Wichtige Punkte:
- Krypto-VCs verlagern ihren Fokus von NFTs, Gaming und spekulativen Token hin zu umsatzgenerierenden Geschäftsmodellen.
- Im Jahr 2025 wurden 18,9 Milliarden US-Dollar in Krypto-Venture-Finanzierungen investiert, aber das Kapital konzentrierte sich auf wenige große Deals.
- Stablecoin-Infrastruktur, Prognosemärkte, Fintech und ausgewählte Deep-Tech-Unternehmen ziehen das Interesse der Investoren auf sich.
Krypto-Risikokapital steht vor einem Reset, den nur wenige Firmen erwartet hatten, als der letzte Zyklus seinen Höhepunkt erreichte. Nach Jahren der Finanzierung, die von Token-Narrativen und spekulativer Nachfrage angetrieben wurde, müssen Investoren jetzt wieder auf die Grundlagen zurückgreifen, da die Preise für digitale Vermögenswerte sinken und die Beteiligung von Privatanlegern zurückgeht.
Die Token-Preise sind in weiten Teilen des Marktes eingebrochen und haben das Vertrauen in Strategien zerstört, die eher auf Liquiditätsereignissen als auf nachhaltigen Geschäften basieren. Privatanleger haben sich nach einer Reihe von Pleiten im letzten Jahr von NFTs, Memecoins und Play-to-Earn-Spielen abgewendet, sodass Venture-Fonds nun ohne das spekulative Schwungrad dastehen, das einst aggressive Bewertungen rechtfertigte.
Von Token-Narrativen zu operativen Kennzahlen
Der Wandel kam ziemlich plötzlich. Bitcoin hat kürzlich fast die Hälfte seiner Gewinne vom Rekordhoch im Oktober wieder abgegeben, bevor es sich stabilisierte, während kleinere Token noch viel schlechter abschnitten und die Altcoin-Indizes im Jahresvergleich um rund 70 % fielen.
Als die Preise fielen, verlangten Risikokapitalgeber plötzlich Belege für Einnahmen, Nutzerbindung und Zahlungsbereitschaft – Kennzahlen, die in früheren Zyklen oft weniger wichtig waren.
Diese Veränderung hat die Grenzen der krypto-nativen Finanzierungsmodelle aufgezeigt. Token-Verkäufe, einst eine zuverlässige Quelle für Startkapital, haben an Glaubwürdigkeit verloren, da die Märkte kurzfristige Liquiditätsstrategien ohne Aussicht auf nachhaltige Einnahmen abstrafen. Projekte ohne klare Produkte oder Monetarisierungspläne haben es zunehmend schwer, Folgefinanzierungen zu sichern.
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Kapitalkonzentration durch beschleunigte Konsolidierung
Trotz der schwächeren Stimmung investierten Risikokapitalfirmen laut Branchenangaben im Jahr 2025 etwa 18,9 Milliarden US-Dollar in Krypto-Startups. Hinter dieser Schlagzeile verbirgt sich jedoch eine eher defensive Haltung.
Fast ein Drittel dieses Kapitals floss in nur vier große Deals, was zeigt, wie konzentriert die Risikobereitschaft im Vergleich zu den freizügigen Jahren 2021 und 2022 geworden ist.
Es folgte eine Konsolidierung. Fusionen und Übernahmen erreichten im Oktober ihren Höhepunkt, als mehrere Krypto-Plattformen geschlossen wurden oder Kapital zurückgaben. Soziale Protokolle stellten ihren Betrieb ein, und mehrere NFT-Marktplätze kündigten ihre Schließung an, was zeigt, wie schnell einst beliebte Narrative in Ungnade fielen. Regionen, die stark von Spekulationen im Einzelhandel abhängig waren, wurden von dem Rückgang am härtesten getroffen.
Wo Krypto-VCs Risiken neu verteilen
Da es innerhalb des Kernbereichs der Kryptowährungen weniger rentable Ziele gibt, wenden sich einige Fonds Bereichen zu, die eine stabilere Nachfrage aufweisen, darunter Stablecoin-Infrastruktur und On-Chain-Prognosemärkte. Andere gehen noch weiter und unterstützen Fintech-, KI- und sogar Robotik-Startups auf der Suche nach besser vorhersehbaren Renditen.
Dieser Schritt birgt jedoch eigene Risiken. Traditionelle Risikokapitalfirmen sind zunehmend in denselben Kryptosegmenten aktiv, ziehen weiterhin Kapital an und untergraben damit den Informationsvorsprung, den Krypto-native Fonds einst durch frühen Zugang zu Token und Governance-Know-how hatten. Da digitale Vermögenswerte immer enger mit dem Mainstream-Finanzwesen verschmelzen, ist dieser Vorteil nicht mehr gewährleistet.
Kapital ist nach wie vor verfügbar, aber nur für Teams, die nachweisen können, dass Nutzer bereit sind, zu zahlen und zu bleiben. Projekte, die diese Kriterien erfüllen, könnten Bestand haben. Diejenigen, die sich ausschließlich auf die Dynamik verlassen haben, bleiben zurück, da sich der Markt an konventionelle Wertmaßstäbe anpasst.