Morgan Stanley will einen kompletten Bitcoin-Stack aufbauen, der Verwahrungs-, Handels-, Rendite- und Kreditdienstleistungen für seine Kunden umfasst. Der Wall-Street-Riese verwaltet fast 9 Billionen Dollar und will jetzt, dass seine Kunden Bitcoin direkt auf seiner Plattform halten und nutzen können.
Von Partner-Rails zur internen Bitcoin-Verwahrung
Amy Oldenburg, die neue Leiterin der Strategie für digitale Vermögenswerte bei Morgan Stanley, hat die Roadmap auf der Veranstaltung „Bitcoin for Corporations” in Las Vegas vorgestellt. Sie sagte, dass der nächste Schritt der Bank darin besteht, E*TRADE-Nutzern den Kauf und Verkauf von Bitcoin, Ethereum und Solana zu ermöglichen. Die Nutzer werden über einen Partner wie ZeroHash auf diese Vermögenswerte zugreifen können.
Im Laufe des nächsten Jahres will Morgan Stanley von gemieteten Partner-Rails zu einer eigenen Verwahrungs- und Börsenplattform übergehen. Oldenburg sagte, die Bank wolle die rechtliche Verwahrung der BTC ihrer Kunden selbst übernehmen. Die Kunden werden die gleichen ausfallsicheren Standards erwarten, die sie auch von den traditionellen Systemen der Bank gewohnt sind.
Mit dieser internen Infrastruktur könnte die Bank Wallets, Schlüssel und Abrechnungen intern verwalten. Außerdem könnten Positionen mit bestehenden Berichts-, Risiko- und Compliance-Tools verknüpft werden.
Oldenburg merkte an, dass viele bestehende Kunden bereits eine beträchtliche Menge an Kryptowährungen außerhalb der Plattform halten. Die Bank möchte diese Vermögenswerte unter ihr Dach bringen.
Morgan Stanley prüft Renditen und Kredite auf Basis von Bitcoin
Auf die Frage, ob Morgan Stanley plant, Renditen und Kredite auf Basis von Bitcoin anzubieten, antwortete Oldenburg mit „auf jeden Fall” und bezeichnete dies als natürlichen Teil der Roadmap. Sie betonte, dass sich das Unternehmen noch in einem frühen Stadium befinde, aber aktiv nach Strukturen suche, die den Risiko- und Regulierungsstandards auf Bankenniveau entsprechen.
Mögliche Produkte könnten besicherte Kredite sein, bei denen Kunden ihre verwahrten BTC verpfänden, sowie renditeorientierte Angebote, bei denen Guthaben in kurzfristige, risikoarme Anlagen fließen, obwohl Oldenburg keine konkreten Modelle nannte. Alle derartigen Dienstleistungen müssten mit den neuen US-Vorschriften zur Verwahrung digitaler Vermögenswerte und zur Kapitalbehandlung durch Banken im Einklang stehen.
Morgan Stanley bietet bereits indirekte Bitcoin-Engagements über Fonds und ETFs an. Mit diesem Plan würde das Unternehmen in den Bereich der direkten Spot-Dienstleistungen vorstoßen. Der Wechsel von Drittfonds zu eigener Verwahrung und Handel zeigt ein stärkeres Engagement. Das ist ähnlich wie bei den Plänen von Citi und anderen globalen Verwahrern.
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