Der in Chicago ansässige Krypto-Kreditgeber und Handelsunternehmen BlockFills hat nach wochenlangem zunehmendem Druck Insolvenz nach Chapter 11 angemeldet. Am 16. März reichten die Muttergesellschaft Reliz Ltd. und mehrere Tochtergesellschaften einen Antrag beim US-Insolvenzgericht für den Bezirk Delaware ein.
Für die Nutzer bedeutet das, dass BlockFills nun versuchen wird, sich unter gerichtlicher Aufsicht zu sanieren, anstatt von heute auf morgen zu schließen. Aber Kunden, bei denen Ein- und Auszahlungen bereits im Februar gestoppt wurden, wissen immer noch nicht, wie viel sie zurückbekommen werden.
Von eingefrorenen Auszahlungen bis zur Insolvenzanmeldung
BlockFills hatte im Februar zunächst Ein- und Auszahlungen von Kunden ausgesetzt und dies mit „Liquiditätsproblemen“ sowie Gesprächen mit Investoren und Gläubigern begründet. Dieser Schritt ließ die Alarmglocken läuten, da sich das Unternehmen als Liquiditätsanbieter für mehr als 2.000 institutionelle Kunden in über 95 Ländern vermarktete.
Kurz darauf verklagte der Großgläubiger Dominion Capital BlockFills in New York und warf dem Unternehmen den Missbrauch von Kundenvermögen vor. Ein Bundesrichter ordnete die Einfrierung von 70,6 Bitcoin im Zusammenhang mit dem Rechtsstreit an und wies das Unternehmen an, Kundengelder von den Unternehmensmitteln zu trennen.
In seinen Unterlagen zum Chapter-11-Antrag gab BlockFills geschätzte Vermögenswerte zwischen 50 und 100 Millionen Dollar an. Die geschätzten Verbindlichkeiten sind deutlich höher, zwischen 100 und 500 Millionen Dollar, was ein großes Loch in der Bilanz hinterlässt.
Dominion sagt, BlockFills habe in Gesprächen im Februar zugegeben, dass Kunden- und Unternehmensvermögen in einer Bilanz zusammengefasst wurden. Diese Vermischung habe bis Ende 2025 angeblich ein Defizit von etwa 77 Millionen Dollar verursacht, das teilweise mit Mining und anderen riskanten Investitionen zusammenhänge.
Wie BlockFills die Umstrukturierung darstellt
In einer Erklärung bezeichnete BlockFills das Chapter-11-Verfahren nach Gesprächen mit Investoren, Kunden und Gläubigern als „den verantwortungsvollsten Weg“. Das Unternehmen gibt an, dass es plant, den Betrieb zu stabilisieren, neue Liquidität zu beschaffen und strategische Deals zu prüfen, während das Gericht den Prozess überwacht.
BlockFills hat Restrukturierungsberater von BRG und Anwälte von Katten Muchin Rosenman beauftragt, um den Prozess zu begleiten. Das Unternehmen betont, dass der Schutz der Kundeninteressen seine „oberste Priorität“ sei, hat aber noch keine Rückzahlungsspanne oder einen Zeitplan genannt
Der Zusammenbruch von BlockFills reiht sich ein in eine lange Liste gescheiterter Krypto-Kreditgeber, die während der Hausse schnell gewachsen sind und dann unter dem Druck zusammengebrochen sind. Der Fall könnte Einfluss darauf haben, wie Gerichte in künftigen Insolvenzen mit vermischten Krypto-Vermögenswerten und ungesicherten Gläubigern umgehen.
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