Eine neue Studie im Zusammenhang mit Googles Quantenforschung legt nahe, dass ein zukünftiger großer Quantencomputer eine einzelne Bitcoin-Wallet innerhalb von Minuten knacken könnte. Die Studie modelliert, wie leistungsstarke Quantenchips die mathematischen Berechnungen hinter der Bitcoin-Sicherheit viel schneller lösen könnten als heutige Maschinen. In dem von vielen Berichten hervorgehobenen Szenario könnte ein ausreichend leistungsfähiges Quantensystem den öffentlichen Schlüssel einer Wallet in etwa neun Minuten knacken, sobald bestimmte Bedingungen erfüllt sind.
Die Studie behauptet nicht, dass dies mit aktueller Hardware möglich ist. Stattdessen schätzt sie, wie viele logische Qubits und wie viel Fehlerkorrektur ein Quantencomputer benötigen würde. Die Forscher argumentieren, dass die heutige Public-Key-Kryptografie in diesem Maßstab anfällig erscheint, einschließlich des von Bitcoin verwendeten Schemas mit elliptischen Kurven.
Wie Quantencomputer die Kryptografie von Bitcoin bedrohen
Bitcoin stützt sich auf digitale Signaturen mit elliptischen Kurven, um nachzuweisen, dass ein Wallet-Besitzer eine Transaktion genehmigt hat. Ein klassischer Computer würde unrealistisch viel Zeit benötigen, um einen öffentlichen Schlüssel in einen privaten Schlüssel umzuwandeln. Ein ausreichend großer Quantencomputer, auf dem Shors Algorithmus läuft, könnte dies viel schneller erledigen, indem er die Eigenschaften von Quantenzuständen ausnutzt.
Die Angabe von neun Minuten geht in der Regel davon aus, dass ein Nutzer eine Transaktion bereits gesendet hat, wodurch sein öffentlicher Schlüssel in der Blockchain sichtbar wird. Ein Angreifer könnte dann diesen Schlüssel ins Visier nehmen, bevor das Netzwerk die Transaktion vollständig bestätigt. Wenn er Erfolg hat, könnte er eine konkurrierende Transaktion signieren und versuchen, dieselben Coins umzuleiten.
Warum Experten sagen, dass die Bedrohung langfristig ist
Die meisten Kryptografie-Experten sagen, dass dieses Szenario vorerst theoretisch bleibt, da die Quantenhardware noch sehr begrenzt ist. Selbst optimistische Roadmaps sehen solche großen, fehlerkorrigierten Quantensysteme erst in vielen Jahren vor, und ihr Betrieb wäre extrem teuer. Viele Forscher argumentieren zudem, dass Bitcoin und andere Netzwerke Zeit haben, auf quantenresistente Systeme umzusteigen.
Entwickler untersuchen bereits post-quanten-sichere Signaturalgorithmen, die unter Shors Algorithmus nicht geknackt werden können. Einige Vorschläge sehen vor, Coins auf neue Adressen zu verschieben, die ihre öffentlichen Schlüssel niemals preisgeben, oder im Rahmen eines Hard Forks auf neue Signaturtypen umzustellen. In der Praxis bedeutet dies, dass frühe Besitzer und lange inaktive Wallets dem größten Druck ausgesetzt wären, aktiv zu werden, sobald eine glaubwürdige Quantenbedrohung auftaucht.
Die wichtigste Erkenntnis ist, dass das Quantenrisiko real, aber nicht unmittelbar ist. Moderne Quantencomputer können reale Wallets noch nicht knacken, und die Branche hat Jahre Zeit, sich vorzubereiten. Dennoch ist die Studie eine klare Erinnerung daran, dass Kryptografie nicht statisch ist und dass öffentliche Netzwerke mehrere Schritte vorausplanen müssen.
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