Die Krypto-Branche führt strengere Sicherheitsmaßnahmen ein, nachdem die Angriffe auf Besitzer digitaler Vermögenswerte im letzten Jahr sprunghaft angestiegen sind. Neue Untersuchungen zeigen, dass bestimmte Arten von Krypto-Diebstählen im Jahresvergleich um etwa 75 Prozent zugenommen haben – und das, obwohl sich die Preise erholt haben und mehr Institutionen in den Markt eingestiegen sind. Dieser Anstieg traf zentralisierte Börsen, DeFi-Protokolle und einzelne Nutzer, die ihre Gelder in selbstverwalteten Wallets aufbewahren.
Angreifer stehlen mehr und wenden intelligentere Techniken an, warnen Sicherheitsfirmen. Mehrstufige Hacks nehmen zu, bei denen Exploits von Smart Contracts, API-Missbrauch und Social Engineering in einer Kampagne kombiniert werden, wie Berichte zeigen. Unterdessen gehen Betrüger über den einfachen Passwortdiebstahl hinaus und wenden Methoden wie SIM-Swaps, Deepfake-gestützte Anrufe und KI-generierte Phishing-E-Mails an, die von echten E-Mails kaum zu unterscheiden sind.
Neue Schutzmaßnahmen für institutionelle und private Nutzer
Die großen Verwahrstellen und Handelsplattformen reagieren darauf, indem sie Schlüssel und Transaktionen besser schützen. Viele stellen auf Multi-Party-Computation (MPC) um, sodass kein einzelnes Gerät jemals einen vollständigen privaten Schlüssel besitzt, und sie führen mehrstufige Genehmigungen für große Abhebungen ein. Außerdem entwickeln sie Policy-Engines, die den Zugriff auf gefährliche Ziele verbieten, ungewöhnliche Aktivitäten melden und zusätzliche Überprüfungen verlangen, wenn eine Transaktion nicht den Standardmustern entspricht.
Börsen und Wallet-Anbieter erhöhen ebenfalls die Sicherheit für Nutzer. Sicherheitsexperten empfehlen Hardware-Sicherheitsschlüssel, phishing-resistente Zwei-Faktor-Authentifizierung und Whitelists, die einschränken, wohin Nutzer Gelder senden können. Einige Firmen überwachen nun On-Chain- und Off-Chain-Aktivitäten in Echtzeit, suchen nach gestohlenen Vermögenswerten, sanktionierten Adressen oder Mixing-Mustern und sperren Aktivitäten, sobald sie eine Übereinstimmung entdecken.
Wachsende Besorgnis über physische und zukünftige Bedrohungen
Nicht alle Bedrohungen lauern hinter einer Tastatur. Die Zahl der sogenannten „Wrench-Angriffe“, bei denen Kriminelle Drohungen oder Gewalt anwenden, um Opfer zur Herausgabe von Kryptowährungen zu zwingen, stieg laut einer aktuellen Studie im Jahr 2025 um etwa 75 Prozent. Diese Fälle zielen oft auf bekannte Trader, Influencer und Geschäftsinhaber ab, die öffentlich über ihre Bestände sprechen. Das hat dazu geführt, dass immer mehr Menschen ihre Guthaben verstecken, die Speicherung aufteilen und auf zeitgesteuerte oder Multi-Sig-Wallets setzen, die sich nicht so einfach auf Abruf leeren lassen.
Die Branche blickt zudem auf Quantenrisiken. TechGaged und andere Forscher sagen, dass Kryptowährungen im Wert von mehr als 2,5 Billionen Dollar auf Blockchains liegen, die noch keinen vollständigen Schutz vor leistungsstarken zukünftigen Quantencomputern bieten. Nur eine Minderheit der großen Netzwerke, darunter Ethereum, Solana und einige andere, testet aktiv quantenresistente Upgrades, und kein Netzwerk hat diese bisher vollständig implementiert.
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