Südkorea hat ein Gesetz verabschiedet, das den Transfer von Kryptowährungen ins Ausland ab sofort unter seine Devisenvorschriften stellt. Laut offiziellen Angaben zielt die Reform darauf ab, Geldwäsche, Steuerhinterziehung und nicht gemeldete Kapitalflüsse im Zusammenhang mit digitalen Vermögenswerten einzudämmen.
Der Gesetzgeber hat dem Devisengesetz eine neue Kategorie namens „Geschäft mit virtuellen Vermögenswerten“ hinzugefügt. Diese Regelung gilt nun für jedes Unternehmen, das Kryptowährungen zwischen Südkorea und anderen Ländern transferiert. Das umfasst Wallet-Anbieter, Verwahrstellen, zentralisierte Börsen und andere Unternehmen, die Token oder Coins zwischen Ländern transferieren.
Um nach Inkrafttreten des Gesetzes rechtmäßig arbeiten zu können, müssen sich diese Unternehmen beim Minister für Finanzen und Wirtschaft registrieren lassen. Die Registrierung erfordert eine detaillierte Berichterstattung über Transaktionsvolumina und internationale Geschäftspartner und geht über eine einfache Anmeldung hinaus. Die Behörden werden in der Lage sein, grenzüberschreitende Transfers von virtuellen Vermögenswerten wie Bitcoin, Ether und Stablecoins in Echtzeit zu überwachen.
Beamte erklärten, die Idee sei, Kryptowährungen in derselben Deviseninfrastruktur zu nutzen, die bereits internationale Zahlungen und Banküberweisungen abwickelt. Sie hoffen, dass dies ihnen helfen wird, internationale Standards zur Bekämpfung von Geldwäsche zu erfüllen und die Finanzstabilität zu stärken.
Direkte Aufsicht und strengere Strafen
Nach dem geänderten Gesetz werden das Finanzministerium und die Devisenaufsichtsbehörden erstmals direkt die Krypto-Überweisungen ins Ausland überwachen. Sie können nachverfolgen, welche Firmen Gelder ins Ausland transferieren, wie viel sie überweisen und wohin das Geld fließt.
Auch die Strafen für illegale Devisengeschäfte mit Kryptowährungen werden verschärft. Verstöße können nun mit bis zu einem Jahr Haft oder Geldstrafen von bis zu 100 Millionen Won (etwa 72.500 Dollar) geahndet werden. Das Gesetz erlaubt es der Regierung zudem ausdrücklich, die Registrierung von Anbietern zu widerrufen, die gegen die Regeln verstoßen oder ohne Genehmigung operieren.
Südkorea ist einer der weltweit umsatzstärksten Kryptomärkte, mit einem täglichen Handelsvolumen auf lokalen Plattformen, das oft über 10 Milliarden Dollar liegt. Die Regulierungsbehörden sagen, ein Markt dieser Größe brauche eine strenge Überwachung grenzüberschreitender Geldströme, nicht nur des inländischen Handels.
Das neue Registrierungsgesetz ist Teil einer umfassenderen Verschärfung der Krypto-Vorschriften in Südkorea. Die Regulierungsbehörden sind bereits dabei, die Travel Rule auszuweiten, sodass Identitätsprüfungen für alle Krypto-Transfers gelten, auch für solche unter 1 Million Won (etwa 680 Dollar). Die Änderung zielt darauf ab, eine Lücke zu schließen, die es Nutzern ermöglichte, Transfers in kleinere Beträge aufzuteilen, um die KYC-Prüfung zu umgehen.
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