Die US-Aufsichtsbehörden verschärfen ihren Kurs gegen Wahl- und Sportwettenmärkte, und Kalshi steht wieder im Fadenkreuz. Das US-Justizministerium (DOJ) und die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) argumentieren nun, dass Kalshis Sportkontrakte keine einfachen Wetten, sondern regulierte Finanzswaps seien – eine Position, die in ein sich rasch entwickelndes Verfahren vor einem Gericht im Bundesstaat Arizona einfließt.
Warum DOJ und CFTC Sportmärkte als „Swaps“ bezeichnen
Kalshi betreibt Event-Kontrakte, bei denen Nutzer Positionen auf Ja/Nein-Ergebnisse eingehen können, z. B. ob eine Mannschaft ein Spiel gewinnt oder ob eine Saisonbilanz eine bestimmte Zahl erreicht. Aus Sicht der Nutzer sehen diese Produkte wie strukturierte Wetten auf reale Ereignisse aus. Die Bundesaufsichtsbehörden stufen sie jedoch als Derivate ein, da Nutzer einen Preis pro Kontrakt zahlen und eine feste Auszahlung erhalten, die an ein Ergebnis gekoppelt ist – ähnlich wie bei binären Optionen oder Swaps.
Die CFTC hat diese Haltung bereits in früheren Auseinandersetzungen um politische Kontrakte und Event-Märkte eingenommen. Sie hat argumentiert, dass Produkte, wenn eine Plattform standardisierte, margengesicherte Kontrakte in einem zentralen Orderbuch listet, wie Swaps aussehen und sich so verhalten und daher unter das Derivate-Regelwerk fallen sollten. Das DOJ unterstützt diese Ansicht nun im Streitfall in Arizona und behandelt Kalshis Sportwetten als Finanzinstrumente, die den bundesweiten Derivate-Vorschriften unterliegen müssen, anstatt dem üblichen Glücksspielrecht des Bundesstaates.
Wie sich der Fall in Arizona zuspitzte
Die Hauptfrage im Fall Arizona ist, ob Kalshis Produkte dem Bundes-Rohstoffrecht, den staatlichen Glücksspielvorschriften oder beidem unterliegen. Während Kalshi und seine Unterstützer behaupten, die Kontrakte fungierten eher als Absicherungs- und Preisfindungsinstrumente als als Casino-Produkte, haben staatliche Beamte gegen das vorgegangen, was sie als illegale Sportwetten ansehen. Im Laufe des Verfahrens schalteten sich Bundesbehörden ein, um zu klären, wie sie Event-Kontrakte einstufen, die auf regulierten Plattformen in bar abgerechnet werden.
Indem sie die Sportmärkte als Swaps bezeichnen, untermauern die CFTC und das DOJ das Argument, dass das Bundes-Rohstoffrecht weitreichende staatliche Glücksspielverbote für ordnungsgemäß registrierte Derivate außer Kraft setzen sollte. Gleichzeitig erhöht diese Einstufung die Anforderungen an Plattformen, da das Anbieten von Swaps in der Regel die vollständige Einhaltung von Regeln für Derivatehandelsplätze, Kundenschutzmaßnahmen und Meldepflichten erfordert. Das Gericht in Arizona steht nun vor einer hybriden Frage, die an der Schnittstelle zwischen staatlicher Glücksspielpolitik und der Marktstruktur auf Bundesebene liegt.
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