Der Kryptomarkt entwickelt sich derzeit in zwei unterschiedliche Richtungen. Privatanleger treiben die jüngsten Kursgewinne von XRP voran, während sich institutionelles Kapital weiterhin auf Solana und Ethereum konzentriert – eine Divergenz, die laut dem Forschungsunternehmen 10x Research kaum Anzeichen einer Verringerung zeigt.
Privatanleger treiben das On-Chain-Momentum von XRP an
Laut dem Bericht von 10x Research wird der jüngste Kursanstieg von XRP in erster Linie durch den Kaufdruck von Privatanlegern und die zunehmenden Anwendungsfälle im XRP-Ledger angetrieben. Die Blockchain-Analyseplattform Santiment wies am 6. Februar darauf hin, dass 5,66 Millionen XRP-Wallets, etwa 3,2 % der Gesamtzahl, jeweils weniger als 100 XRP halten. 10x Research führte dies als Beweis für eine breit angelegte, basisorientierte On-Chain-Aktivität an, anstatt für eine konzentrierte Akkumulation.
Die Daten deuten darauf hin, dass normale Nutzer auf dem XRP-Ledger immer aktiver werden, aber das Netzwerk hat noch keine nennenswerte institutionelle Beteiligung angezogen. Das Wachstum der Wallets und das Transaktionsvolumen mögen eine organische Akzeptanz widerspiegeln, doch ohne institutionelle Unterstützung bleibt die strukturelle Nachhaltigkeit der Rallye ungewiss.
Institutionen bevorzugen Solana und Ethereum
Auf der institutionellen Seite sieht das Bild ganz anders aus. 10x Research schätzte die Netto-ETF-Zuflüsse in Solana während des Berichtszeitraums auf etwa 20 Millionen US-Dollar. Ethereum dominiert trotz Netto-ETF-Abflüssen von rund 60 Millionen US-Dollar weiterhin die professionellen Krypto-Allokationen in Bezug auf die Gesamtpositionierung und die Liquiditätstiefe.
Die institutionellen Zahlen von XRP fallen deutlich geringer aus. Die Netto-ETF-Zuflüsse in den Token erreichten lediglich 0,6 Millionen US-Dollar – eine Zahl, die 10x Research als Ausdruck „einer gewissen institutionellen Zurückhaltung“ bezeichnete . Die Kluft zwischen der Akzeptanz von XRP bei Privatanlegern und seiner institutionellen Aufnahme ist kein Zufall.
Sie spiegelt das relative Fehlen einer institutionellen Infrastruktur rund um XRP wider, wie z. B. Verwahrungslösungen, regulierte Produkte und tiefe Liquiditätspools, die Ethereum und Solana zur ersten Wahl für professionelle Anleger gemacht haben.
Diese Diskrepanz wirft eine strukturelle Frage auf, die der Markt beantworten muss: Kann die Dynamik im Privatkundenbereich allein den Kursverlauf von XRP über einen nennenswerten Zeitraum stützen, oder setzt die mangelnde institutionelle Tiefe weiteren Kursgewinnen eine natürliche Obergrenze?
Die Kennzahlen, auf die man achten sollte, sind die wöchentlichen ETF-Zuflussdaten und die Aktivitätsindikatoren des XRP-Ledgers. Jedes glaubwürdige Signal für ein Engagement von Unternehmen – sei es durch Zahlungsinfrastruktur, Tokenisierungs-Pilotprojekte oder die Integration regulierter Verwahrungslösungen – würde einen echten Wendepunkt markieren. Bis es soweit ist, bleibt die Rallye von XRP fest im Privatkundenbereich verankert.
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