Südkorea hat das neun Jahre alte Verbot für Kryptowährungsinvestitionen von Unternehmen aufgehoben und damit den Weg für börsennotierte Unternehmen und professionelle Investoren geebnet, zum ersten Mal seit 2017 wieder regulierte Engagements in digitalen Vermögenswerten einzugehen.
Was sich in Südkorea geändert hat
Die südkoreanische Finanzdienstleistungskommission (FSC) hat Richtlinien verabschiedet, die es börsennotierten Unternehmen und registrierten professionellen Investmentinstituten erlauben, unter strengen Auflagen mit Kryptowährungen zu handeln. Die Regeln folgen auf jahrelange Verbote, die 2017 begannen, als die Behörden die Beteiligung von Institutionen aufgrund von Bedenken hinsichtlich Geldwäsche, spekulativen Exzessen und Finanzkriminalität blockierten.
Unter dem neuen Rahmen können berechtigte Unternehmen jedes Jahr bis zu 5 % ihres Eigenkapitals in digitale Vermögenswerte investieren. Die Investitionen müssen sich auf die 20 nach Marktkapitalisierung größten Kryptowährungen konzentrieren, die an den fünf größten Börsen Koreas notiert sind, wobei die Börsen gestaffelte Ausführungs- und Ordergrößenbeschränkungen anwenden müssen.
Wichtige Beschränkungen und Zeitplan
Die Aufsichtsbehörden gehen davon aus, dass nach Inkrafttreten der Vorschriften etwa 3.500 Unternehmen, darunter börsennotierte Gesellschaften und lizenzierte professionelle Anleger, die Voraussetzungen erfüllen werden. Der Handel soll nach Veröffentlichung der endgültigen Leitlinien zwischen Januar und Februar beginnen und an das umfassendere Gesetz über digitale Vermögenswerte angepasst werden, wobei eine vollständige Beteiligung der Unternehmen bis Ende 2026 angestrebt wird.
Der Status von an den Dollar gekoppelten Stablecoins wie USDT ist noch nicht geklärt, da die Behörden noch darüber diskutieren, ob diese Vermögenswerte in den investierbaren Bereich fallen. Die Behörden haben signalisiert, dass jede Ausweitung über die derzeitige Obergrenze von 5 % oder die Top-20-Beschränkung hinaus vom Marktverhalten unter dem neuen Regime und der Wirksamkeit von Verbraucherschutzvorschriften wie dem Gesetz zum Schutz der Nutzer virtueller Vermögenswerte abhängen wird.
Position in der globalen Kryptopolitik
Mit dieser Entscheidung schließt sich Südkorea Ländern wie den USA, Hongkong und Kanada an, wo der Kryptohandel durch Unternehmen und Institutionen schon zum Mainstream gehört. Der Schritt passt auch zu Seouls „Wirtschaftswachstumsstrategie 2026”, die sich mit der Gesetzgebung für Stablecoins und der möglichen Zulassung von börsengehandelten Kryptowährungsfonds beschäftigt, um institutionelles Kapital in den Sektor zu bringen.
Branchenverbände begrüßen das Ende des Verbots, argumentieren aber, dass die Obergrenze von 5 % im Vergleich zu Märkten, die keine spezifischen quantitativen Beschränkungen für Krypto-Bestände von Unternehmen festlegen, zu konservativ ist. Kritiker warnen, dass strenge Beschränkungen die Entstehung spezieller Strategien für digitale Vermögenswerte behindern könnten, obwohl Südkorea daran arbeitet, sich wieder als regionales Zentrum für Blockchain- und Krypto-Innovationen zu etablieren.
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