Die größte Kryptowährungsbörse der Welt will sich in Europa endgültig regulieren lassen. Binance hat über die griechische Kapitalmarktkommission (HCMC) einen Antrag auf eine MiCA-Lizenz (Markets in Crypto-Assets) gestellt, was eine Änderung in ihrer Geschäftsstrategie zeigt.
Um die Compliance bis zum 30. Juni 2026 zu erreichen, einer Frist, die für Binary im Juni 2026 festgelegt wurde, wurde die Binary Greece Single Member S.A. gegründet, eine Holdinggesellschaft mit Sitz in Athen, die auf unbestimmte Zeit gegründet wurde. Dieser Schritt ermöglicht es Binance, seine Dienste in allen 27 EU-Mitgliedstaaten anzubieten und die Vielzahl nationaler Registrierungen in einem einzigen, einheitlichen Rahmen zu vereinfachen.
Der griechische MiCA-Lizenzgenehmigungsprozess
Die Wahl Athens ist überraschend, weil man eher gedacht hätte, dass das Unternehmen traditionelle Zentren wie Malta oder Lettland bevorzugen würde. Griechenland bietet aber einen „Fast-Track”-Prüfungsprozess, der schon einige Top-Beratungsfirmen angezogen hat. Berichten zufolge hat die HCMC Ernst & Young und KPMG beauftragt, bei der strengen Prüfung des Antrags zu helfen.
Für Binance basiert die Entscheidung auf dem Bekenntnis zur Transparenz. Ein Unternehmenssprecher bezeichnete das MiCA-System als „regulatorische Klarheit” und wies darauf hin, dass die griechische Wirtschaft, die derzeit über dem EU-Durchschnitt liegt, ein stabiles Umfeld für finanzielle Innovationen bietet.
Für diesen Antrag steht viel auf dem Spiel, da ein wichtiges regulatorisches Zeitfenster zu Ende geht. Nach MiCA riskieren Unternehmen, die bis Mitte des Jahres keine Lizenz bekommen, auf dem ganzen Kontinent geschlossen zu werden. Binance ist zwar derzeit in mehreren Märkten, darunter Frankreich, vertreten, aber seine Geschichte mit den nationalen Regulierungsbehörden ist kompliziert.
In Paris steht das Unternehmen nach früheren Compliance-Vereinbarungen weiterhin unter der Aufsicht der französischen Staatsanwaltschaft. Die Erlangung der griechischen Genehmigung würde Binance den rechtlichen Schutz gewähren, den es benötigt, um frei zu vermarkten und zu operieren, auch wenn einige Mitgliedstaaten sich für eine zentralere Aufsicht durch die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde einsetzen.
Sofern es nicht zu einer radikalen Änderung der EU-Politik kommt, verschafft die Anmeldung in Athen der Börse eine langfristige Zukunft in Europa.
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