Die Nationalbank von Ruanda hat Bybit öffentlich gerügt, nachdem die in Dubai ansässige Börse den ruandischen Franc in ihre Peer-to-Peer-Handelsplattform aufgenommen hatte, was den regulatorischen Konflikt zwischen internationalen Krypto-Plattformen und einem der restriktivsten Märkte für digitale Vermögenswerte in Ostafrika erneut angeheizt hat.
Die Nationalbank von Ruanda veröffentlichte am 5. April Erklärungen auf X und führte dabei Bybits Werbematerialien als Auslöser an. Die Bank bekräftigte, dass der Franc weiterhin Ruandas einziges gesetzliches Zahlungsmittel ist, dass Krypto-Vermögenswerte nach geltendem Recht keinen Zahlungsstatus haben und dass es von der BNR lizenzierten Instituten untersagt ist, die Landeswährung in beide Richtungen in digitale Vermögenswerte umzuwandeln.
Jeder, der FRW-gebundene P2P-Handel als Nutzer, Händler oder Vermittler ermöglicht, tut dies ohne rechtlichen Schutz und ohne Regressmöglichkeiten im Falle eines Verlusts.
Bybit hatte am 2. April das FRW-Handelspaar eingeführt und den Franc auf seinem P2P-Markt mit Bitcoin und Ether gepaart. Die Einführung umfasste Boni für neue Konten und zweiwöchentliche Provisionen für Händler, die bereit waren, Transaktionen zu ermöglichen. Ein Werbe-Post wurde entfernt, nachdem die Warnung der BNR erschien. Bis zum 7. April hatte Bybit keine öffentliche Stellungnahme abgegeben.
Die Nationalbank von Ruanda gibt eine Warnung heraus, keine neue Gesetzgebung
Die Erklärung der BNR ist eine Bekräftigung der bestehenden Politik, kein neues Verbot. Binance und Remitano bieten seit Jahren Franc-Handelspaare an, ohne dass es dabei zu nennenswerten regulatorischen Reibungen gekommen wäre. Bybits öffentlichkeitswirksame Werbekampagne scheint eine deutlichere Reaktion der Behörden hervorgerufen zu haben.
Was sich geändert hat, ist das allgemeine politische Umfeld. Ruandas Kabinett hat am 4. März 2026 einen von der Kapitalmarktaufsicht ausgearbeiteten Entwurf für einen Lizenzrahmen für Anbieter von Dienstleistungen im Bereich virtueller Vermögenswerte gebilligt.
Der Entwurf hält Kryptowährungen vom ruandischen Zahlungssystem fern und stellt ausdrücklich fest, dass digitale Vermögenswerte kein gesetzliches Zahlungsmittel sind, während er gleichzeitig einen bedingten Lizenzierungsweg für Börsen, Wallet-Anbieter und Zahlungsabwickler eröffnet. Mining-Aktivitäten, Mixer-Dienste und an den Franc gekoppelte Token bleiben nach den vorgeschlagenen Regeln verboten.
Ruandas bevorzugter digitaler Weg
Ruanda wendet sich nicht von digitalen Zahlungen ab; es lenkt sie über staatliche Infrastruktur. Die BNR hat einen Proof-of-Concept für einen E-Franc abgeschlossen und führt ein 12-monatiges Pilotprojekt für eine inländische CBDC durch. Der Kurs ist bewusst gewählt: zentral ausgegebene digitale Währung statt privater Krypto-Netzwerke, die außerhalb der regulatorischen Reichweite operieren.
Der VASP-Gesetzentwurf schreitet im Parlament weiter voran. Bis zu seiner Verabschiedung bewegen sich internationale Börsen, die FRW-Paare anbieten, in einer rechtlichen Grauzone, und ruandische Nutzer tragen das gesamte Risiko selbst.
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