Die südkoreanische Financial Intelligence Unit (FIU) hat die lokale Krypto-Börse Korbit mit einer Geldstrafe in Höhe von 1,9 Millionen Euro belegt und damit deutlich gemacht, dass die Aufsichtsbehörden Compliance-Verstöße im Sektor der virtuellen Vermögenswerte nun genauso ernst nehmen wie im traditionellen Finanzwesen.
FIU führt AML- und Meldeverstöße an
Laut dem Bußgeldbescheid der FIU hat Korbit gegen mehrere Verpflichtungen aus dem Gesetz über die Meldung und Verwendung bestimmter Finanztransaktionsdaten verstoßen, das den koreanischen Rahmen zur Bekämpfung der Geldwäsche für Anbieter virtueller Vermögenswerte bildet. Die Aufsichtsbehörden haben Lücken in den Verfahren zur Überprüfung der Sorgfaltspflicht gegenüber Kunden, der Überwachung von Transaktionen und der Meldung verdächtiger Aktivitäten festgestellt, die ihrer Meinung nach zu blinden Flecken in den Risikokontrollen von Korbit geführt haben.
Das Bußgeld in Höhe von 1,9 Millionen Euro spiegelt das wider, was die FIU als wiederholte oder strukturelle Schwächen und nicht als isolierte Fehler bei einzelnen Konten bezeichnet. Die Prüfer stellten eine uneinheitliche Durchsetzung der verstärkten KYC bei Kunden mit höherem Risiko fest und wiesen auf verspätete oder unvollständige Berichte über ungewöhnliche Kryptoflüsse hin, die die Behörden schneller hätten erreichen müssen.
Was das für die koreanischen Börsen bedeutet
Diese Maßnahme kommt nur wenige Monate vor dem Inkrafttreten des Gesetzes zum Schutz der Nutzer von virtuellen Vermögenswerten und der damit verbundenen Durchsetzungsstandards, und die Aufsichtsbehörden wollen ein Exempel an lizenzierten Börsen statuieren, die nicht Schritt halten. Die FIU hat bereits gewarnt, dass die Plattformen ihre Governance, internen Kontrollen und Prüfungsbereitschaft verbessern müssen, wenn sie ihre Zulassung im nächsten Aufsichtszyklus behalten wollen.
Für Korbit, eine der ältesten Börsen Koreas, droht das Bußgeld den Ruf zu zerstören, den sie sich durch ihre frühe Zulassung und ihren konservativen Betrieb im Vergleich zu größeren Konkurrenten wie Upbit und Bithumb erworben hat. Marktbeobachter werden nun abwarten, ob Korbit aggressiv in Compliance-Personal und -Technologie investiert oder stattdessen seine Ambitionen in einem verschärften regulatorischen Klima zurückschraubt.
Compliance-Beauftragte in der gesamten Branche interpretieren den Fall Korbit als neue Grundlage für die Durchsetzung der Vorschriften und nicht als einmalige Maßnahme. Sie erwarten häufigere Inspektionen vor Ort, höhere Erwartungen an die Echtzeitüberwachung und eine genauere Prüfung der Beziehungen zu ausländischen Gegenparteien, die Handelsströme über koreanische Orderbücher leiten.
Börsen, die die Einhaltung der Vorschriften nur als “Check-the-Box”-Funktion behandeln, laufen Gefahr, dass die Geldbußen ihre geringen Margen aufzehren oder sogar ihre Fähigkeit gefährden, Bankpartner zu halten. In diesem Umfeld macht die südkoreanische FIU dem Markt klar, dass das Überleben nicht nur von der Liquidität und der Produktgestaltung abhängt, sondern auch von der Fähigkeit, die gleichen Standards zu erfüllen, die für Banken und Wertpapierfirmen gelten.
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