Coinbase gibt an, dass ein Überhitzungsproblem in einem Rechenzentrum von Amazon Web Services (AWS) die jüngste Reihe von Dienstunterbrechungen verursacht hat. Die Probleme betrafen eine Verfügbarkeitszone, use1-az4, in der AWS-Region US-EAST-1 und führten bei einigen Nutzern zu fehlgeschlagenen oder verzögerten Transaktionen.
Wie sich die Kühlungsprobleme bei AWS auf Coinbase auswirkten
AWS meldete erhöhte Temperaturen in einem einzelnen Rechenzentrum in Nord-Virginia, das einen Teil der Region US-EAST-1 beherbergt. Die Hitze beschädigte einige EC2-Instanzen und EBS-Volumes, und AWS warnte, dass es in dieser Zone zu „Beeinträchtigungen“ der Dienste kommen könnte.
Coinbase erklärte, dass die Überhitzung in use1-az4 zu Leistungseinbußen in Teilen seiner Börse geführt habe. Während der Störung hatten Nutzer Schwierigkeiten, Trades zu platzieren, Guthaben zu überprüfen und Auszahlungen durchzuführen. Coinbase betonte jedoch, dass die Kundengelder sicher seien und der Ausfall den Zugriff sowie die Transaktionsverarbeitung betreffe, nicht die Verwahrung.
AWS versuchte, die Situation zu stabilisieren, indem es die Kühlsysteme wiederherstellte und den Datenverkehr aus der betroffenen Zone umleitete. Das Unternehmen erklärte, der Fortschritt bei der Kühlung sei „schrittweise“ und langsamer als erwartet, sodass einige Dienste mehrere Stunden lang beeinträchtigt blieben.
Handelsunterbrechungen, „Cancel Only“-Modus und Benutzererfahrung
Als sich die Probleme verschärften, räumte Coinbase eine „Dienstunterbrechung“ ein, die mit steigenden Temperaturen im Serverraum der AWS-Region US-EAST-1 zusammenhing. Die Börse kündigte an, den Handel schrittweise wieder aufzunehmen, sobald sich die Systeme stabilisiert hätten. Um das Risiko zu minimieren, öffnete Coinbase die Märkte zunächst im „Nur-Stornieren“-Modus, damit Nutzer Aufträge stornieren konnten, bevor sie neue platzierten.
Einige Händler beklagten sich über verpasste Chancen während der volatilen Schwankungen, während die Plattform ausgefallen war oder verzögert reagierte. Andere sorgten sich um die Sicherheit ihrer Gelder und suchten in sozialen Medien und auf Statusseiten nach Updates. Coinbase teilte mit, dass man mit AWS-Technikern zusammenarbeite, die Wiederherstellung überwache und anschließend einen detaillierten Bericht veröffentlichen werde.
Auch andere Dienste in derselben AWS-Region hatten Probleme, was zeigt, wie stark Fintech- und Web-Plattformen von diesem Cloud-Anbieter abhängig sind.
Es ist nicht das erste Mal, dass Probleme bei AWS die Verfügbarkeit von Coinbase beeinträchtigen. Im Jahr 2025 kam es bei der Börse während eines AWS-Ausfalls zu Handels- und Anmeldeproblemen, woraufhin Coinbase mehr regionale Redundanz und ein besseres Failover versprach. Die jüngste Störung erhöht den Druck auf Coinbase, seine Systeme auf mehr Zonen und Regionen zu verteilen, damit ein Problem in einem Rechenzentrum weniger Auswirkungen hat.
Analysten sagen, dass dieser Vorfall sowohl die Stärken als auch die Risiken großer Cloud-Anbieter verdeutlicht. Zentralisierte Börsen können auf AWS schnell skalieren, sind aber auch von deren Ausfällen betroffen, besonders wenn wichtige Dienste in einer stark frequentierten Region wie US-EAST-1 angesiedelt sind.