sanktionierter Anbieter und das Wachstum der Stablecoin A7A5.
  • TRM schätzt, dass A7A5 im Jahr 2025 etwa 70 Milliarden US-Dollar an sanktionsrelevanten Transaktionen abgewickelt hat.
  • Experten sagen, dass das Verbot die Kosten für Umgehungen erhöht, diese aber nicht ganz verhindern kann.

Die Europäische Kommission arbeitet an einem Vorschlag, der alle Kryptowährungstransaktionen zwischen Unternehmen mit Sitz in der EU und russischen Partnern verbieten würde. Dies ist eine der bislang umfangreichsten Maßnahmen der Union, um digitale Kanäle zu schließen, die zur Umgehung von Sanktionen genutzt werden.

Laut internen Dokumenten, die von der Financial Times geprüft wurden, erwägen die Beamten eine pauschale Beschränkung, die Krypto-Asset-Transfers unter Einbeziehung russischer Infrastruktur verbieten würde, anstatt weiterhin bestimmte Börsen oder Dienstleister auf die schwarze Liste zu setzen. Der Vorschlag muss noch von allen 27 EU-Mitgliedstaaten einstimmig gebilligt werden, bevor er in Kraft treten kann.

Diese Änderung spiegelt die wachsende Besorgnis der europäischen Regulierungsbehörden wider, dass sanktionierte Akteure sich schnell anpassen, unter neuen Namen wiedereröffnen oder ihre Aktivitäten nach Durchsetzungsmaßnahmen auf alternative Plattformen verlagern. Die Schließung der mit Russland verbundenen Börse Garantex und das anschließende Auftauchen von Nachfolgeunternehmen haben die Befürchtungen verstärkt, dass gezielte Verbote allein nicht ausreichen, um illegale Finanzströme zu unterbinden.

Stablecoins und mit Russland verbundene Netzwerke geraten unter Beobachtung

Die europäischen Behörden konzentrieren sich zunehmend auf Krypto-Netzwerke und Stablecoins, die mit dem russischen Finanzökosystem verbunden sind. Das Blockchain-Analyseunternehmen TRM Labs berichtete, dass die an den Rubel gekoppelte Stablecoin A7A5 und das damit verbundene Netzwerk im Jahr 2025 Transaktionen im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar im Zusammenhang mit sanktionierten Unternehmen ermöglicht haben. Das breitere A7-Ökosystem hat laut der Analyse des Unternehmens allein im Januar 2026 Transfers im Wert von mehr als 100 Milliarden US-Dollar abgewickelt.

Ari Redbord, Leiter der globalen Politikabteilung von TRM Labs, beschrieb das System als eine groß angelegte Infrastruktur, die Sanktionsumgehungen, Ransomware-Aktivitäten und illegale Marktplätze unterstützt. Die Regulierungsbehörden sehen diese Netzwerke als schwer zu stören an, da sie über verschiedene Gerichtsbarkeiten hinweg operieren und auf einer dezentralen Infrastruktur basieren.

Der Vorschlag der Kommission würde die Durchsetzung über bestimmte Plattformen hinaus auf alle Kryptotransaktionen ausweiten, die von in Russland ansässigen Dienstleistern oder Blockchain-Infrastrukturen stammen, was möglicherweise zu erhöhten Compliance-Verpflichtungen für Börsen, Verwahrstellen und Finanzintermediäre führen würde, die innerhalb der EU tätig sind.

Herausforderungen bei der Durchsetzung und Auswirkungen auf den Markt

Analysten warnen, dass selbst weitreichende Beschränkungen die Umgehung von Sanktionen möglicherweise nicht vollständig verhindern können. Unternehmen und Einzelpersonen können Transaktionen über Zwischenhändler, Offshore-Broker oder Briefkastenfirmen in Drittländern abwickeln, was die Durchsetzung erschwert.

Das Blockchain-Analyseunternehmen Elliptic stellt fest, dass die EU seit 2022 die Sanktionen im Zusammenhang mit Kryptowährungen verschärft und den Zugang für russische Staatsangehörige und Unternehmen eingeschränkt hat. Die Durchsetzung bleibt jedoch uneinheitlich, insbesondere wenn Transaktionen über ausländische Plattformen abgewickelt werden.

Der Vorschlag könnte die Compliance-Kosten für europäische Krypto-Dienstleister erhöhen und einige Handelsaktivitäten in Länder außerhalb der EU-Aufsicht verlagern. Gleichzeitig könnte das transparente Ledger der Blockchain Ermittlern helfen, verdächtige Geldflüsse zu identifizieren, und den Regulierungsbehörden ein zusätzliches Durchsetzungsinstrument an die Hand geben, da geopolitische Spannungen die Märkte für digitale Vermögenswerte weiterhin verändern.

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Joseph Alalade
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Joseph ist Content-Autor und Redakteur, der seit über sechs Jahren aktiv in der Krypto-Branche tätig ist. Er liebt es, andere über Web3 zu informieren und berichtet über Neuigkeiten, regulatorische Entwicklungen und spannende Geschichten.