Qivalis, ein von Banken unterstütztes Projekt für einen Euro-Stablecoin, hat sich nun die Unterstützung von 37 europäischen Banken gesichert, während es auf eine Markteinführung im Jahr 2026 zusteuert. Das Projekt zielt darauf ab, einen MiCA-konformen, an den Euro gekoppelten Stablecoin anzubieten, der Europa eine eigene institutionelle Alternative zum heutigen, vom Dollar dominierten Stablecoin-Markt bietet.
Europäische Banken, darunter ING, UniCredit, CaixaBank und BNP Paribas, kündigten Qivalis erstmals Ende 2025 als ein von diesen Banken geführtes Konsortium an. Sie gründeten das Unternehmen in Amsterdam und beantragten bei der niederländischen Zentralbank eine Lizenz als E-Geld-Institut, damit der Token als regulierter Euro-E-Geld-Token unter MiCA fungieren kann. Seitdem sind weitere Institutionen hinzugekommen, und aktuellen Branchenmeldungen zufolge unterstützen mittlerweile 37 europäische Banken das Vorhaben, was es zu einer der größten koordinierten Bankeninitiativen Europas im Bereich tokenisierter Euro-Zahlungen macht.
Nach der Lizenzierung und der technischen Entwicklung wird Qivalis in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 seinen an den Euro gekoppelten Stablecoin auf den Markt bringen. Die Entwickler haben die Coin für nahezu sofortige, kostengünstige Zahlungen und On-Chain-Abrechnungen zwischen Banken und ihren Kunden konzipiert, zunächst für Großhandelsanwendungen und später für größere Zahlungsströme. Das Unternehmen gibt an, sowohl gewöhnliche Euro-Zahlungen als auch die Abrechnung tokenisierter Finanzanlagen auf öffentlichen und genehmigungsbasierten Blockchains abwickeln zu wollen
Was Qivalis lösen will
Heute sind mehr als 95 bis 99 Prozent des Marktwerts von Stablecoins an den US-Dollar gebunden, während Euro-Stablecoins nach wie vor nur einen winzigen Anteil am globalen Angebot ausmachen. Europäische Politiker und Banken befürchten, dass dieses Ungleichgewicht die Region bei On-Chain-Geld und grenzüberschreitenden Zahlungen von außereuropäischen Emittenten abhängig machen könnte. Qivalis präsentiert seinen Euro-Stablecoin als Mittel zur Wiedererlangung der „strategischen Autonomie“ im Zahlungsverkehr, indem es Banken einen gemeinsamen, regulierten On-Chain-Euro zur Verfügung stellt, den sie in ihre Dienste integrieren können.
Die MiCA-Vorschriften verlangen von Qivalis, den Token im Verhältnis 1:1 mit Reserven zu unterlegen, die nach europäischen Bankstandards gehalten werden, und die Aufsichtsbehörden wenden strenge Solvenz- und Kundenschutzanforderungen an. Diese Struktur soll die Münze sicherer machen als unregulierte Euro-Token und berechenbarer als Dollar-Stablecoins, die von Nicht-EU-Unternehmen ausgegeben werden. Qivalis sagt, dass Banken den Stablecoin für den sofortigen Interbank-Zahlungsverkehr, für Treasury-Ströme von Unternehmen und als Baustein für neue DeFi-ähnliche Produkte nutzen können, die weiterhin innerhalb eines regulierten Rahmens bleiben.
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