Brave (BAT) ist wohl einer der erfolgreichsten Newcomer bei den Browsern. Dabei hat sich das Unternehmen dahin auf die Privatsphäre der Nutzer fokussiert. Vor wenigen Tagen kam es plötzlich zu einem großen Skandal, als einige Nutzer herausgefunden haben, dass Brave bei der Suchanfrage nach bekannten Börsen und anderen kryptorelevanten Diensten (zB. Binance, Ledger usw.), die Links mit ihrem eigenen Partnerlink automatisch ergänzt haben. Somit bekam Brave bei jedem Nutzer, der sich über die gesuchte Plattform letztendlich angemeldet und dort Geld umgesetzt hat, eine Provision.

Wir schauen uns kurz an was passiert ist und wie Brave auf die Kritik aus der Community reagiert hat.

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Brave Browser verdient heimlich an seinen Nutzern

Zum allerersten Mal ist der Skandal durch einen Twitter Nutzer aufgeflogen, der gemerkt hat, dass Brave bei der Suche nach „Binance.us“ den ersten Vorschlag im Dropdown-Menu mit einem eigenen Partnerlink versehen hat.

Brave Ledger Partnerlink mit Autovervollständigung

Dieser Tweet löste einen regelrechten Shitstorm aus, da andere Nutzer darauf aufmerksam wurden und gemerkt haben, dass sich diese automatische Vervollständigung mit dem Partnerlink von Brave nicht nur auf „binance.us“ begrenzt war, sondern auch für Ledger, Trezor, Coinbase und Co. genutzt wurde.

Brave CEO reagiert auf die Kritik

Das Team von Brave hat natürlich darauf reagiert und sich für ihr Verhalten bei der Community entschuldigt. Der Brave CEO Brendan Eich äußerte sich wie folgt zu dem Sachverhalt:

Wir haben einen Fehler gemacht, den wir korrigieren: Brave ergänzt die wörtliche Eingabe von „http://binance.us“ in der Adressleiste um Partnercode . Wir sind [zwar] ein Binance-Partner und leiten User über das optionale Trading-Widget auf einer neuen Tab-Seite weiter, aber Autocomplete sollte keinen Code hinzufügen.

 

Die Entschuldigung von Brave war zwar notwendig aber hat nicht den gewünschten Effekt gehabt. Viele Nutzer haben sich bereits gegen den Browser ausgesprochen und zum Boykott aufgerufen. Sie sehen in dem Sachverhalt einen systematischen Betrug an den ehrlichen Nutzern.

Das Team teilte mit, dass dieses Problem bereits im Open-Source-Code auf Github sowie in allen seinen Versionen, einschließlich der neuen Desktop-Version v1.9.80, behoben wurde. Wörtlich genommen ist die Symbolleiste „Brave vorgeschlagene Seiten in Autovervollständigungsvorschlägen anzeigen“ jetzt standardmäßig auf ‚aus‘ gestellt.

Das Brave-Team betont, dass diese Situation keine Gefahr für die Privatsphäre der Nutzer darstellte, da keine Daten über ihre Identität an die Partner gesendet wurden. Nur Brave selbst wurde von den Partnermechanismen identifiziert.


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Die Community will einen Fork

Nichtsdestotrotz hat dieses Problem bereits dazu geführt, dass Nutzer einen Fork des Braver Browsers durchführen möchten und zwar komplett ohne Werbung und ohne den BAT Token. Sie wollen die Gunst der Stunde nutzen, um einen echten Open-Source-Browser den Nutzern bereitzustellen, welcher von keinem Unternehmen geleitet wird, welches gewinnorientiert agiert.

Das Projekt wird durch Spenden finanziert und wird keine „geschäftsbezogenen Merkmale“ implizieren. Seinen Entwicklern zufolge wird es einfach „ein netter Open-Source-Browser für den Schutz der Privatsphäre sein“.

Innerhalb weniger Tage gelang es dem neuen Projekt namens „Braver Browser“ 84 Contributer auf Github und über 450 Follower auf Twitter für sich zu gewinnen.

Der BAT Kurs hat sich davon aber nicht einschüchtern lassen und konnte in den letzten Tagen wieder ordentlich zulegen. Scheinbar interessieren sich die meisten für den Sachverhalt nicht.

Wir sind gespannt, ob sich die Lage rund um den Brave Browser in den nächsten Tagen und Wochen beruhigen kann und ob der neue Open-Source-Browser wirklich Zulauf bekommen wird. Im Crypto Space bleibt es nach wie vor immer wieder spannend. Wir werden euch hier weiterhin auf dem Laufenden halten. Stay tuned.

Wir der BAT Kurs auf den Skandal reagieren? Kann sich der Fork gegen Brave durchsetzen?

[Bildquelle: Shutterstock, Brave, Twitter]