Turkmenistan hat seine Haltung zu digitalen Vermögenswerten drastisch geändert. Das Land hat beschlossen, das Mining von Kryptowährungen und den Handel damit zu legalisieren, und zwar im Rahmen eines neuen Regelwerks, das darauf abzielt, finanzielle Gewinne aus der Branche zu ziehen und gleichzeitig die staatliche Kontrolle zu stärken.
Lizenzierung von Krypto-Mining in einem energiereichen Staat
Nach der neuen Regelung müssen Unternehmen, die Kryptowährungen schürfen wollen, staatliche Lizenzen einholen, sich als juristische Person in Turkmenistan registrieren lassen und den Betrieb an offiziell genehmigte Energieversorger anschließen. Die Behörden legen Bedingungen für die Beschaffung von Hardware, die Standorte der Rechenzentren und die Berichtspflichten fest, einschließlich der Offenlegung des Stromverbrauchs und der Menge der geschürften Vermögenswerte.
Das Regelwerk unterscheidet zwischen industriellen Mining-Farmen und kleineren Betrieben, unterwirft aber beide klaren Regeln, die unregistrierte Aktivitäten in Wohngebieten oder subventionierten Netzen verbieten. Die Behörden wollen damit überschüssigen Strom aus Gaskraftwerken zu Geld machen und gleichzeitig das “Schattenmining” verhindern, der die Infrastruktur destabilisieren und die Steuerwege umgehen kann.
Börsen unter lokaler Aufsicht
Neben dem Mining erkennt Turkmenistan nun auch Kryptobörsen an, die sich vor Ort registrieren lassen und die Finanzüberwachungsstandards einhalten, einschließlich der Überprüfung der Kundenidentität, der Geldwäschebekämpfung und der Meldung von Transaktionen. Nur Börsen mit einer legalen Präsenz im Land und Partnerschaften mit lokalen Banken können eine Genehmigung erhalten, wodurch die Weiterleitung und Abrechnung innerhalb des staatlichen Regulierungsrahmens bleibt.
Die Regeln erlauben es den Einwohnern, mit zugelassenen digitalen Vermögenswerten zu handeln, aber sie setzen strenge Grenzen für Hebelwirkung, Verwahrungspraktiken und grenzüberschreitende Handelsströme. Die Aufsichtsbehörden behalten die Befugnis, Plattformen zu sperren, die gegen Kapital-, Sicherheits- oder Offenlegungsvorschriften verstoßen, und sie behalten sich das Recht vor, anhand von risikobasierten Kriterien festzulegen, welche Vermögenswerte für eine Zulassung in Frage kommen.
Regionaler Kontext
Turkmenistans Schritt steht im Einklang mit regionalen Präzedenzfällen in Kasachstan und Usbekistan, wo die Regierungen versuchten, das Mining von Kryptowährungen zu regulieren und gleichzeitig nicht lizenzierte Börsen und informelle Farmen zu unterdrücken. Das Land will internationale Investitionen in die Infrastruktur von Rechenzentren anziehen und sich als reguliertes Mining-Zentrum etablieren, das die vor Ort erzeugte Energie nutzt.
Es gibt immer noch offene Fragen, z. B. wie einfach die Einwohner/innen Geld zwischen inländischen und internationalen Plattformen transferieren können und ob die Regierung Währungen akzeptieren würde, die den Schutz der Privatsphäre oder den Widerstand gegen Zensur in den Vordergrund stellen. Für den Moment sendet die Legalisierung eine klare Botschaft: Turkmenistan betrachtet Kryptowährungen nun als einen Sektor, den die Regierung besteuern, lizenzieren und in ihr streng reguliertes Wirtschaftsmodell integrieren will, und nicht mehr nur als eine Gefahr für Kapitalbeschränkungen.
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