Banken könnten sich auf teure Infrastruktur festlegen, wenn sie proprietäre Blockchains gegenüber offenen Netzwerken bevorzugen, meint Denelle Dixon, Chefin der Stellar Development Foundation. In einem Beitrag für BankThink schreibt Dixon, dass Entscheidungen über Blockchain-Infrastrukturen die Wettbewerbsdynamik für Jahrzehnte prägen werden, da Finanzinstitute in tokenisierte Vermögenswerte und 24/7-Abrechnungsmodelle expandieren.
Ihre Kommentare kommen zu einer Zeit, in der große Börsen und Vermögensverwalter ihre Strategien für digitale Vermögenswerte vertiefen. Die New Yorker Börse hat Pläne für verlängerte Handelszeiten vorgelegt, während große Banken und Fondsmanager weiter mit tokenisierten Wertpapieren und Blockchain-basierten Abrechnungen experimentieren.
Vor diesem Hintergrund stellte Dixon die Wahl zwischen privaten konsortialgeführten Systemen und öffentlichen Netzwerken als strukturelle wirtschaftliche Entscheidung und nicht als technische Entscheidung dar.
Öffentliche Blockchains bieten Interoperabilität und Risikostreuung
Dixon meint, dass proprietäre Netzwerke die Abhängigkeitsmuster reproduzieren, mit denen Banken seit langem bei Kernsystemen und Zahlungsanbietern konfrontiert sind. Eine Infrastruktur, die einem Konsortium oder Anbieter gehört, diene zwangsläufig den Interessen der Aktionäre, was zu Preismacht und im Laufe der Zeit zu Einschränkungen bei der Governance führen könne.
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Offene Netzwerke hingegen ermöglichen es Institutionen, Transaktionen ohne bilaterale Vereinbarungen oder Middleware-Schichten durchzuführen, was sie als „Interoperabilität ohne Genehmigung” bezeichnet. Die Weltbank schätzt die durchschnittlichen Kosten für grenzüberschreitende Zahlungen auf 6,49 % des Transaktionswerts, eine Zahl, die oft in Diskussionen über die Verbesserung der Abwicklungseffizienz genannt wird. Dixon argumentiert, dass eine breitere Konnektivität über öffentliche Ketten hinweg dazu beitragen könnte, solche Reibungsverluste zu beseitigen.
Sie wies auch auf das Risiko der Konzentration hin. Die Dallas Fed hat zuvor davor gewarnt, dass die Abhängigkeit von großen Technologie-Dienstleistern systemische Schwachstellen mit sich bringen kann. Nach Ansicht von Dixon birgt eine Blockchain-Infrastruktur mit einem einzigen Betreiber ein ähnliches Risiko, während verteilte Validator-Netzwerke das Betriebsrisiko auf verschiedene Gerichtsbarkeiten verteilen.
Bedenken hinsichtlich Compliance und Kontrolle sind nach wie vor ein zentraler Grund für die Zurückhaltung der Banken. Dixon behauptete, dass die Governance auf Asset-Ebene, einschließlich Einfrier- und Rückforderungsfunktionen, mit offenen Abwicklungsebenen koexistieren kann. Die CEO von Stellar (XLM) führte tokenisierte Fondsinitiativen großer Vermögensverwalter als Beweis dafür an, dass regulatorische Anforderungen in öffentlichen Netzwerken erfüllt werden können. Deutsche Bank Research schätzt den Markt für tokenisierte reale Vermögenswerte auf etwa 33 Milliarden US-Dollar.
Für Banken, die eine Blockchain-Strategie evaluieren, schlug Dixon drei Fragen vor: Wer kontrolliert das Netzwerk, welche Anreize leiten diese Kontrolle heute und wie könnten sich diese Anreize mit zunehmender Akzeptanz entwickeln? Mit zunehmender Tokenisierung könnten frühe Infrastrukturentscheidungen laut Dixon zu lang anhaltenden Pfadabhängigkeiten führen, die schwer umkehrbar sind.
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