Die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC bereitet sich darauf vor, die Öffentlichkeit zu befragen, wie sie mit einer neuen Welle von börsengehandelten Fonds (ETFs) umgehen soll, die auf ungewöhnlichen Vermögenswerten basieren, darunter auch Event-Kontrakte. Der Vorsitzende Paul Atkins erklärte am Mittwoch in einer Stellungnahme, dass diese „neuartigen“ ETFs neue Fragen für die Regulierungsbehörden aufwerfen, obwohl sich der ETF-Markt seit 2019 verdreifacht hat. Die Fondsanbieter haben zugestimmt, einige Auflegungen zu verschieben, während die SEC Feedback einholt und die Produkte genauer unter die Lupe nimmt.
SEC konzentriert sich auf neuartige ETF-Konstruktionen
Atkins sagte, ETFs hätten Anlegern geholfen, indem sie die Auswahl erweitert und die Kosten gesenkt hätten, doch neuere Produkte drängen nun in Bereiche vor, die eher an Wettmärkte erinnern. Ein Beispiel sind Event-Contract-ETFs, die Kontrakte halten würden, deren Auszahlung von realen Ereignissen abhängt, wie Wahlen oder der Veröffentlichung von Wirtschaftsdaten. Diese Fonds würden es Anlegern ermöglichen, ihre Einschätzungen zu zukünftigen Ereignissen über normale Brokerkonten zu handeln, anstatt eine spezielle Prognosemarkt-Plattform nutzen zu müssen.
Nach den aktuellen Regeln treten die meisten ETFs automatisch 75 Tage nach der Einreichung in Kraft, sofern die SEC nicht eingreift. In diesem Fall sagte Atkins, er habe die Mitarbeiter gebeten, das Tempo zu drosseln und die Öffentlichkeit um Stellungnahmen zu bitten, bevor ereignisbasierte Fonds zugelassen werden. Er argumentierte, dass ein transparenter Konsultationsprozess besser sei, als neuartige Produkte einfach durchgehen zu lassen und sich später mit den Problemen auseinanderzusetzen.
Event-Contract-ETFs im Rampenlicht
Event-Contract-ETFs stehen im Mittelpunkt dieser Überprüfung, da sie Wetten im Stil von Prognosen in die vertraute ETF-Hülle verpacken würden. Jeder Kontrakt könnte einen festen Betrag auszahlen, wenn ein Ergebnis eintritt, oder nichts, wenn dies nicht der Fall ist, was die Auszahlung binärer macht als bei einem normalen Aktienfonds. Die Aufsichtsbehörden befürchten, dass manche Anleger diese Risiken möglicherweise nicht verstehen, wenn das Produkt in ihrer Handels-App wie jeder andere ETF aussieht.
Atkins wies auch auf mögliche Überschneidungen mit der Commodity Futures Trading Commission hin, die bereits viele Event-Contracts als Swaps beaufsichtigt. Er sagte, Prognosemärkte seien „genau“ ein Bereich, in dem sich die Zuständigkeiten der beiden Behörden überschneiden könnten und eine Abstimmung erforderlich sei. Vorerst signalisiert der Schritt der SEC, Stellungnahmen einzuholen, eher Vorsicht als ein endgültiges Urteil, aber er zeigt, dass Event-Contract-ETFs eine höhere Hürde nehmen müssen, bevor sie genehmigt werden.
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