Wichtigste Punkte:
- Coinbase meint, dass der CLARITY Act in seiner jetzigen Form den Kryptomarkt schlechter stellen würde als er jetzt ist.
- Der Gesetzentwurf hat die Branche gespalten: Ripple, Circle und Kraken sind dafür, während Coinbase dagegen ist.
- Im Mittelpunkt der Debatte stehen Stablecoin-Prämien, DeFi-Datenschutz und tokenisierte Aktien.
Brian Armstrong, CEO von Coinbase, hat diese Woche das Krypto-Ökosystem aufgemischt, indem er öffentlich die Unterstützung seines Unternehmens für den Entwurf des Senatsbankausschusses für ein Kryptowährungsgesetz, bekannt als CLARITY Act, zurückgezogen hat.
Laut Armstrong enthält der in den letzten 48 Stunden überprüfte Text „zu viele Probleme“, darunter ein De-facto-Verbot von tokenisierten Aktien, Verbote für dezentrale Finanzdienstleistungen, die die Datenschutzrechte untergraben, eine Schwächung der Befugnisse der Commodity Futures Trading Commission zugunsten der SEC und Beschränkungen für Stablecoin-Prämienprogramme, die etablierten Banken zum Nachteil von Innovatoren zugutekommen könnten.
Coinbase hatte den US-Senatoren schon gesagt, dass es seine Unterstützung überdenken könnte, wenn der Gesetzentwurf die Renditeprogramme für Stablecoin-Inhaber, wie z. B. USDC, über die grundlegenden Transparenz- und Offenlegungspflichten hinaus einschränkt.
Die Reaktionen der Branche sind geteilt, aber die Unterstützung wächst über Coinbase hinaus
Im krassen Gegensatz zur Haltung von Coinbase begrüßte Brad Garlinghouse, CEO von Ripple, den Gesetzentwurf zur Marktstruktur als einen „großen Schritt vorwärts” hin zu praktikablen regulatorischen Rahmenbedingungen, die Verbraucher schützen, ohne Innovationen zu behindern. Garlinghouse sagte, Ripple bleibe „am Tisch” und sei optimistisch, dass die Probleme im Rahmen des Markup-Prozesses gelöst werden können.
Mehrere führende Krypto-Unternehmen und Branchenverbände schlossen sich schnell an und unterstützten öffentlich den Ansatz der Republikaner im Senat, klare regulatorische Leitplanken zu schaffen.
Zu den Unterstützern gehören Risikokapitalfirmen wie a16z, der Stablecoin-Anbieter Circle, die Börse Kraken, die Digital Chamber of Commerce, Ripple selbst und die Interessenvertretung Coin Center. Diese Unterstützung zeigt, dass Coinbase zwar seine Kritik auf bestimmte Aspekte konzentriert, ein größerer Teil des Ökosystems jedoch die Bedeutung einer klaren Abgrenzung der Zuständigkeiten zwischen der SEC und der CFTC anerkennt.
Die Absicht des CLARITY Act vs. Kritik von Krypto-Unternehmen
Der CLARITY Act, der am 13. Januar vom Bankenausschuss des US-Senats vorgestellt wurde, zielt darauf ab, die Aufsicht über digitale Vermögenswerte an das traditionelle Wertpapier- und Rohstoffrecht anzupassen. Die republikanischen Befürworter argumentieren, dass der Gesetzentwurf fragmentierte Vorschriften durch klare, durchsetzbare Schutzmaßnahmen ersetzt, wobei wertpapierähnliche Token der SEC und Rohstoffe der CFTC zugewiesen werden, während gleichzeitig die Vorschriften zur Bekämpfung der Geldwäsche verschärft werden.
Die Befürworter betonen, dass der Gesetzentwurf die rechtliche Unsicherheit verringern würde, die derzeit Kapital ins Ausland treibt und Investoren Risiken aussetzt. Kritiker, angeführt von Coinbase, sagen aber, dass die Gesetzgebung in ihrer jetzigen Form „große Banken und Regulierungsbehörden” gegenüber dezentralen Innovationen begünstigen, den Datenschutz von DeFi beeinträchtigen und unbeabsichtigt die Möglichkeiten der Verbraucher zur Erzielung von Renditen einschränken könnte.
Mit über 130 erwarteten Änderungsanträgen und der bevorstehenden Markup-Sitzung am Donnerstag bleibt das Schicksal des Gesetzesentwurfs ungewiss. Dennoch hat die öffentliche Spaltung zwischen Coinbase und anderen Schwergewichten der Branche den Druck auf politische Entscheidungsträger und Märkte gleichermaßen erhöht.
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