Wichtige Punkte:
- Das OFAC hat zwei in Großbritannien registrierte Kryptobörsen sanktioniert, weil sie Transaktionen mit Verbindungen zum Iran und zum IRGC ermöglicht haben.
- Das Finanzministerium hat sieben Tron-Wallet-Adressen identifiziert, die mit Aktivitäten in Verbindung stehen, die zuvor mit der vom IRGC kontrollierten Infrastruktur in Verbindung gebracht wurden.
- Eine der Börsen hat seit ihrer Gründung im Jahr 2022 ungewöhnlich große Kryptovolumina abgewickelt.
- Der Fall steht in Verbindung mit dem Geschäftsmann Babak Morteza Zanjani und zeigt ein breiteres Muster der Umgehung von Sanktionen mithilfe von Kryptowährungen.
Das Amt für die Kontrolle ausländischer Vermögenswerte des US-Finanzministeriums hat am 30. Januar zwei in Großbritannien registrierte Kryptowährungsbörsen auf seine Sanktionsliste gesetzt. Damit hat Washington zum ersten Mal digitale Börsen wegen ihrer Aktivitäten im iranischen Finanzsektor benannt.
Das OFAC nannte Zedcex Exchange Ltd. und Zedxion Exchange Ltd. wegen der Erleichterung von Transaktionen für Unternehmen, die mit dem Iranischen Revolutionsgarde-Korps in Verbindung stehen, und wegen ihrer Beteiligung an einem Netzwerk, das darauf abzielt, internationale Sanktionen zu umgehen.
Diese Maßnahme zeigt, dass die Finanzaufsichtsbehörden der USA und ihrer Verbündeten zunehmend besorgt sind darüber, wie staatlich geförderte Unternehmen die Blockchain-Technologie nutzen, um Geld außerhalb des traditionellen Finanzsystems zu bewegen.
OFAC benennt Zedcex und Zedxion wegen Verbindungen zum Iran
Zedcex, das im August 2022 seinen Betrieb aufgenommen hat, hat laut US-Finanzministerium Transaktionen im Wert von mehr als 94 Milliarden US-Dollar ermöglicht. Zedxion, das im Mai 2021 gegründet wurde, hatte zuvor den iranischen Geschäftsmann Babak Morteza Zanjani als Direktor gelistet. Zanjani ist seit langem für seine Beteiligung an der Umgehung von Sanktionen und groß angelegten Finanztransaktionen im Iran bekannt.
In der Sanktionsmitteilung wurden auch sieben Tron-Netzwerkadressen genannt, die mit Zedcex in Verbindung stehen. Einige davon überschneiden sich mit Wallets, die von der israelischen National Blockchain Counter Terrorism Unit schon mal als von der IRGC kontrolliert gemeldet wurden. Das Finanzministerium meinte, dass Transaktionsdiagramme zeigen, dass es immer noch finanzielle Interaktionen zwischen den Börsen, sanktionierten iranischen Unternehmen und inländischen Börsen gibt.
Die Regulierungsbehörden beschrieben das Muster als typisch für etablierte Layering-Techniken, bei denen Gelder über mehrere Zwischenstationen und Dienstleister geleitet werden, um ihre Herkunft zu verschleiern, bevor sie verwendet werden können.
Compliance-Druck für globale Krypto-Unternehmen steigt
Die Maßnahme ist Teil eines breiteren Trends, bei dem virtuelle Vermögenswerte zunehmend von Akteuren mit Verbindungen zum Iran genutzt werden, um internationale Sanktionen zu umgehen, insbesondere bei Ölgeschäften, Proxy-Finanzierungen und Beschaffungsnetzwerken.
Die Auswirkungen dieser Sanktionen für Börsen und Verwahrungsdienstleister sind eine verstärkte Überprüfung auf Wallet-Ebene, eine Neubewertung historischer Gegenparteien und die Beendigung von Beziehungen, die sie einem Risiko sekundärer Sanktionen aussetzen könnten.
Es könnte auch zu einer Verringerung der Liquidität kommen, vor allem an großen Börsen, da große Akteure strengere Kontrollen einführen, während kleinere Börsen, die keine angemessenen Überprüfungen durchführen, eher betroffen sein dürften.
Die Maßnahme des Finanzministeriums zeigt, dass eine Registrierung in einem westlichen Land keinen Schutz bietet, wenn die Eigentümerstrukturen, Kundenstämme oder Transaktionsströme auf sanktionierte Staaten zurückzuführen sind – ein Ansatz, der wahrscheinlich die zukünftige Durchsetzung von Kryptovorschriften weltweit prägen wird.
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