T. Rowe Price, der in Baltimore ansässige Vermögensverwalter, hat bei der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC einen geänderten S-1-Antrag eingereicht – für einen Fonds, der zu den ersten aktiv verwalteten Kryptowährungs-ETFs in den Vereinigten Staaten gehören würde.
Der Antrag beschreibt den „Price Active Crypto ETF“, eine Struktur, die sich von den passiven, auf einen einzigen Vermögenswert ausgerichteten Spot-Bitcoin-Produkten abhebt, die 2024 die ETF-Landschaft prägten. Anstatt eine einzelne Kryptowährung oder einen festen Index nachzubilden, würde der Fonds aus einem Pool von 15 digitalen Vermögenswerten schöpfen und zu jedem Zeitpunkt zwischen 5 und 15 davon halten.
Ein breites und unkonventionelles Anlageuniversum
Zu den zulässigen Vermögenswerten gehören Bitcoin, Ether, Solana, XRP, Cardano, Avalanche, Litecoin, Polkadot, Dogecoin, Hedera, Bitcoin Cash, Chainlink, Stellar, Shiba Inu und Sui – ein Spektrum, das etablierte Protokolle, konkurrierende Layer-1-Netzwerke und spekulative Token mit geringer Marktkapitalisierung umfasst.
Die Allokationsentscheidungen würden auf einem quantitativen Rahmen basieren, der Fundamentalanalysen, Bewertungskennzahlen und Momentum-Signale kombiniert, mit dem erklärten Ziel, den FTSE US Listed Crypto Index zu übertreffen.
Die geänderte Registrierung, die auf einem ursprünglich im Oktober eingereichten Antrag aufbaut, enthält auch Einzelheiten zu Verwahrungsvereinbarungen und den Mechanismen der Anteilshandlung. Anchor wird als Verwahrer für die zugrunde liegenden Bestände des Fonds fungieren. Bei der Auflegung würde der ETF ein barabgerechnetes Modell verwenden, bei dem autorisierte Teilnehmer beim Erwerb oder der Rückgabe von Anteilen Bargeld statt Kryptowährung tauschen müssen.
Der Antrag lässt die Möglichkeit offen, zu einem späteren Zeitpunkt auf Sachtransaktionen umzustellen, den Standardmechanismus, den die meisten herkömmlichen ETFs verwenden.
Offenlegung zum Staking signalisiert regulatorische Vorsicht
Eine bemerkenswerte Ergänzung ist die bedingte Offenlegung des Fonds zum Staking. In der Einreichung heißt es, dass der Fonds Token, die in Proof-of-Stake-Netzwerken gehalten werden, staken darf, sofern weitere Due-Diligence-Prüfungen abgeschlossen sind und Klarheit über die steuerliche Behandlung vorliegt. Die vorsichtige Formulierung deutet auf ungelöste Fragen im US-Steuerrecht hinsichtlich der Einstufung von Staking-Belohnungen hin – ein Bereich, den die Regulierungsbehörden noch nicht endgültig geklärt haben.
Die SEC hat noch keinen Zeitplan für die Prüfung des Antrags genannt. Der Antrag reiht sich ein in eine wachsende Liste institutioneller Vorschläge, die ein reguliertes Krypto-Engagement anstreben, wobei die Aussichten auf eine Genehmigung sowohl von der Haltung der Regulierungsbehörden als auch von der Fähigkeit des Fonds abhängen, sich in einem zunehmend umkämpften Markt klar zu positionieren.
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