Morgan Stanley hat damit begonnen, den Handel mit Kryptowährungen auf seiner E*Trade-Plattform einzuführen – und das zu niedrigeren Gebühren als viele Konkurrenten. Die Bank erhebt eine Gebühr von 0,50 % auf den Dollarwert jedes Krypto-Handelsgeschäfts. Dieser Preis liegt unter dem großer US-amerikanischer Plattformen wie Coinbase, Robinhood und Charles Schwab.
Im Laufe dieses Jahres werden alle 8,6 Millionen E*Trade-Kunden Zugang zu dem Dienst haben, der sich derzeit in der Pilotphase befindet. Dank einer Zusammenarbeit mit dem Digital-Asset-Infrastrukturunternehmen Zerohash können E*Trade-Kunden Bitcoin, Ether und Solana direkt über ihre Brokerkonten handeln. Laut Morgan Stanley erwarten die Kunden, Kryptowährungen in einer einzigen Benutzeroberfläche zusammen mit Aktien, Optionen und ETFs zu sehen.
So funktioniert der Krypto-Handel bei E*Trade
Morgan Stanley plant, den Kryptohandel als voll integrierte Funktion bei E*Trade anzubieten, nicht als separate App. Nutzer sehen digitale Vermögenswerte im selben Dashboard wie ihre traditionellen Bestände, während Zerohash die Liquidität, Verwahrung und Transaktionsabwicklung für unterstützte Coins übernimmt.
Zum Start wird sich der Service auf drei Large-Cap-Assets konzentrieren: Bitcoin, Ether und Solana. Diese Coins bilden bereits die Basis vieler institutioneller Produkte und machen den Großteil des Krypto-Handelsvolumens aus. Morgan Stanley bezeichnet dies als „Phase eins“ und lässt damit Raum, später weitere Token oder tokenisierte Vermögenswerte hinzuzufügen.
Strategie gegen US-Krypto-Plattformen
Mit Gebühren von 50 Basispunkten zielt Morgan Stanley direkt auf spezialisierte Krypto-Börsen ab. Privatanleger zahlen anderswo oft höhere effektive Kosten, wenn Spreads und Provisionen mit eingerechnet werden. Die Preisgestaltung von E*Trade und die große Nutzerbasis bieten Morgan Stanley eine Möglichkeit, zu konkurrieren, ohne eine eigene Krypto-Marke aufbauen zu müssen.
Dieser Schritt stärkt zudem Morgan Stanleys Bindung an vermögende Kunden, die andernfalls möglicherweise Gelder in externe Apps verlagern würden, um mit Kryptowährungen zu handeln. Den Handel innerhalb von E*Trade zu belassen, hilft der Bank, Vermögenswerte zu halten, mehr Daten zu sammeln und Research- sowie Beratungsdienstleistungen im Cross-Selling zu verkaufen. Für ein Unternehmen, das einen Großteil seiner Einnahmen aus der Vermögensverwaltung erzielt, passt die Aufnahme von Kryptowährungen in eine umfassendere Strategie für digitale Vermögenswerte.
Morgan Stanley gehörte zu den ersten großen US-Banken, die über ihre Berater Zugang zu Bitcoin-Produkten und Spot-ETFs anboten. Die Ausweitung dieses Angebots auf den direkten Handel bei E*Trade zeigt, dass Kryptowährungen sich von einem Nischenprodukt zu einem Standardbestandteil von Brokerkonten entwickeln. Auch andere Wall-Street-Firmen erweitern ihr Angebot an digitalen Vermögenswerten, da die Regeln immer klarer werden.
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