David Sacks meint, die USA könnten ihren knappen Vorsprung im Bereich der künstlichen Intelligenz verspielen, wenn sie zu hart gegen diese Technologie vorgehen. Der ehemalige Krypto- und KI-Beauftragte des Weißen Hauses argumentiert, dass eine Überregulierung – insbesondere durch Dutzende widersprüchlicher einzelstaatlicher Gesetze – das Risiko birgt, den Vorsprung an China abzugeben. Er warnt nun, dass die USA bei modernsten KI-Modellen ihrem Hauptkonkurrenten nur noch „sechs bis neun Monate voraus“ seien.
„Ich befürchte, wir könnten das KI-Rennen aufgrund eines selbstverschuldeten Rückschlags verlieren“, bemerkte Sacks kürzlich. Er glaubt, die größte Bedrohung für die US-Dominanz sei nicht die Konkurrenz aus Übersee, sondern amerikanische Vorschriften, die Entwickler behindern. Es entsteht bereits ein chaotisches Flickwerk mit mehr als 1.200 KI-Gesetzesentwürfen auf Bundesstaatenebene und über 100 verabschiedeten Gesetzen, sagt er.
„Am stärksten betroffen sein werden die Start-ups und kleineren Labore, die sich keine Anwälte leisten können, um sich mit 50 verschiedenen Regelwerken auseinanderzusetzen“, sagt Sacks. Große IT-Firmen könnten die Kosten zwar auffangen, fügt er hinzu, doch ein Wirrwarr an Gesetzen werde die Forschung dennoch bremsen und die Einführung innovativer Produkte verzögern. Er betrachtet diese Möglichkeit als „das eigentliche Koordinationsproblem“, da sie den Regulierungsbehörden mehr Macht verleiht, anstatt die Technologie selbst voranzubringen.
Ein knapper Vorsprung der USA gegenüber China
Unabhängige Studien stützen Sacks’ Ansicht, dass der Vorsprung der USA real, aber gering ist. Die Forschungsgruppe Epoch AI sagt, dass jedes Top-Modell seit 2023 aus den USA stammt, während chinesische Systeme etwa sieben Monate hinterherhinken. Faktenprüfer merken zudem an, dass Experten die USA bei Modellqualität und Chips vorne sehen, warnen aber gleichzeitig, dass China „nur ein paar Monate hinterherhinkt“.
Da der Abstand so gering ist, sagt Sacks, dass sich die USA nicht mit Vorschriften „in die Enge treiben“ dürfen, die den Einsatz und den Ausbau von Rechenzentren verlangsamen. Er befürwortet einen einheitlichen bundesweiten Rahmen und hat sich für ein „Einheitliches Regelwerk für KI“ eingesetzt, um widersprüchliche Gesetze der Bundesstaaten zu vermeiden. Er argumentiert, dass nur ein nationaler Ansatz den Wettbewerb, die Sicherheit und das schützen kann, was er als das fünfte „C“ bezeichnet: die amerikanische Wettbewerbsfähigkeit.
Sacks stimmt auch den jüngsten Forderungen zu, unter anderem von Papst Leo XIV., dass KI „der Menschenwürde dienen muss und nicht zu einem Instrument der Herrschaft oder Ausgrenzung werden darf“. Er warnt jedoch davor, dass eine umfassende Kontrolle der Regierungen über KI es ihnen ermöglichen könnte, „Bürger zu zensieren, zu überwachen und zu kontrollieren“, was langjährigen Bedenken hinsichtlich Machtkonzentration entspricht.
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