Eine viel beachtete Initiative, die darauf abzielte, die Schweizerische Nationalbank (SNB) dazu zu bewegen, Bitcoin in ihren Reserven zu halten, wird wohl im Sande verlaufen, da es nicht gelungen ist, genügend Unterstützung in der Bevölkerung zu gewinnen. Die Organisatoren der „Bitcoin-Initiative“ geben an, dass die Kampagne ohne Abstimmung enden wird, da sie nur etwa die Hälfte der Unterschriften gesammelt haben, die für die Auslösung einer Volksabstimmung erforderlich gewesen wären.
Was die Schweizer Bitcoin-Initiative ändern wollte
Die Kampagne zielte darauf ab, die Schweizer Verfassung zu ändern. Sie sollte die SNB dazu verpflichten, Bitcoin neben Gold und Devisen als Reservewährungen zu halten.
Die Befürworter schlugen vor, den Wortlaut von Artikel 99 von „in Gold“ in „in Gold und Bitcoin“ zu ändern. Diese Änderung würde die Zentralbank zwingen, einen Teil ihrer fast eine Billion Franken schweren Reserven in BTC anzulegen.
Die Befürworter sagten, ein kleiner Bitcoin-Anteil von 1 bis 2 Prozent der Reserven könnte die Währungsunabhängigkeit der Schweiz stärken. Sie argumentierten, dies könne auch als langfristiger Puffer dienen.
Sie fügten hinzu, dass die Schweiz bereits ein bedeutender „Crypto Valley“-Knotenpunkt sei. Indem sie als erste Nation Bitcoin in den Zentralbankreserven vorschreibt, könnte die Schweiz ihre Position im Bereich der Finanzinnovation stärken.
Das Schweizer Recht gab den Organisatoren achtzehn Monate Zeit, um mindestens 100.000 gültige Unterschriften von Bürgern zu sammeln – das Minimum, das nötig ist, um eine Volksabstimmung zu erzwingen. Diese Zahl, die etwa 1,1 Prozent der Bevölkerung ausmacht, ist oft ein Hindernis für Verfassungsreformen.
Warum die Kampagne scheiterte
Nur noch wenige Wochen vor Ablauf der Frist gaben die Organisatoren zu, dass sie etwa 50.000 Unterschriften gesammelt hatten – etwa die Hälfte der erforderlichen Gesamtzahl. Kampagnengründer Yves Bennaïm sagte gegenüber Reuters, das Team habe angesichts des technischen Themas und der begrenzten finanziellen Mittel immer gewusst, dass es ein „Glücksspiel“ sei. Die Gruppe hat daher beschlossen, die Initiative verfallen zu lassen, anstatt eine teure Last-Minute-Kampagne zu starten.
Die SNB hat die Idee, Bitcoin zu halten, konsequent abgelehnt. Präsident Martin Schlegel sagte, Kryptowährungen „können derzeit die Anforderungen an unsere Währungsreserven nicht erfüllen“, und verwies dabei auf Volatilität und Liquidität. Vertreter der Bank argumentieren zudem, dass die bestehende Mischung aus Gold und Fremdwährungen der Bank bereits genügend Instrumente zur Verfügung stellt, um die Geldpolitik zu steuern und den Franken zu stützen.
Da die Initiative ausläuft, wird die SNB keiner verbindlichen Volksabstimmung über Bitcoin-Reserven gegenüberstehen. Sie kann an ihrer Politik festhalten, kein BTC zu halten.
Das Ergebnis zeigt, wie schwer es für Krypto-Befürworter ist, konservative Zentralbanken für digitale Vermögenswerte zu gewinnen. Das gilt sogar in einem Land mit einem der weltweit aktivsten Krypto-Ökosysteme.
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