Wichtige Punkte:
- Matt Hougan, CIO von Bitwise, sieht DeFi als möglichen Motor für den nächsten Krypto-Bullenmarkt.
- Der Vorschlag „Aave Will Win” von Aave würde 100 % der Produktumsätze in die DAO-Kasse fließen lassen.
- Aave Labs würde im Gegenzug für die Zuweisung der Einnahmen Finanzmittel und eine Übertragung von geistigem Eigentum erhalten.
- Institutionelle Investitionen in Uniswap und Morpho zeigen, dass das Vertrauen in DeFi-Geschäftsmodelle wächst.
Matt Hougan, Chief Investment Officer bei Bitwise, meinte, dass dezentrale Finanzen eine zentrale Rolle in der nächsten Phase der Erholung des Kryptomarktes spielen könnten, und verwies dabei auf strukturelle Veränderungen in der Art und Weise, wie wichtige Protokolle Einnahmen generieren und Token-Anreize ausrichten.
In einer Mitteilung an Investoren in dieser Woche argumentierte Hougan, dass Bärenmärkte Projekte oft dazu zwingen, ihre wirtschaftlichen Grundlagen zu stärken. Er sagte, dass DeFi begonnen habe, sich von spekulativen Aktivitäten weg und hin zu Geschäftsmodellen zu bewegen, die auf Protokolleinnahmen, einer Ausweitung der Nutzerakzeptanz und einer klareren Wertabschöpfung für Token-Inhaber basieren.
Der Übergang spiegele eine umfassendere Veränderung in der Art und Weise wider, wie Investoren Krypto-Projekte bewerten, wobei der Fokus mehr auf der operativen Leistung als auf narrativem Wachstum liege.
Ein wichtiges Beispiel dafür sei laut Hougan ein kürzlich vorgelegter Governance-Vorschlag namens „Aave Will Win Framework” von Aave, einem der größten dezentralen Kreditprotokolle. Die Initiative würde die mit Aave-Produkten erzielten Einnahmen an die dezentrale autonome Organisation (DAO) des Protokolls weiterleiten, sodass die Token-Inhaber über die Verwendung dieser Mittel entscheiden könnten.
Aave-Vorschlag unterstreicht den Wandel hin zu umsatzgebundenen Token
Im Rahmen der vorgeschlagenen Struktur würde Aave Labs Finanzmittel durch eine Kombination aus Stablecoins, Token-Zuteilungen und meilensteinbasierten Zuschüssen erhalten, die an Entwicklungsziele, einschließlich der Arbeit an Aave V4, geknüpft sind.
Hougan sagte, dass solche Vereinbarungen die Sichtweise der Investoren auf DeFi-Token verändern könnten, indem sie diese näher an Vermögenswerte mit wirtschaftlichem Bezug zum Protokollwachstum heranrücken lassen, anstatt sie nur als Governance-Instrumente zu betrachten.
Frühere Generationen von DeFi-Token gewährten in erster Linie Stimmrechte ohne direkte Ansprüche auf Protokolleinnahmen. Hougan merkte an, dass neuere Tokenomics-Frameworks den Wert von Token zunehmend an messbare Einnahmequellen koppeln und so die Anreize zwischen Entwicklern, Nutzern und Token-Inhabern aufeinander abstimmen.
Institutionelle Investitionen stärken das Vertrauen in DeFi-Modelle
Hougan wies auch auf die wachsende Beteiligung institutioneller Anleger als Bestätigung für die sich entwickelnde Struktur von DeFi hin. Vermögensverwalter wie BlackRock und Apollo Global Management haben kürzlich DeFi-bezogene Initiativen unterstützt und damit ihr wachsendes Vertrauen in die langfristige Rentabilität des Sektors signalisiert.
Inzwischen hat sich der Gesamtwert der in DeFi-Protokollen gebundenen Mittel auf rund 96 Milliarden US-Dollar erholt, was auf erneute Kapitalzuflüsse nach einem längeren Abschwung hindeutet. Hougan sagte, dass On-Chain-Kennzahlen wie Gebührenerzeugung, Treasury-Wachstum und Governance-Ergebnisse entscheidende Indikatoren dafür sein werden, ob diese strukturellen Veränderungen zu einer anhaltenden Marktdynamik führen.
Er bezeichnete die Veränderung zwar als positive Entwicklung, warnte aber, dass die Ergebnisse von der Umsetzung, den Governance-Entscheidungen und den allgemeinen Marktbedingungen abhängen werden. Damit DeFi die nächste Erholungsphase anführen kann, müssen die Protokolle weiterhin konsistente Einnahmen und einen klaren wirtschaftlichen Wert für die Teilnehmer zeigen.
WEITERLESEN: RENDER-Kurs nähert sich Ausbruch, da fallender Keil sich verengt