Laut mehreren Quellen sollen HSBC und Standard Chartered zu den ersten registrierten Stablecoin-Emittenten in Hongkong gehören. Die Hong Kong Monetary Authority (HKMA) will Organisationen, die schon Banknoten in der Stadt ausgeben dürfen, den Vorzug geben.
Die Genehmigungen sollen Teil der ersten Gruppe von Stablecoin-Lizenzen sein, die Hongkong bis Ende März vergeben will. Die Behörden haben etwa 36 Anträge bekommen, wollen aber am Anfang nur eine kleine Anzahl von Lizenzen vergeben.
Weder HSBC noch Standard Chartered haben ihre Auswahl öffentlich bestätigt, und die HKMA hat sich geweigert, zu Marktgerüchten Stellung zu nehmen. Trotzdem sehen lokale Medien und Marktanalysten die beiden Banken als Favoriten.
So funktioniert das Stablecoin-System in Hongkong
Im Jahr 2024 hat der Legislativrat eine Maßnahme beschlossen, die den Weg für Hongkongs Stablecoin ebnete. Das Gesetz trat im August 2025 in Kraft. Gemäß dieser Regelung muss jeder in Hongkong, der an Fiat-Währungen gebundene Stablecoins, insbesondere solche, die an den Hongkong-Dollar gekoppelt sind, ausgibt, eine Lizenz von der HKMA einholen.
Lizenzierte Emittenten müssen strenge Vorschriften in Bezug auf Reserven, Offenlegung und Rücknahme befolgen, um sicherzustellen, dass ihre Token ordnungsgemäß gedeckt und zum Nennwert rücknehmbar sind. Die HKMA hat außerdem eine Sandbox eingerichtet, in der potenzielle Emittenten ihre Geschäftsstrategien und die Einhaltung der Vorschriften testen können, bevor sie eine vollständige Genehmigung erhalten.
Die Hongkonger Niederlassung von Standard Chartered hat sich dieser Sandbox mit einem Joint Venture angeschlossen, zu dem auch Animoca Brands und das Telekommunikationsunternehmen HKT gehören, um eine Lizenz für eine durch HKD gedeckte Stablecoin zu beantragen. Die Regulierungsbehörden haben HSBC nicht in die Sandbox aufgenommen, sehen das Unternehmen aber aufgrund seiner Größe und seiner Rolle im Währungssystem Hongkongs weiterhin als einen der führenden Kandidaten an.
Warum die Regulierungsbehörden von Banken geführte Stablecoins bevorzugen
Die Regulierungsbehörden sehen große Banken als sicherere Emittenten an, weil sie schon unter strengen Kapital-, Liquiditäts- und Risikovorschriften arbeiten. Indem sie die Notenbanken in den Mittelpunkt der ersten Genehmigungen stellt, hofft die HKMA, den neuen Stablecoin-Markt in vertrauten Institutionen zu verankern.
Analysten sagen, dass dieser Ansatz das Vertrauen sowohl von Privatkunden als auch von Unternehmenskunden stärken könnte, die digitale Token wollen, die sich wie Bargeld verhalten, aber innerhalb eines regulierten Rahmens liegen. Außerdem macht es es der HKMA einfacher, die Reserven zu überwachen und bei Problemen einzugreifen.
Analysten tippen weitgehend auf das lokale Krypto-Unternehmen OSL als frühen Lizenznehmer neben den Banken, wodurch das Regime eine Mischung aus traditioneller Finanzkompetenz und nativer Expertise im Bereich digitaler Vermögenswerte erhält. Diese Paarung könnte dazu beitragen, bankgestützte Stablecoins mit Handelsplätzen, Verwahrungsplattformen und DeFi-Integrationen zu verbinden.
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