Die Hana Bank geht eine der größten Wetten der traditionellen Finanzwelt auf Kryptowährungen ein, indem sie rund 670 Millionen Dollar in Dunamu investiert, das Unternehmen hinter Südkoreas größter Börse, Upbit. Der Deal zeigt, dass koreanische Banken regulierte Plattformen für digitale Vermögenswerte mittlerweile als wichtige Partner und nicht mehr als riskante Sonderfälle betrachten.
So funktioniert der Hana-Dunamu-Deal
Die Hana Bank wird 2,284 Millionen Dunamu-Aktien von Kakao Investment, einer Tochtergesellschaft des Tech-Riesen Kakao, für etwa 1 Billion Won oder rund 670 Millionen US-Dollar kaufen. Wenn der Deal am 15. Juni abgeschlossen wird, wird Hana einen Anteil von 6,55 Prozent an Dunamu halten und zum viertgrößten Anteilseigner werden, während der Anteil von Kakao Investment von etwa 10,6 Prozent auf rund 4 Prozent sinken wird, aber weiterhin bedeutend bleibt.
Dunamu betreibt Upbit, das gemessen an Handelsvolumen und Nutzerzahlen den südkoreanischen Kryptomarkt anführt, und bietet zudem aktiengebundene Anlagedienste sowie andere Blockchain-Projekte an, wobei Upbit nach wie vor das Kerngeschäft darstellt. Zu den Hauptaktionären zählen der Vorsitzende Song Chi-hyung mit rund 25,5 Prozent, der stellvertretende Vorsitzende Kim Hyoung-nyon mit etwa 13,1 Prozent und Woori Technology Investment mit rund 7,2 Prozent.
Warum die Hana Bank jetzt in Kryptowährungen investiert
Die Hana Financial Group erklärt, die Investition sei Teil der Bemühungen, „auf digitalen Vermögenswerten basierende Finanzinnovationen“ voranzutreiben, während Korea die Vorschriften für das Engagement von Unternehmen im Kryptobereich langsam lockert. Die Gruppe hat bereits bei kleineren Projekten mit Dunamu zusammengearbeitet und plant nun gemeinsame Dienste, die Bankgeschäfte mit tokenisierten Vermögenswerten und Web3-Tools verbinden. Führungskräfte bezeichnen den Schritt als eine Möglichkeit, sich einen Platz in der ersten Reihe zu sichern, während digitale Vermögenswerte und traditionelle Finanzwelt verschmelzen.
Die neue Aktionärsstruktur stärkt Upbits Bindungen zu einer Großbank zu einer Zeit, in der Fiat-Partner weltweit immer noch als wichtige Gatekeeper für Börsen fungieren. Die Unterstützung durch Hana könnte die Einführung neuer On-Ramp-Dienste, Cross-Selling zwischen Banking-Apps und Krypto-Plattformen sowie institutioneller Produkte erleichtern, die eine starke Fiat-Bilanz erfordern. Außerdem signalisiert sie den Regulierungsbehörden, dass einer der größten Kreditgeber des Landes genug Vertrauen in Upbits Compliance-Systeme hat, um echtes Kapital zu investieren.
Der Deal ist die bislang größte Einzelinvestition einer südkoreanischen Bank in ein Unternehmen für digitale Vermögenswerte. Er folgt auf kleinere Beteiligungen von Hanwha Investment und anderen Finanzkonzernen an Dunamu und zeigt ein stetiges Mainstream-Interesse an der Branche. Wenn die Regulierungsbehörden das Verbot von Krypto-Investitionen für Unternehmen aufheben und ein begrenztes Bilanzengagement in Top-Vermögenswerten zulassen, könnte diese Art von Bank-Börsen-Partnerschaft schnell zu einem Modell für den breiteren koreanischen Markt werden.
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