Die russische Zentralbank will den Handel mit Kryptowährungen in ihr bestehendes Bankensystem integrieren, wobei die Banken die Führung übernehmen sollen.
Gouverneurin Elvira Nabiullina hat den Vorschlag bei einem Treffen mit Kreditinstituten vorgestellt und vorgeschlagen, dass Banken und Brokerfirmen Krypto-Handelsplätze unter einem Meldeverfahren betreiben könnten, das an ihre aktuellen Finanzlizenzen gekoppelt ist, anstatt eine separate Genehmigung für digitale Vermögenswerte zu beantragen.
In ihrer Rede bei der Veranstaltung, die von Interfax zitiert wurde, meinte Nabiullina, dass Institutionen, die bereits Programme zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung haben, gut aufgestellt seien, um Krypto-Aktivitäten zu überwachen und Privatkunden zu schützen, die in den Markt einsteigen.
Die Zentralbank hat der Regierung Ende 2025 ein umfassenderes Regulierungskonzept vorgelegt. Darin ist vorgesehen, Kryptowährungen und Stablecoins offiziell als Währungsaktiva anzuerkennen, die über regulierte Intermediäre gehandelt werden können, während das seit langem bestehende Verbot der Verwendung digitaler Vermögenswerte für inländische Zahlungen beibehalten wird. Kryptowährungen würden weiterhin ein Anlageinstrument bleiben und nicht als Ersatz für den Rubel dienen.
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Ein abgestuftes System mit integrierten Beschränkungen
Der Entwurf des Regelwerks sieht Schutzmaßnahmen vor, die das Risiko begrenzen sollen. Während einer ersten Integrationsphase würden die Krypto-Aktivitäten der Banken auf 1 % des Kapitals begrenzt. Die Regulierungsbehörden wollen die Entwicklung innerhalb dieser Obergrenze beobachten, bevor sie etwaige Anpassungen in Betracht ziehen – eine bewusste Bremse für Institute, die sich zu aggressiv auf unbekanntes Terrain begeben könnten.
Die Zugangsregeln würden auch je nach Art des Anlegers variieren. Qualifizierte Anleger würden keinen Kaufbeschränkungen unterliegen. Nicht qualifizierte Anleger wären auf 600.000 Rubel, etwa 3.800 US-Dollar, pro Jahr über einen einzigen Vermittler beschränkt.
Russland hat im letzten Jahr seine Definition von qualifizierten Anlegern überarbeitet und die Zulassungskriterien an einen Master-Abschluss in Finanzwesen, ein Jahreseinkommen von mindestens 20 Millionen Rubel und Vermögensschwellen geknüpft, die 2026 weiter angehoben werden sollen.
Der Gesetzentwurf soll im Frühjahr in der Staatsduma behandelt werden. Anatoly Aksakov, Vorsitzender des Finanzmarktausschusses der Duma, hat gesagt, dass die Gesetzgeber bis Ende Juni einen endgültigen Gesetzentwurf vorlegen wollen. Der stellvertretende Finanzminister Ivan Chebeskov meinte, dass die erste Prüfung schon im März beginnen könnte und die wichtigsten Bestimmungen am 1. Juli 2026 in Kraft treten sollen.
Wie schnell sich der regulierte Kryptomarkt in Russland entwickelt, hängt davon ab, ob das Parlament diesen Zeitplan einhält und ob die Banken bereit sind, die damit verbundenen Compliance-Kosten zu tragen.
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