Der Bankenausschuss des US-Senats hat einen 309-seitigen Entwurf des „Digital Asset Market Clarity Act“ veröffentlicht, der auch als „Crypto Clarity Act“ bezeichnet wird und einen umfassenden Rechtsrahmen für Kryptomärkte in den USA bietet. Der neue Entwurf, der im Januar verteilt wurde, behält die zentrale Vereinbarung zur Aufgabenteilung zwischen der SEC und der CFTC bei. Die Gesetzgeber gehen nun in die formelle Überarbeitungsphase, in der die Senatoren den Wortlaut diskutieren und ändern können, bevor es zur Abstimmung im Plenum kommt.
Die Maßnahme zielt darauf ab, jahrelange regulatorische Unklarheiten zu beseitigen, indem drei Hauptkategorien digitaler Vermögenswerte festgelegt und jeder Kategorie eine Aufsichtsbehörde zugewiesen werden. Außerdem stärkt sie den Anlegerschutz, führt neue Maßnahmen zur Betrugsbekämpfung ein und enthält eine umstrittene Bestimmung zu den Renditen von Stablecoins. Der Entwurf enthält ein Wohnungsbaupaket namens „Build Now Act“ als politischen Schachzug, um mehr Unterstützung im Senat zu gewinnen.
Klare Rollen für SEC, CFTC und Stablecoins
Gemäß dem Entwurf würde die Securities and Exchange Commission die meisten Erstverkäufe und Angebote von Token beaufsichtigen, die als digitale Wertpapiere behandelt werden. Die Commodity Futures Trading Commission würde den Spot-Handel mit „digitalen Rohstoffen“ regulieren, wozu auch Token gehören, die einen ausgereiften oder ausreichend dezentralisierten Status erreicht haben. Zahlungs-Stablecoins würden einer gemischten Aufsicht durch die Federal Reserve und die Bundesstaaten unterliegen, was ihre engere Verbindung zum Bankwesen und zum Zahlungsverkehr widerspiegelt.
Das Hauptziel des Clarity Act ist es, digitale Rohstoffe, digitale Wertpapiere und Zahlungs-Stablecoins im US-Recht formal voneinander abzugrenzen. Befürworter sagen, dass klare Kategorien Rechtsstreitigkeiten darüber reduzieren sollten, ob ein Token ein Wertpapier oder ein Rohstoff ist, insbesondere in Fällen gegen große Börsen und DeFi-Plattformen. Der Entwurf enthält auch Bestimmungen zur Bekämpfung der Terrorismusfinanzierung und der Geldwäsche, die auf Unternehmen im Bereich digitaler Vermögenswerte zugeschnitten sind.
Strengere Regeln für Stablecoin-Renditen
Einer der am meisten diskutierten Abschnitte befasst sich damit, wie Plattformen Renditen auf Zahlungs-Stablecoins wie USDC oder USDT auszahlen dürfen. Der Entwurf würde „bankähnliche“ passive Zinsen auf einfache Stablecoin-Einlagen verbieten, es sei denn, der Anbieter ist eine lizenzierte Bank oder ein ähnlich reguliertes Unternehmen. Er erlaubt jedoch weiterhin Belohnungen, die an klare Nutzeraktivitäten wie Staking, Liquiditätsbereitstellung, Governance-Beteiligung oder Treueprogramme geknüpft sind.
Befürworter argumentieren, dass dieser Ansatz verhindert, dass Handelsplattformen wie unregulierte Schattenbanken agieren, während gleichzeitig Raum für DeFi-Anreize und Nutzwertprämien bleibt. Kritiker in der Branche befürchten, dass die Grenze zwischen „passivem Ertrag“ und „aktivitätsbasierten Prämien“ in der Praxis unklar bleiben könnte. Der Ausschuss hat Börsen, Stablecoin-Emittenten und Entwickler um weiteres Feedback gebeten, bevor der Gesetzentwurf weiter vorangetrieben wird.