Kambodscha hat ein umfassendes neues Gesetz gegen Cyberkriminalität verabschiedet, das mit bisher beispiellos strengen Strafen gegen die boomende Online-Betrugsindustrie des Landes vorgeht. Laut den Gesetzgebern ist das Gesetz eine direkte Reaktion auf die weltweite Kritik an brutalen Betrugslagern, die Kambodscha zu einem regionalen Zentrum für Cyberkriminalität gemacht haben.
Harte Strafen für Betrüger
Der erste gesetzliche Rahmen in Kambodscha, der sich ausschließlich auf technologischen Betrug und Betrugszentren konzentriert, ist das neue Gesetz zur Bekämpfung von Online-Betrug. Der Gesetzentwurf erhielt ungewöhnlich einstimmige Unterstützung im Parlament, als alle 112 Mitglieder der Nationalversammlung dafür stimmten.
Wer Internetbetrugszentren betreibt, muss mit Geldstrafen von bis zu 1 Milliarde Riel (etwa 250.000 US-Dollar) und fünf bis zehn Jahren Haft rechnen. Wenn die Aktivitäten Körperverletzung, Folter, Freiheitsberaubung, Menschenhandel oder Zwangsarbeit beinhalten, steigen die Strafen auf zehn bis zwanzig Jahre Haft und die Geldstrafen können bis zu zwei Milliarden Riel betragen.
Weniger geschickte Betrüger im Internet können mit Geldstrafen von bis zu 500 Millionen Riel (ca. 125.000 US-Dollar) und zwei bis fünf Jahren Haft bestraft werden. Führt ein Betrug zum Tod einer Person, drohen den Tätern schwerere Strafen, wie bis zu 30 Jahre oder lebenslange Haft.
Regierung will Betrugszentren zerschlagen
Das Gesetz folgt einer Zusage der Regierung von Premierminister Hun Manet, bis Ende April alle Online-Betrugszentren in Kambodscha zu schließen. Laut Behördenangaben wurden seit Beginn einer groß angelegten Razzia Mitte 2025 bereits etwa 80 Prozent der identifizierten Betrugsstandorte geschlossen.
Die Behörden haben mindestens 250 Websites entdeckt, die mit Internetbetrug in Verbindung stehen; viele davon befinden sich in bewachten Wohnanlagen und Casinos. Menschenrechtsorganisationen und ausländische Regierungen berichten von weit verbreiteten Missbräuchen in diesen Einrichtungen, darunter Zwangsarbeit, Freiheitsentzug und Folter von aus ganz Asien verschleppten Arbeitskräften.
Koeut Rith, der stellvertretende Premierminister und Justizminister, warnte die Abgeordneten, dass Internetbetrug die öffentliche Sicherheit gefährde und Kambodschas Ansehen im Ausland ernsthaft schade. Er sagte, das neue Gesetz gebe Polizei und Staatsanwaltschaft mehr Befugnisse, um komplexe grenzüberschreitende Betrugsnetzwerke zu stoppen, zu untersuchen und aufzulösen.
Angesichts der Anwerbung, des Menschenhandels und der Zwangsarbeit ihrer Bürger in Betrugszentren haben Länder wie China, die USA, Großbritannien und Nachbarländer Druck auf Phnom Penh ausgeübt, Maßnahmen zu ergreifen.
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