Der Dow-Jones-Index ist in eine technische Korrektur gerutscht, nachdem er von seinem Höchststand im Februar um 10,60 % auf derzeit 45.165 Dollar gefallen ist. Er ist auf den tiefsten Stand seit September letzten Jahres gesunken, was zu Verlusten in Milliardenhöhe geführt hat. Ist es also sicher, bei Kursrückgängen zu kaufen oder bei Kursanstiegen zu verkaufen?
Dow-Jones-Index rutscht in eine Korrekturphase ab, während die Risiken steigen
Der Dow Jones und andere amerikanische Indizes wie der S&P 500 und der Nasdaq 100 sind in den letzten Wochen weiter gefallen – ein Trend, der sich in absehbarer Zukunft fortsetzen könnte, da der Krieg im Iran weitergeht.
Es gibt Anzeichen dafür, dass der Krieg in den kommenden Wochen eskalieren wird, da das US-Verteidigungsministerium einen Bodenangriff auf das Land in Erwägung zieht. Ein wichtiger Punkt ist die Einnahme der Insel Kharg, von wo aus der Iran den Großteil seines Rohöls exportiert. Die USA könnten auch versuchen, sich das angereicherte Uran des Irans anzueignen.
Ein Angriff auf die Insel Kharg würde die Lage auf dem Ölmarkt weiter verschlechtern, da er den Iran dazu zwingen würde, die Infrastruktur seiner Nachbarländer zu bombardieren, was das verfügbare Ölangebot auf dem Markt verringern würde.
Unterdessen haben sich die Houthis mit Angriffen auf Israel in den Krieg eingeschaltet. Sie haben zudem angedeutet, dass sie Schiffe angreifen werden, die versuchen, das Rote Meer zu durchqueren, was die verfügbare Ölmenge weiter einschränken würde.
Daher gibt es Anzeichen dafür, dass Investoren beginnen werden, vom Aktienmarkt in kurzfristige Staatsanleihen umzuschichten. Daten zeigen, dass die Renditen von US-Anleihen in diesem Jahr weiter gestiegen sind, wobei die Renditen für 10-jährige und 2-jährige Anleihen auf 4,45 % bzw. 3,95 % gestiegen sind.
Dennoch ist für amerikanische Aktien noch nicht alle Hoffnung verloren. Tatsächlich zeigt die Geschichte, dass sich der Aktienmarkt nach einem starken Abwärtstrend immer wieder erholt. So erholten sich beispielsweise der Dow Jones und andere Indizes wie der Nasdaq 100 und der S&P 500 im April letzten Jahres, nachdem Trump seine Vergeltungszölle angekündigt hatte.
Ähnlich erholte sich der Index nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine im Jahr 2022 und nach dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie. Tatsächlich ist der Fear and Greed Index in die Angstzone von 10 gefallen. In den meisten Fällen erholen sich amerikanische Aktien tendenziell immer dann, wenn der Index stark fällt. Vor allem wird sich der Dow Jones erholen, da dieser Krieg nicht ewig andauern wird.
Chart zum Fear and Greed Index | Quelle: CNNDie meisten Unternehmen im Dow-Jones-Index haben in diesem Jahr stark nachgegeben, wobei Salesforce, Microsoft, UnitedHealth, American Express, IBM, Nike und Disney die größten Verlierer sind. Alle diese Unternehmen haben in diesem Jahr um über 18 % verloren.
Auf der anderen Seite sind die Top-Gewinner Unternehmen wie Chevron, Verizon, Caterpillar und Johnson & Johnson, die um über 14 % gestiegen sind.
Technische Analyse des Dow Jones
DJI-Index-Chart | Quelle: TradingView Der Tageschart zeigt, dass der Dow-Jones-Index von einem Höchststand von 50.500 $ im Februar auf derzeit 45.165 $ gefallen ist. Er ist auf das 38,2 %-Fibonacci-Retracement-Niveau abgestürzt.
Der Index hat einen bärischen Crossover gebildet, da sich der 50-Tage- und der 100-Tage-Exponential Moving Average (EMA) gekreuzt haben. Außerdem ist der Average Directional Index (ADX) auf 36 gestiegen – ein Zeichen dafür, dass der Abwärtstrend an Dynamik gewinnt.
Der Relative Strength Index (RSI) ist weiter gefallen. Daher wird der Dow Jones wahrscheinlich weiter fallen, möglicherweise bis zum 50 %-Fibonacci-Retracement-Level bei 43.587 $. Sollte dies geschehen, wird die Aktie wahrscheinlich wieder ansteigen, insbesondere wenn es Anzeichen dafür gibt, dass der Krieg zu Ende geht.
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