Wichtige Punkte:
- David Marcus schlägt vor, einen ganz kleinen Teil der US-Goldreserven in Bitcoin umzuwandeln, und meint, man sollte das langsam angehen.
- Offizielle Käufe könnten eine wichtige neue Quelle für die Nachfrage nach Bitcoin sein, würden aber bei einer schnellen Umsetzung zu Schwankungen führen.
- Kritiker sagen, dass der Verkauf großer Goldbestände die globalen Goldpreise drücken und das Vertrauen in die Reserven schwächen könnte.
David Marcus, ehemaliger Präsident von PayPal und Mitbegründer des Zahlungsdienstleisters Lightspark, hat sich mit einer besonnenen Stimme in die Debatte darüber eingeschaltet, ob Regierungen Bitcoin neben traditionellen Reserven halten sollten.
In einem Gespräch mit Bloomberg in dieser Woche sagte Marcus, dass Bitcoin langfristig einen besseren Wertschutz biete als Gold, warnte aber, dass jeder Versuch der US-Regierung, Gold in Bitcoin umzuwandeln, bewusst langsam erfolgen müsse, um Markt- und politische Schocks zu vermeiden.
Die Kommentare kommen zu einem Zeitpunkt, an dem das Interesse an staatlichen Bitcoin-Beständen in politischen Kreisen weiter zunimmt. Obwohl noch kein konkreter Plan verabschiedet wurde, haben Vorschläge zur Diversifizierung der Reserven Aufmerksamkeit erregt, da Gesetzgeber und Regulierungsbehörden prüfen, wie digitale Vermögenswerte in die bestehenden Rahmenbedingungen für Gold- und Devisenbestände passen könnten.
Warum eine schrittweise Umstellung von Gold auf Bitcoin ins Gespräch gebracht wird
Marcus sagte, die Regierung könnte erwägen, einen „sehr, sehr kleinen Teil” ihrer Goldreserven im Laufe der Zeit in Bitcoin umzuwandeln, wobei er betonte, dass die Geschwindigkeit genauso wichtig sei wie der Umfang. Seiner Ansicht nach bergen große oder plötzliche Käufe das Risiko, die Preise zu verzerren und politische Gegenreaktionen hervorzurufen, bevor klare Regeln festgelegt sind.
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Sein Argument stützt sich auf das feste Angebot von Bitcoin und dessen wachsende Akzeptanz als Wertanlage. Offizielle Käufe, selbst wenn sie nur marginal sind, würden eine neue Quelle struktureller Nachfrage in einem Markt darstellen, der im Vergleich zu traditionellen Anlageklassen nach wie vor relativ dünn ist. Diese Aussicht hat einige Kommentatoren dazu veranlasst, in hypothetischen Szenarien, in denen ein kleiner Prozentsatz der US-Goldreserven in Bitcoin umgeschichtet wird, starke Preisreaktionen zu modellieren.
Marcus sprach sich gegen aggressive Ansätze aus und wies darauf hin, dass politische Entscheidungen sich schnell und oft in widersprüchlicher Weise ändern können. Zu viel und zu schnell zu kaufen, könnte öffentliche Institutionen gefährden, wenn sich regulatorische oder fiskalische Prioritäten während des Prozesses verschieben.
Risiken für die Märkte und die Glaubwürdigkeit der Reserven
Kritiker weisen darauf hin, dass jeder Verkauf von US-Gold, selbst ein bescheidener, Auswirkungen über Bitcoin hinaus hätte. Die Vereinigten Staaten verfügen über einen der weltweit größten offiziellen Goldvorräte, und Anpassungen dieser Position könnten Druck auf die globalen Goldpreise ausüben oder Fragen zu langjährigen Reservepraktiken aufwerfen.
Die jüngste Marktentwicklung erschwert den Vergleich zusätzlich. Gold hat Bitcoin im vergangenen Jahr übertroffen und damit seine Rolle als defensiver Vermögenswert in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit gestärkt. Bitcoin hingegen blieb volatil, wobei die Kursschwankungen durch die begrenzte Spot-Liquidität bei großen Aufträgen auf dem Markt noch verstärkt wurden.
Diese Dynamik ist für das von Marcus hervorgehobene Risiko von zentraler Bedeutung. Eine rasche Umsetzung könnte die Volatilität an den Bitcoin-Märkten verstärken und gleichzeitig Goldanleger verunsichern, was das Vertrauen in beide Vermögenswerte untergraben würde, anstatt die Reserven zu stärken.
Vorerst bleibt diese Idee theoretisch. Jeder Schritt in Richtung Bitcoin würde eine klare rechtliche Grundlage, transparente Rechnungslegungsvorschriften und eine Einigung über die Finanzierungsquellen erfordern. Die Marktteilnehmer warten auf offizielle Leitlinien zur Reserveverwaltung und zur Politik im Bereich digitaler Vermögenswerte, da sie sich bewusst sind, dass die Glaubwürdigkeit weniger von kühnen Erklärungen als vielmehr von einer sorgfältigen Umsetzung abhängt.
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