Laut Bloomberg plant Nvidia eine seiner bislang größten Kapitalaufnahmen und will US-Anleihen im Wert von rund 20 Milliarden Dollar in sieben Tranchen verkaufen. Mit den Erlösen will Nvidia seine Ausgaben für KI-Rechenzentren, die Chipfertigung und Aktienrückkäufe hochfahren, da die Nachfrage nach seinen Produkten weiterhin extrem hoch ist.
Der Verkauf wird in sieben separaten Tranchen mit unterschiedlichen Laufzeiten und Zinssätzen organisiert, um ein breites Spektrum an Investoren anzusprechen, so Nvidia. Im Allgemeinen bieten Anleihen mit kürzeren Laufzeiten niedrigere Renditen, während Anleihen mit längeren Laufzeiten höhere Renditen bieten, um das zusätzliche Risiko auszugleichen. Die „Multi-Tranche“-Struktur ist typisch für Mega-Deals und ermöglicht es dem Emittenten, verschiedene Nachfragesegmente am Anleihemarkt anzusprechen.
Die vollständigen Konditionen sind noch nicht öffentlich, aber solche großen Investment-Grade-Anleiheemissionen bestehen häufig aus einer Mischung aus Laufzeiten von 3, 5, 7, 10 und mehr Jahren. Diese Mischung ermöglicht es Nvidia, sich heute die Kreditkosten über die gesamte Kurve hinweg zu sichern und gleichzeitig etwas Spielraum für eine spätere Refinanzierung zu lassen. Das Emissionsvolumen deutet darauf hin, dass große Banken großes Interesse von Vermögensverwaltern verzeichnen, die sich in Form von Anleihen und nicht nur über Aktien an einem führenden KI-Unternehmen beteiligen wollen.
Warum Nvidia so viel Fremdkapital aufnimmt
Nvidia befindet sich in einem aggressiven Investitionszyklus und kämpft verbissen darum, seine Führungsposition bei KI-Chips und Rechenzentrumsplattformen zu behaupten. Das Unternehmen kann große Mengen an Anleihen verkaufen, um relativ kostengünstige, festverzinsliche Finanzmittel zu beschaffen – im Vergleich zur Ausgabe weiterer Aktien und der Verwässerung bestehender Anteilseigner. Das Unternehmen kann dieses Geld für Forschung und Entwicklung im Halbleiterbereich, neue Produktionskapazitäten über Partner sowie für den Ausbau von Netzwerk- und Softwareprodukten im Zusammenhang mit seinen KI-Systemen verwenden.
In den letzten Jahren hat Nvidia geliehenes Geld auch zur Finanzierung von Aktionärsrenditen, einschließlich Rückkäufen, genutzt. Durch die Ausgabe von Anleihen bei hoher Kreditnachfrage kann das Unternehmen die Ausgaben für Wachstum mit der Kapitalrückführung an die Aktionäre in Einklang bringen. Der neue 20-Milliarden-Dollar-Plan zeigt, dass Nvidia seine KI-Chancen als so groß einschätzt, dass es sich jetzt eine Menge langfristiger Finanzmittel sichern will.
Ein Anleiheverkauf dieser Größenordnung durch einen der wertvollsten Chiphersteller der Welt dürfte an den Kredit- und Aktienmärkten für Aufsehen sorgen. Anleger in festverzinsliche Wertpapiere erhalten eine weitere Möglichkeit, auf Nvidias Führungsrolle im KI-Bereich zu setzen, ohne die gleichen Kursschwankungen wie die Aktionäre in Kauf nehmen zu müssen. Aktienanleger werden unterdessen beobachten, wie sich die zusätzliche Verschuldung auf Gewinn, Cashflow und die zukünftige Rückkaufkapazität auswirkt.
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