Der IWF warnt davor, dass die rasch zunehmende Nutzung von Stablecoins in Nigeria die Kontrolle des Landes über seine Währung schwächen könnte. In einem neuen Bericht über digitale Token erklärt der Fonds, dass Stablecoins den Nigerianern zwar helfen, Geld kostengünstig zu transferieren, aber auch „neue politische Abwägungen“ für die Zentralbank mit sich bringen.
IWF warnt vor Risiken durch digitale Dollarisierung
Laut dem IWF orientieren sich die meisten in Nigeria verwendeten Stablecoins am US-Dollar, sodass eine starke Nutzung wie „eine digitale Form der Dollarisierung“ wirken kann. Da die Menschen ihre Ersparnisse und Zahlungen in Dollar-Token statt in Naira umschichten, sinkt die Nachfrage nach der Landeswährung und Zinsänderungen verlieren an Wirksamkeit. Der Fonds warnt, dass „eine weit verbreitete Abhängigkeit von durch Fremdwährungen gedeckten Stablecoins die Wirksamkeit der inländischen Geldpolitik schwächen“ und das Risiko einer Kapitalflucht erhöhen könnte.
Der IWF hebt auch Bedenken hinsichtlich der finanziellen Integrität hervor. Da viele Stablecoin-Transfers in digitalen Wallets und auf Offshore-Börsen stattfinden, können sie sich der traditionellen Bankenaufsicht entziehen. Die Geschwindigkeit und die teilweise Anonymität einiger Plattformen, so der Fonds, „können das Risiko illegaler Finanzgeschäfte, einschließlich Geldwäsche, erhöhen“.
Nigerias führende Rolle bei den Stablecoin-Strömen in Afrika
Nigeria entwickelt sich zum Stablecoin-Zentrum Subsahara-Afrikas. Der IWF gibt an, dass das Land seit 2019 fast 60 % der Stablecoin-Zuflüsse der Region erhalten hat. Jüngsten Meldungen zufolge wurden die Krypto-Zuflüsse zwischen Juli 2023 und Juni 2024 auf über 59 Milliarden US-Dollar geschätzt, wobei ein großer Anteil auf Stablecoins entfällt.
Frühere Untersuchungen von Chainalysis und auf Afrika fokussierte Studien ergaben, dass Stablecoins mehr als 43 % des gesamten Krypto-Transaktionsvolumens in Subsahara-Afrika ausmachen und damit deutlich vor Bitcoin liegen. Nigeria ist führend bei dieser Entwicklung und nutzt an den Dollar gekoppelte Token für grenzüberschreitende Zahlungen, zum Sparen und zur Absicherung gegen einen schwächeren Naira.
Der Fonds fordert kein Verbot, sondern strengere Regeln. Er drängt Nigeria, „Stablecoin- und andere Krypto-Aktivitäten in den regulatorischen Rahmen zu bringen“, und zwar durch strengere Lizenzierung, Berichterstattung und Marktüberwachung. Er betont auch die Notwendigkeit besserer Daten zu den Naira-Stablecoin-Strömen, damit politische Entscheidungsträger sehen können, wie schnell Geld aus dem Bankensystem abfließt.
Der IWF sagt, die beste Verteidigung gegen die digitale Dollarisierung sei eine „stabile und glaubwürdige Landeswährung“ und nennt Nigerias jüngste Zinserhöhungen und Devisenreformen als positive Schritte. Er warnt jedoch davor, dass ohne strenge Aufsicht das rasante Wachstum von Stablecoins „die Geldpolitik untergraben und die Bemühungen zur Sicherung der Finanzstabilität erschweren“ könnte, selbst wenn die Akzeptanz weiter steigt.
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