Sui Network hat das Seal-Whitepaper veröffentlicht, in dem eine programmierbare Datenschutz- und Zugriffskontrollschicht beschrieben wird, die dezentrale Verschlüsselung nutzt, um sensible Daten zu schützen und gleichzeitig die Richtlinienlogik in der Blockchain zu behalten. Das Design zielt auf reale Anwendungen ab, die Vertraulichkeit brauchen, ohne die Überprüfbarkeit aufzugeben, von Finanzabläufen bis hin zu KI-Datenpipelines.
Was Seal auf Sui einführt
Seal ist ein dezentrales System zur Verwaltung geheimer Daten und zur Zugriffskontrolle. Das Ökosystem verschlüsselt Daten standardmäßig und setzt Geschäftsregeln an der „Datengrenze“ durch. Anstatt Berechtigungen über APIs und Microservices zu verteilen, codieren Entwickler eine einzige Richtlinie, die regelt, wann und wie verschlüsselte Daten entschlüsselt werden können.
Das Whitepaper beschreibt, wie Anwendungen kleine, überprüfbare Richtlinienprogramme auf Sui definieren, die festlegen, welche Benutzer oder Dienste unter welchen Bedingungen und für wie lange auf bestimmte Daten zugreifen können. Diese Richtlinien können sich auf den On-Chain-Status beziehen, wie z. B. NFT-Besitz, Abonnementstatus oder Abstimmungsergebnisse, wodurch Datenschutz zu einer programmierbaren Funktion statt zu einer festen Konfiguration wird.
Wie programmierbarer Datenschutz funktioniert
Seal kombiniert Schwellenwertverschlüsselung mit einem Netzwerk unabhängiger Schlüsselserver, sodass keine einzelne Partei einseitig Benutzerdaten entschlüsseln kann. Wenn eine Zugriffsanfrage eingeht, bewerten die Schlüsselserver die On-Chain-Richtlinie; nur wenn die Bedingungen erfüllt sind, geben sie gemeinsam das Entschlüsselungsmaterial an den berechtigten Client weiter.
Die Basisebene von Sui verankert den Richtlinienstatus und optional auch Zugriffsprotokolle, während Offchain- oder dezentrale Speicher wie Walrus die verschlüsselten Nutzdaten enthalten. Durch diese Aufteilung bleiben umfangreiche Daten außerhalb der Blockchain, aber es bleibt ein überprüfbarer, manipulationssicherer Nachweis darüber erhalten, wer wann auf welche Daten zugreifen konnte, was das Team als wichtig für regulatorische und Audit-Anwendungsfälle ansieht.
Anwendungsfälle und Ökosystem-Links
Das Whitepaper und die Begleitmaterialien zeigen Muster wie private Daten von Eigentümern, bei denen nur der aktuelle Inhaber eines NFT die angehängten Inhalte entschlüsseln kann, und verschlüsselte Abstimmungen, bei denen die Stimmzettel vertraulich bleiben, bis sie eine bestimmte Anzahl an Stimmen und eine bestimmte Zeitdauer erreichen. Andere Szenarien sind geschützte Inhalte, zeitlich begrenzte Auktionen, private Nachrichten und Unternehmensdatenspeicher, die Infos zwischen Teams oder Partnern austauschen, ohne die Rohdaten offenzulegen.
Partner und Ökosystemprojekte testen bereits Seal-ähnliche Architekturen in Bereichen wie programmatischer Anzeigenauslieferung und datenschutzkonformer KI und nutzen Sui und Walrus zur Verwaltung verschlüsselter Metadaten und verteilter Datensätze. Die umfassendere Roadmap von Sui umfasst auch Pläne für vertrauliche, regulierungskonforme Zahlungen auf Protokollebene bis 2026, wodurch Seal als wichtiger Baustein für einen Stack positioniert wird, in dem Datenschutz, Berechnung und Abwicklung nativ zusammenwirken.
WEITERLESEN: Solana Mobile bestätigt Einführung des SKR-Tokens und Airdrop für Seeker-Nutzer